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Mifepriston Arzneimittelgruppen Progesteron-Rezeptor-Antagonisten

Mifepriston ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Progesteron-Rezeptor-Antagonisten, der für den medikamentösen Abbruch einer Schwangerschaft in den ersten Schwangerschaftswochen eingesetzt wird. Es handelt sich um einen Antagonisten am Progesteron-Rezeptor, welcher die Effekte des Schwangerschaftshormons Progesteron aufhebt. Die Tabletten werden unter ärztlicher Aufsicht als Einzeldosis in einer Klinik oder in einem Behandlungszentrum eingenommen. 36 bis 48 Stunden später wird ein Prostaglandin verabreicht, in der Regel Misoprostol. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören vaginale Blutungen, Uteruskontraktionen, Krämpfe, Infektionen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Mifepriston ist ein Substrat von CYP3A4.

synonym: Mifepristonum, RU 486, „Abtreibungspille

Produkte

Mifepriston ist in Form von Tabletten im Handel (Mifegyne®). Es wurde erstmals im Jahr 1988 zugelassen, in der Schweiz im Jahr 1999. Mifepriston wurde in den 1980er-Jahren bei Roussel-Uclaf (RU) bei der Entwicklung antiglucocorticoider Wirkstoffe entdeckt und wird deshalb auch als RU 486 bezeichnet.

Struktur und Eigenschaften

Mifepriston (C29H35NO2, Mr = 429.6 g/mol) ist ein synthetisches Derivat des Gestagens Norethisteron mit einer steroidalen Struktur.

Wirkungen

Mifepriston (ATC G03XB01 ) hat antigestagene Eigenschaften. Es ist ein kompetitiver Antagonist des Schwangerschaftshormons Progesteron an den Progesteron-Rezeptoren. Dies führt zu einem Abbruch der Schwangerschaft. Mifepriston hat ferner antiglucocorticoide und leicht antiandrogene Effekte. Die Halbwertszeit liegt zwischen 20 bis 40 Stunden.

Indikationen

Für den medikamentösen Abbruch einer intrauterinen Schwangerschaft in sequentieller Anwendung mit einem Prostaglandin-Analogon bis zu einer Amenorrhoedauer von 49 Tagen. Es existieren weitere Indikationen und Anwendungsgebiete.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch: Die Tabletten werden als Einzeldosis eingenommen. 36 bis 48 Stunden später wird das Prostaglandin Misoprostol peroral verabreicht. Die Anwendung findet in einer Klinik oder in einem Behandlungszentrum unter ärztlicher Überwachung statt.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Mifepriston ist ein Substrat von CYP3A4 und es sind entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen möglich. NSAR sollen nicht gleichzeitig verabreicht werden, weil sie die Wirksamkeit der Methode reduzieren können. Mifepriston kann ferner die Effekte von Glucocorticoiden verringern, weil es antiglucocorticoide Eigenschaften hat.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören vaginale Blutungen, Uteruskontraktionen, Krämpfe, Infektionen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Kontroverse

Mifepriston ist bei Abtreibungsgegnern umstritten, weil diese den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch aus ethischen, religiösen oder anderen Gründen ablehnen.

siehe auch

Misoprostol

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 9.11.2015 geändert.
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