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Clindamycin Arzneimittelgruppen Antibiotika Lincosamide

Clindamycin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Lincosamide, das in Form von Kapseln zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten mit empfindlichen Erregern eingesetzt wird. Die bakteriostatischen bis bakteriziden Effekte beruhen auf der Hemmung der Proteinsynthese durch Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen. Clindamycin besitzt auch antiparasitäre Eigenschaften. Die Kapseln werden in der Regel drei- bis viermal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Dazu soll ein grosses Glas Wasser getrunken werden, um eine Reizung der Speiseröhre zu vermeiden. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall, eine pseudomembranöse Kolitis, Bauchschmerzen und Hautausschläge. Aufgrund der Nebenwirkungen bezüglich der Darmflora empfiehlt sich die begleitende und anschliessende Einnahme eines Probiotikums. Clindamycin ist ein Substrat von CYP3A.

synonym: Clindamycinum, Clindamycini hydrochloridum PhEur, Clindamycinhydrochlorid

Produkte

Clindamycin ist in verschiedenen Darreichungsformen im Handel. Dieser Artikel bezieht sich auf die orale Verabreichung mit Kapseln (Dalacin® C, Generika). Clindamycin ist in der Schweiz seit 1970 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Clindamycin (C18H33ClN2O5S, Mr = 425.0 g/mol) ist ein halbsynthetisches Derivat von Lincomycin, das aus Streptomyces lincolnensis gewonnen wird (7-Chlor-7-desoxy-lincomycin). In den Kapseln liegt der Wirkstoff als Clindamycinhydrochlorid vor, ein weisses, kristallines Pulver, das in Wasser sehr leicht löslich ist. Clindamycin wird zu aktiven Metaboliten biotransformiert.

Wirkungen

Clindamycin (ATC J01FF01 ) hat bakteriostatische bis bakterizide Eigenschaften gegen grampositive aerobe sowie grampositive und gramnegative anaerobe Bakterien. Zu den Zielerregern gehören zum Beispiel Streptokokken, Staphylokokken, Chlamydien, Bacteroides, Pneumokokken und Propionibakterien (Auswahl).

Die Wirkungen beruhen auf der Hemmung der Proteinsynthese durch die Bindung an die 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen. Clindamycin hat eine kurze Halbwertszeit von 1.5 bis 3.5 Stunden.

In Kombination mit anderen Wirkstoffen wurde auch eine Wirksamkeit bei parasitären Erkrankungen mit Protozoen wie der Toxoplasmose, der Babesiose und der Malaria sowie bei Pilzerkrankungen (Pneumocystis-Pneumonie) gezeigt.

Indikationen

Für die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten mit empfindlichen Erregern.

Zu den Indikationen zählen auch ausgewählte parasitäre Erkrankungen und Pilzinfektionen (Toxoplasmose-Enzephalitis, Pneumocystis-Pneumonie bei Patienten mit AIDS).

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Kapseln werden in der Regel drei- bis viermal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Dazu soll ein grosses Glas Wasser getrunken werden, um Reizungen der Speiseröhre vorzubeugen.

Aufgrund der Nebenwirkungen bezüglich der Darmflora empfiehlt sich aus unserer Sicht die begleitende und anschliessende Einnahme eines Probiotikums.

Kontraindikationen

Clindamycin ist bei einer Überempfindlichkeit kontraindiziert (auch gegen Lincomycin). Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Clindamycin ist ein Substrat von CYP3A und es sind entsprechende Wechselwirkungen möglich. Weitere Interaktionen wurden mit neuromuskulären Hemmern, Vitamin-K-Antagonisten, Kontrazeptiva und Erythromycin beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall, eine pseudomembranöse Kolitis (Clostridium difficile), Bauchschmerzen und Hautausschläge.

Checkliste für die Beratung von Patientinnen und Patienten

Download:  Checkliste_Clindamycin.pdf 

siehe auch

Clindamycin-Vaginalcreme, Lincosamide

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 6.2.2018 geändert.
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