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Erdnussallergie Indikationen

Eine Erdnussallergie ist eine Nahrungsmittelallergie vom Typ I gegen Erdnüsse. Sie äussert sich nach der Einnahme geringer Mengen in Hautmanifestationen, Verdauungs-, Herz- und Atemwegsbeschwerden. Erdnüsse sind als Auslöser für schwere Reaktionen bekannt, die unbehandelt zum Tod führen können. Zur Vorbeugung wird eine strikte Erdnussfreie Diät empfohlen. Um nach einer versehentlichen Einnahme rasch reagieren zu können, sollen empfindliche Personen jederzeit ein Allergie-Notfallset bei sich tragen.

synonym: Allergie gegen Erdnüsse

Symptome

Eine Erdnussallergie betrifft meistens die Haut, den Verdauungstrakt und die Atemwege. Zu den möglichen Symptomen gehören:

Erdnüsse gehören zu den Nahrungsmittelallergenen, die am häufigsten schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen, welche unbehandelt zum Tod führen können. Eine Anaphylaxie kann eine Verengung der Atemwege, tiefen Blutdruck und Herzrhythmusstörungen verursachen. Es muss beachtet werden, dass der Verlauf häufig biphasisch ist. 1-8 Stunden nach dem Abklingen der ersten Reaktion kann eine zweite Spätreaktion folgen.

Ursachen

Die Erdnussallergie ist eine Nahrungsmittelallergie vom Typ I gegen Erdnüsse (Arachis hypogaea L.). Erdnüsse werden einerseits geröstet und gesalzen konsumiert, sind aber auch in zahlreichen verarbeiteten Lebensmitteln als Bestandteil oder Verunreinigung enthalten. Auslöser sind mehrere sogenannte Ara-h-Allergene, bei denen es sich um Proteine handelt. Verursacht werden die akuten Beschwerden von einer Bindung der Allergene an IgE-Antikörper auf Mastzellen und Basophilen, was zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren führt.

Damit eine schwere Reaktion entstehen kann, ist eine orale Zufuhr einer geringen Menge Erdnussprotein notwendig. Bereits Spuren können ausreichen. Auch ein Hautkontakt kann eine milde Allergie und einen Hautausschlag verursachen. Es wurde auch über Fälle berichtet, bei denen die Allergene inhalativ in den Körper gelangten, z.B. über die Lüftung im Flugzeug.

Die Allergie ist hartnäckig. Nur etwa 20% der betroffenen Kinder wachsen aus ihr heraus. In den Industrienationen sind etwa 0.5-1% der Bevölkerung betroffen.

Diagnose

Die Diagnose wird aufgrund der Patientengeschichte, der klinischen Symptome und mit einem Allergietest (Epikutantest, Nachweis von Antikörpern) gestellt. Als Goldstandard gilt die doppelblinde Exposition mit Erdnüssen, ein Test, der allerdings in der wissenschaftlichen Literatur aufgrund der möglichen Risiken nicht unbestritten ist.

Vorbeugung

Erdnüsse und Erdnusshaltige Lebensmittel sollen strikte gemieden werden. In der Praxis ist dies allerdings nicht einfach, so dass es häufig zu einer versehentlichen Einnahme kommt. Gereinigtes Erdnussöl gilt zwar als sicher, es gibt jedoch auch allergene Erdnussöle, weshalb es Allergiker meist meiden.

Behandlung

Die Patienten sollen für den Notfall jederzeit ein Allergie-Notfallset mit einer Adrenalin-Fertigspritze und Antihistaminika bei sich tragen. In der Schweiz enthält es in der Regel zusätzlich Glucocorticoide. Wichtig ist eine gute Aufklärung der Betroffenen und der Angehörigen, damit die ersten Symptome rasch erkannt werden. Die Spritze soll angewandt werden, wenn eine schwere Reaktion auftritt oder früher aufgetreten ist. Nach der Applikation soll rasch medizinische Hilfe aufgesucht werden.

In ärztlicher Behandlung werden akute Reaktionen unter anderem mit Sauerstoff, Adrenalin, Beta2-Sympathomimetika, Antihistaminika und Glucocorticoiden behandelt. Aufgrund einer möglichen Spätreaktion müssen die Patienten ausreichend lange überwacht werden.

siehe auch

Erdnussöl, Allergie-Notfallset, Antihistaminika

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 24.8.2012 geändert.
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