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Tod

Was das Leben ist, können wir aus eigener Erfahrung gut beschreiben. Über den Tod hingegen – oder vielmehr, was danach folgen wird, konnten wir lange nur Mutmassungen anstellen. Um diese Lücke zu füllen, sind Religionen entstanden, welche zum Beispiel ewiges Leben im Kreise unserer Liebsten oder eine Wiedergeburt versprechen.

Viele glauben immer noch, das Bewusstsein müsse irgendwo und in irgendeiner Form erhalten bleiben. Wenn jemand stirbt, sagen wir auch „er ist fortgegangen“ oder „sie ist jetzt in einer anderen und besseren Welt“. Begünstigt werden solche Überlegungen von einer religiösen Erziehung, die schon im Kindesalter beginnt und natürlich von Unwissenheit.

Aber der Tod ist derselbe Zustand, in welchem wir uns vor dem Beginn unserer Existenz befanden. Wobei Zustand natürlich das falsche Wort ist, denn dies würde ja voraussetzen, dass wir damals existierten.

Aufgrund der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen zwei Jahrhunderte wissen wir heute mit grosser Sicherheit, dass wir nicht weiterziehen werden. Wer rational überlegt und die notwendigen Kenntnisse besitzt, muss leider unweigerlich zu diesem Schluss kommen. Unser Geist und unser Bewusstsein sind Produkte unseres Gehirns. Wenn der Körper nicht mehr arbeitet, sind wir folglich auch nicht mehr.

Wenn wir tot sind, haben wir kein Bewusstsein, keine Gedanken, keine Existenz und keine Gefühle mehr – wir sind dann inexistent, ausgelöscht, verschwunden. Wir haben auch keinen Ort mehr und können uns nicht mehr an unsere Zeit zwischen den Lebenden zurückerinnern. Tod wird häufig mit Dunkelheit gleichgesetzt, aber selbst diese gibt es dann für uns nicht mehr. Was vorher war, ist uns dann mehr als nur gleichgültig.

Es ist wie bei einem Buch, das einen Anfang und ein Ende hat – ausserhalb der Buchdeckel geht die Geschichte nicht mehr weiter. Eine Fortsetzung ist ausgeschlossen.

Wir nehmen uns, unsere Existenz und unsere Umwelt sehr wichtig. Aber wir haben ausserhalb der menschlichen Gesellschaft keine Bedeutung. Niemand wacht dort draussen über unser Schicksal, niemand hat uns erschaffen, beschützt uns oder wartet auf uns. Wir sind zufällig und irrelevant. Menschen gibt es erst seit Kurzem auf diesem Planeten - wir sind nur eine von über fünf Milliarden Spezies, die bis jetzt existiert haben.

Worin liegt dann der Sinn des Ganzen? Es gibt keinen Sinn. Es steht uns frei, unser Leben so zu gestalten, wie wir es für richtig halten.

Unser Leben und alle Ereignisse darin finden nur ein einziges Mal statt. Es gibt keine Wiederholung, keine Fortsetzung und kein Zurück. Auch wenn es uns schwerfällt, sollten wir jeden Moment, jeden Atemzug geniessen.

Wenn wir fort sind, dann für immer.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 8.4.2020 geändert.
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