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Pankreatin Arzneimittelgruppen Verdauungsenzyme

Pankreatin (Pankreas-Pulver) ist eine Zubereitung, die aus der Bauchspeicheldrüse von Säugetieren gewonnen wird. Es enthält Verdauungsenzyme wie Lipasen, Proteasen und Amylasen und wird zur Substitutionsbehandlung einer Pankreasunterfunktion und bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Pankreatin ermöglicht die normale Verdauung und die Aufnahme von Fetten, Eiweissen und Kohlenhydraten. Die Arzneimittel werden unzerkaut, mit ausreichend Flüssigkeit zu den Mahlzeiten eingenommen. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Überempfindlichkeitsreaktionen und Verdauungsstörungen.

synonym: Pancreatis pulvis PhEur, Pancreatin, Pancreatinum, Pankreaslipase, Pankreasenzyme

Produkte

Pankreatin ist in Form von Kapseln, Dragées und Tabletten im Handel (Combizym®, Creon®, Panzytrat®).

Struktur und Eigenschaften

Pankreatin (Pankreas-Pulver) wird aus der frischen oder gefrorenen Pankreas von Säugetieren gewonnen, z.B. aus Schweinen oder Rindern. Die Substanz enthält Enzyme mit proteolytischer, lipolytischer und amylolytischer Aktivität. Pankreatin ist ein schwach braunes, amorphes Pulver mit eigentümlichem Geruch, das in Wasser teilweise leicht löslich ist. Es ist säureempfindlich und muss deshalb in Form magensäureresistenter Arzneimittel oder in Kombination mit einem Protonenpumpen-Inhibitor verabreicht werden.

Wirkungen

Pankreatin (ATC A09AA02 ) wird zur Substitution von Verdauungsenzymen der exokrinen Bauchspeicheldrüse eingesetzt. Dazu gehören Proteasen (z.B. Trypsin, Chymotrypsin), Amylasen und Lipasen. Die Enzyme ermöglichen die Verdauung von Kohlenhydraten, Proteinen und Lipiden und die Aufnahme der Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf und den Körper.

Indikationen

Zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden z.B. mit Völlegefühl und Blähungen sowie bei einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse (Pankreasinsuffizienz), z.B. bei zystischer Fibrose, chronischer Pankreatitis, Pankreatektomie und Gastrektomie. Eine Pankreasinsuffizienz wird bei bis zu 85% aller Patienten mit einer zystischen Fibrose beobachtet.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Arzneimittel werden während den Mahlzeiten mit ausreichend Wasser eingenommen. Nicht zerkauen, da sonst die Schleimhaut des Mundes geschädigt werden kann.

Kontraindikationen

Pankreatin ist bei Überempfindlichkeit und akuter Pankreatitis (Pankreasentzündung) kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation. Nicht für Vegetarier oder Veganer geeignet.

Interaktionen

Pankreatin kann möglicherweise die Folsäureaufnahme senken. Eine Folsäuresubstitution kann angezeigt sein. Ferner können die blutzuckersenkenden Wirkungen von Acarbose und Miglitol reduziert werden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hautausschlag, Bronchospasmus), Verdauungsstörungen, fibrosierende Kolonopathie und eine Hyperurikämie.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.12.2017 geändert.
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