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iPhone-Abhängigkeit Indikationen

Gibt es die iPhone-Abhängigkeit?

Es ist kein Geheimnis, dass man von einer Substanz abhängig sein kann. In Experimenten wurde unlängst nachgewiesen, dass Labortiere bei entsprechender Auswahl solange Cocain anstelle von Nahrung zu sich nehmen, bis sie verhungern.

Aber kann auch eine Abhängigkeit von einem Gegenstand entstehen? Zunehmend kann man junge Menschen zu beobachten, die sich tagelang und leicht obsessiv mit ihrem iPhone (oder einem anderen Smartphone) beschäftigen und andere Tätigkeiten vernachlässigen.

Typisch sind ein starkes Verlangen, das iPhone zu gebrauchen, ein Kontrollverlust über die Nutzung und eine Einengung der Interessen. Der beste Test um seine Abhängigkeit zu testen, ist, das Gerät für einige Tage auszuschalten und in einer Schublade zu versorgen. Falls sich ein starkes Bedürfnis sowie Entzugserscheinungen wie Nervosität, Aggressivität und depressive Verstimmung einstellen, liegt der Verdacht auf eine Abhängigkeit nahe.

Was sind mögliche Gründe? Zum einen ist das iPhone ein faszinierendes Gerät, das intuitiv, unterhaltsam und informierend ist. Die eigentliche Ursache für seine Popularität könnte aber in den Kurzmitteilungen von Freunden liegen. Es sind kleine belohnende Aufmerksamkeitseinheiten, mit denen der Benutzer regelmässig bedient wird. Sie stimulieren vermutlich das Belohnungszentrum des Gehirns, welches in der Folge eine regelmässige Wiederholung des positiven Erlebnisses fordert. Die Abhängigkeit ist intrinsisch, denn das Gerät muss als Kommunikationsmedium ständig tamagotchiartig gebraucht und bei sich getragen werden.

Des Weiteren ist das iPhone auch eine potente Eskapismusmaschine, welche eine zeit- und ortsunabhängige Realitätflucht aus einer beliebigen unangenehmen Situation ermöglicht. In überfüllten Trams und Zügen kapseln sich zunehmend Menschen ab und verschwinden in eine virtuelle Scheinwirklichkeit.

In einer Studie an der Stanford University mit 200 Studierenden gaben 94% der iPhone-Besitzer an, mehr oder weniger iPhone-abhängig zu sein. Ein interessantes Ergebnis war, dass die Studierenden das iPhone als eine Art Erweiterung des Selbst betrachteten, weil es soviele persönliche Informationen enthält. Diese Beobachtung stützt die interessante These, welche den modernen Menschen als „Cyborg“ sieht, d.h. als ein Mischwesen aus lebendigem Organismus und Maschinen. Eine solche Verschmelzung kann zum Beispiel auch bei der innigen Beziehung zwischen Mensch und Automobil beobachtet werden.

Ob diese Abhängigkeit ungesund ist, sei dahingestellt. Ein exzessiver Gebrauch hat sicher bestimmte Nachteile. So ist von der Internetsucht bekannt, dass sie bisweilen Haltungsschäden, gestörtes Essverhalten, Sehschwierigkeiten und soziale Störungen hervorrufen kann. Problematisch an einer iPhone-Abhängigkeit ist zum Beispiel der Gebrauch während des Autofahrens, was zu Unfällen führen kann. Auch stört die dauernde Ablenkung das konzentrierte Arbeiten. Essen bestellen kann man damit immerhin. Verhungern wird also niemand daran.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.9.2017 geändert.
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