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Cocain Arzneimittelgruppen Lokalanästhetika

Cocain ist ein Alkaloid aus den Blättern des Kokastrauchs Erythroxylum coca. Es wurde früher hauptsächlich als Lokalanästhetikum verwendet. Derzeit ist in der Schweiz kein Arzneimittel mit Cocain mehr im Handel, entsprechende Zubereitungen müssen in einer Apotheke hergestellt werden. Cocain wird aufgrund seiner stimulierenden und euphorisierenden Wirkungen vorwiegend als Rauschmittel missbraucht. Als solches führt es zu zahlreichen unerwünschten Wirkungen und Abhängigkeit.

synonym: Kokain, Cocainum, Cocaini hydrochloridum PhEur, Cocainhydrochlorid

Produkte

In der Schweiz sind derzeit keine Fertigarzneimittel mit Cocain mehr im Handel. Sie können jedoch als Magistralrezeptur in einer Apotheke hergestellt werden. Cocain untersteht dem Betäubungsmittelgesetz und ist verschärft rezeptpflichtig, aber als Arzneimittel nicht verboten. Es wird auch als illegales Rauschmittel auf dem Schwarzmarkt verkauft, oft gestreckt und verunreinigt.

Struktur und Eigenschaften

Cocain (C17H21NO4, Mr = 303.4 g/mol) gehört wie die Alkaloide der Nachtschattengewächse zu den Tropanalkaloiden. Cocainhydrochlorid ist ein weisses, kristallines Pulver oder farblose Kristalle. Es ist sehr leicht löslich in Wasser und leicht löslich in Ethanol 96%. Es schmilzt bei 197 °C unter Zersetzung (PhEur).

Stammpflanze

Cocain ist eine natürliche Substanz, die aus den Blättern des Kokastrauchs Erythroxylum sp. (Familie Erythroxylaceae) gewonnen wird. Die Arzneidroge wird als Cocae folium (Kokablatt) bezeichnet. Der Kokastrauch ist in Südamerika heimisch. Siehe siehe auch unter Kokablaetter.

Herstellung

Cocain wird hauptsächlich illegal in Südamerika hergestellt, unter anderem in Peru, Kolumbien, Ecuador und Bolivien. Dazu werden die Blätter mit Lösungsmittel (Kerosin) und Salzsäure extrahiert. Das Endprodukt ist in der Regel das Salz Cocainhydrochlorid.

ZubereitungenWirkungen

„Some laboratory animals, if given a choice, will ignore food and keep taking cocaine until they starve“ (Nestler, 2005)

Die Effekte treten rasch ein und halten in der Regel nur kurz an. Cocain hat eine kurze Halbwertszeit von etwa 1.5 Stunden.

Wirkmechanismus

Für die Euphorie und die Erregung von Sucht scheint die dopaminerge Wirkung von Cocain am Nucleus accumbens des limbischen Systems von zentraler Bedeutung zu sein. Cocain führt zu einem High und einer starken Erinnerung daran, wie es entstanden ist (Menschen, Orte, assoziierte Dinge). Daraus entwickelt sich ein starker Wunsch und später ein Zwang, die Einnahme zu wiederholen. Cocain erhöht die Konzentration von Neurotransmittern im synaptischen Spalt, indem es ihre Wiederaufnahme hemmt (z.B. Dopamin, Noradreanlin, Sserotonin).

Medizinische Indikationen

Zur Lokalanästhesie und Gefässverengung

Missbrauch

Als aufputschendes Rauschmittel.

Dosierung

Cocain kann als Rauschmittel geschnupft, gespritzt oder peroral eingenommen werden. Es wird gut über Schleimhäute absorbiert. Es kann auch geraucht werden, allerdings nicht als Cocainhydrochlorid, da sich dieses beim Erwärmen zersetzt. Es muss dazu zuerst durch Deprotonierung in die freie Base überführt werden (Crack oder Freebase, siehe oben). Aufgrund der kurzen Wirkdauer wird die Anwendung häufig wiederholt. Cocain wird häufig mit anderen Rauschmitteln kombiniert, beispielsweise mit Alkohol oder Heroin.

Unerwünschte Wirkungen

Akute und chronische unerwünschte Wirkungen (Missbrauch):

siehe auchLiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.4.2018 geändert.
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