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Miglitol Arzneimittelgruppen alpha-Glucosidase-Inhibitoren

Miglitol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der α-Glucosidase-Inhibitoren, der zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 verwendet wird. Es hemmt die Verdauung von Kohlenhydraten im Darm. Dadurch wird Glucose langsamer freigesetzt und gelangt weniger schnell ins Blut. Auf diese Weise vermindert Miglitol den Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten und Blutzuckerschwankungen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsstörungen.

synonym: Miglitolum

Produkte

Miglitol war in Form von Tabletten im Handel (Diastabol®). Es wurde in der Schweiz 1997 zugelassen und ging im Jahr 2011 ausser Handel. In einigen Ländern ist es noch erhältlich. Als mögliche Alternative kann Acarbose (Glucobay®) eingesetzt werden.

Struktur und Eigenschaften

Miglitol (C8H17NO5, Mr = 207.2 g/mol) ist ein Analog von Glucose und ein Derivat von Deoxynojirimycin, das aus Bakterien der Gattung Streptomyces isoliert wurde. Es liegt als weisses bis schwach gelbliches Pulver vor, das in Wasser löslich ist.

Wirkungen

Miglitol (ATC A10BF02 ) ist antidiabetisch. Es hemmt im Darm die Verdauung von Kohlenhydraten in Monosaccharide, die absorbiert werden können. Die Wirkungen beruhen auf der Inhibition der α-Glucosidasen. Dadurch wird der Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten verringert und Blutzuckerschwankungen ausgeglichen. Miglitol wirkt lokal im Darm, wird jedoch auch absorbiert, aber wieder unverändert über die Nieren ausgeschieden.

Indikationen

Zur Behandlung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird dreimal täglich zerkaut mit dem ersten Bissen der Mahlzeit oder unzerkaut unmittelbar vor der Mahlzeit mit Flüssigkeit eingenommen.

Kontraindikationen

Miglitol ist bei kontraindiziert bei Überempfindlichkeit, Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, während der Stillzeit, bei entzündlichen Darmerkrankungen, Dickdarmgeschwüren, Darmverschluss, chronischen Darmerkrankungen mit Verdauungs- und Absorptionsstörungen, bei Zuständen, die sich durch eine vermehrte Gasbildung im Darm verschlechtern können sowie bei eingeschränkter Nierenfunktion. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Arzneimittel-Wechselwirkungen wurden mit Aktivkohle und verwandten Substanzen, Verdauungsenzymen (z.B. Pankreatin), Abführmitteln, Propranolol und Digoxin beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Die unerwünschten Wirkungen sind eine Folge der erhöhten Menge an unverdauten Kohlenhydraten im Darm. Zu den häufigsten möglichen Nebenwirkungen gehören vermehrte Gasbildung, Flatulenz, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Verstopfung und Dyspepsie.

siehe auch

Acarbose, alpha-Glucosidase-Inhibitoren, Diabetes mellitus Typ 2

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 31.10.2013 geändert.
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