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Ivermectin Arzneimittelgruppen Avermectine

Ivermectin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Avermectine, der zur peroralen Behandlung parasitärer Erkrankungen eingesetzt wird. Verabreicht wird es unter anderem bei einem Befall mit Fadenwürmern und Krätzmilben. Die Effekte beruhen auf der Bindung an Chloridkanäle, was zur Lähmung und zum Tod der Parasiten führt. Die Tabletten werden in der Regel nüchtern und als Einzeldosis eingenommen. Die Nebenwirkungen sind häufig eine Folge der absterbenden Parasiten und sind deshalb abhängig von der Indikation. Ivermectin ist ein Substrat von CYP3A4 und von P-Glykoprotein.

synonym: Ivermectinum

Produkte

Ivermectin ist in einigen Ländern in Form von Tabletten im Handel (Stromectol®). In der Schweiz ist es bisher nicht registriert und muss deshalb bei Bedarf aus dem Ausland importiert werden. Ivermectin wird seit den 1980er-Jahren medizinisch eingesetzt, zunächst vorwiegend als Tierarzneimittel. Dieser Artikel bezieht sich auf die perorale Verabreichung beim Menschen.

Struktur und Eigenschaften

Ivermectin ist ein Gemisch der zwei Ivermectin-Komponenten H2B1a und H2B1b. Die zwei Moleküle unterscheiden sich strukturell lediglich durch eine Methylengruppe. Ivermectin liegt als weisses bis gelblich weisses, kristallines und schwach hygroskopisches Pulver vor. Das makrozyklische Lacton ist in Wasser praktisch unlöslich. Es ist ein halbsynthetisches Derivat eines Avermectins, welches von Streptomyces avermitilis gebildet wird. Entdeckt wurde dieses Bakterium in einer Bodenprobe aus Japan.

Wirkungen

Ivermectin (ATC P02CF01 ) hat antiparasitäre und antihelmintische Eigenschaften. Die Effekte beruhen auf der Bindung an glutamatgesteuerte Chloridkanäle, welche in Nerven- und Muskelzellen vorkommen. Die Folge ist eine erhöhte Durchlässigkeit der Zellmembranen für Chloridionen und eine Hyperpolarisation. Dies führt zu einer Lähmung und zum Tod der Parasiten. Die Halbwertszeit von Ivermectin liegt bei etwa 18 Stunden.

Indikationen

Zu den Indikationen und Anwendungsgebieten gehören unter anderem:

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tabletten werden in der Regel als Einzeldosis und nüchtern eingenommen. Die Dosis ist vom Körpergewicht abhängig.

Kontraindikationen

Ivermectin ist bei einer Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 15 kg kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Ivermectin ist ein Substrat von CYP3A4 und P-Glykoprotein. Es sollte nicht gleichzeitig mit Diethylcarbamazin eingenommen werden. Eine Wechselwirkung mit Warfarin wurde beschrieben.

Unerwünschte Wirkungen

Die Nebenwirkungen sind häufig eine Folge der absterbenden Parasiten und sind deshalb abhängig von der Erkrankung. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören beispielsweise bei der Behandlung der Strongyloidiasis:

siehe auchLiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.9.2015 geändert.
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