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Artikel der Woche PharmaWiki

Archiv 2011

Naproxen ist ein nicht-steroidaler Entzündungshemmer aus der Gruppe der Arylpropionsäuren mit schmerzlindernden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Der Wirkstoff wird zur Behandlung von Schmerzen, Fieber und Entzündungszuständen verschiedener Ursache verwendet und hat eine vergleichsweise lange Wirkdauer von etwa 8-12 Stunden. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören zentrale Störungen und Verdauungsstörungen.

Der Graue Star äussert sich in Sehstörungen wie zum Beispiel Verschwommensehen und Blendung und tritt hauptsächlich im Alter auf. Zugrunde liegt eine Trübung der Linse des Auges, welche das Licht nicht mehr scharf bündelt, sondern streut. Der Graue Star ist die weltweit häufigste Ursache für eine Erblindung. Die bisher einzige Behandlungsmöglichkeit ist der operative Ersatz der Linse durch eine Kunstlinse. Vor und nach dem Eingriff werden Antibiotika-, NSAID- und Glucocorticoid-Augentropfen gegen Infektionen, Schmerzen und Entzündungen eingesetzt.

Extrakte aus den Samen der Rosskastanie Aesculus hippocastanum haben gefässabdichtende und venenstärkende Eigenschaften. Die Arzneimittel werden hauptsächlich zur innerlichen und äusserlichen Behandlung von Venenleiden eingesetzt. Weitere Anwendungsgebiete sind Hämorrhoiden, Sportverletzungen und Wadenkrämpfe.

Eosin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Farbstoffe mit zusammenziehenden, austrocknenden und antiseptischen Eigenschaften. Es ist in der Schweiz als Arzneimittel zur Behandlung der Windeldermatitis zugelassen und wird dazu zweimal täglich aufgetragen. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kontaktdermatitis, Photosensibilisierung und Hautausschläge.

In den Thermalbädern im türkischen Kangal, einer kleinen Ortschaft 500 km östlich von Ankara, wird der so genannte „Doktorfisch“ Garra rufa traditionell zur Behandlung von Hauterkrankungen eingesetzt. Mittlerweile hat sich die Methode weltweit verbreitet und wird in Kosmetikstudios, Wellnesszentren und an vielen Tourismuszielen wie zum Beispiel auf den Kanarischen Inseln angeboten.

Boceprevir ist ein antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der HCV-Proteasehemmer zur Behandlung der chronischen Hepatitis C vom Genotyp 1 im Kombination mit Peginterferon alfa und Ribavirin. Es bindet kovalent und reversibel an die NS3-Protease und hemmt so die Virusvermehrung. Boceprevir wird dreimal täglich verabreicht und muss zusammen mit Nahrung eingenommen werden. Es ist ein starker Hemmer von CYP3A4/5 und kann relevante Arzneimittel-Wechselwirkungen verursachen.

Pyridoxin gegen Übelkeit Das Vitamin Pyridoxin wird seit den 1940er Jahren gegen Übelkeit und Erbrechen verschiedener Ursache eingesetzt. In der Schweiz ist es seit den 50er Jahren als Mono- und Kombinationspräparat mit dem Antihistaminikum Meclozin von den Behörden für diese Indikationen zugelassen. Ist Pyridoxin wirksam? Gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis für seine antiemetischen Eigenschaften?

Lavendelöl-Kapseln sind Arzneimittel, die ein standardisiertes ätherisches Öl aus den Blüten des schmalblättrigen Lavendels Lavandula angustifolia enthalten. Sie haben angstlösende und antidepressive Eigenschaften und werden zur Behandlung von Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung eingesetzt. Als mögliche unerwünschte Wirkungen werden häufig Verdauungsbeschwerden wie Aufstossen und Übelkeit beobachtet.

Kaliseife ist eine medizinische Schmierseife, die durch Verseifung von Leinöl mit Kaliumhydroxid gewonnen wird. Sie ist ein Gemisch von Kalisalzen und Leinölfettsäuren und liegt als gelbliche bis bräunliche, weiche Masse vor. Das traditionelle pharmazeutische Präparat wird heute selten medizinisch eingesetzt.

Eine Stechapfel-Vergiftung äussert sich in anticholinergen Symptomen wie Mundtrockenheit, Pupillenerweiterung, Hitzegefühl, Erregung, Halluzinationen und Delirium. Sie kann unbehandelt zum Tod führen. Ursache der Vergiftung ist häufig ein Missbrauch von Stechapfelblättern oder -samen durch Jugendliche, welche mit der Pflanze als Rauschmittel experimentieren. Aufgrund der hohen Toxizität ist davon dringend abzuraten.

Vogelbeeren sind die Früchte der Eberesche Sorbus aucuparia aus der Familie der Rosengewächse. Sie werden unter anderem zur Zubereitung von Konfitüren und Spirituosen, als Abführmittel und harntreibendes Mittel eingesetzt. Die frischen Früchte können aufgrund ihres Gehalts an Parasorbinsäure zu Reizungen im Verdauungstrakt, Erbrechen und Durchfall führen. Beim Kochen wird dieser Stoff jedoch inaktiviert.

Als Katzenseuche wird eine Infektion von Katzen mit dem felinen Panleukopenievirus bezeichnet. Die hochansteckende Erkrankung äussert sich in Durchfall und Fieber und kann zu einer gefährlichen Unterdrückung des Immunsystems und zum Tod der Tiere führen. Aufgrund der weiten Verbreitung des Virus und seiner Gefährlichkeit wird empfohlen, alle Kätzchen ab einem Alter von 8-9 Wochen zu impfen.

Fipronil ist ein Insektizid aus der Gruppe der Phenylpyrazole, das bei Hunden und Katzen zur Vorbeugung und Behandlung eines Befalls mit Flöhen, Zecken und Haarlingen eingesetzt wird. Das Arzneimittel wird üblicherweise als Spot-on-Präparat auf den Rücken der Tiere gegeben und verteilt sich im Fell. Aufgrund der guten Bindung an das Haarkleid und der kontinuierlichen Freisetzung aus den Talgdrüsen ist Fipronil über Wochen wirksam.

Levofloxacin ist ein bakterizides Antibiotikum aus der Gruppe der Chinolone der 3. Generation, das zur Behandlung von Atemwegs-, Harnwegs-, Haut- und Weichteilinfektionen eingesetzt wird. Es kann zwar unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, es sind jedoch Interaktionen mit Arzneimitteln möglich, welche seine Absorption reduzieren. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Krillöl wird aus dem antarktischen Krill Euphausia superba gewonnen, einem kleinen Krebs, der in gewaltigen Schwärmen in den Gewässern der Antarktis lebt. Es enthält essentielle Omega-3-Fettsäuren und Phospholipide und wird als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln eingenommen. Das natürliche Antioxidans Astaxanthin verleiht dem Krillöl seine tiefrote Farbe.

Der „sibirische GinsengEleutherococcus senticosus ist eine Arzneipflanze mit adaptogenen, stimulierenden und immunmodulierenden Eigenschaften. Die Taigawurzel ist als Offenware und als Extrakt in Form von Kapseln im Handel und wird als Tonikum gegen Müdigkeit und Schwäche eingesetzt. Das Arzneimittel soll vorsichtshalber nicht bei Bluthochdruck angewandt werden.

Dronabinol, besser bekannt als Tetrahydrocannabinol (THC), ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Cannabinoide, der natürlicherweise im Hanf vorkommt. In der Schweiz ist eine medizinische Anwendung mit einer Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit möglich. Der Wirkstoff wird vorwiegend als Lösung verabreicht und kann unter anderem gegen Schmerzen, Spastik, Appetitlosigkeit und Übelkeit infolge schwerer Erkrankungen eingesetzt werden.

Die physiologische Neugeborenengelbsucht ist eine Gelbverfärbung der Haut und der Augen von Neugeborenen. Zugrunde liegt eine Erhöhung der Bilirubinkonzentration im Blut, die unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass viel Häm anfällt. Die Verfärbung ist in der Regel harmlos und geht innert einiger Tage von alleine wieder zurück. Es muss jedoch beachtet werden, dass die Erhöhung selten auch pathologisch bedingt sein kann.

Nicht-steroidale Entzündungshemmer werden häufig zur Behandlung schmerzhafter und entzündlicher Erkrankungen eingesetzt. Ein Problem stellen jedoch schwerwiegende Nebenwirkungen wie Magen- und Darmgeschwüre dar, die zu Hospitalisationen und Todesfällen führen. Deshalb werden NSAID bei Risikopatienten mit einem sogenannten „Magenschutz“ kombiniert.

Eine Erdnussallergie ist eine Nahrungsmittelallergie vom Typ I gegen Erdnüsse. Sie äussert sich nach der Einnahme geringer Mengen in Hautmanifestationen, Verdauungs-, Herz- und Atemwegsbeschwerden. Erdnüsse sind als Auslöser für schwere Reaktionen bekannt, die unbehandelt zum Tod führen können. Zur Vorbeugung wird eine strikte Erdnussfreie Diät empfohlen.

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) sind toxinbildende Bakterien, die beim Menschen leichte bis schwere Durchfallerkrankungen auslösen können. Die Bakterien kommen im Darm von Rindern und anderen Wiederkäuern vor und werden über fäkal kontaminierte Lebensmittel, Wasser, direkten Kontakt zu Tieren oder infizierten Menschen übertragen. Die Erkrankung kann zu Komplikationen und einem lebensbedrohlichen Nierenversagen führen.

In der Schweiz wurden im vergangenen Jahr mehrere Dutzend Fälle von Dengue gemeldet. Dabei handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit, die von der Gelbfiebermücke übertragen wird und sich in hohem Fieber äussert. Seltene Komplikationen sind schwere Blutungen und Schock.

Amorolfin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antimykotika, der als Lack zur lokalen Behandlung von Nagelpilz eingesetzt wird. Die Flüssigkeit muss im Gegensatz zu anderen Arzneimitteln nur ein- bis zweimal pro Woche auf den befallenen Nagel aufgetragen werden. Vorgängig werden Lackreste mit Isopropanoltupfern entfernt und Nagelverdickungen bei Bedarf abgefeilt.

Eine aktinische Keratose ist eine häufige Hauterkrankung, die vor allem bei älteren und hellhäutigen Menschen auftritt. Zugrunde liegt eine chronische Bestrahlung mit UV-Licht, das in den Keratinozyten Mutationen und Proliferation auslöst. Die Hautveränderung stellt ein initiales Spinaliom dar, aus dem sich mit der Zeit ein sich ausbreitendes und metastasierendes Karzinom entwickeln kann.

Imiquimod ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Immunmodulatoren, der zur lokalen Behandlung von spitzen Kondylomen, Basalzellkarzinomen und aktinischen Keratosen zugelassen ist. Imiquimod ist immunstimulierend, aktiviert Immunzellen und fördert die Bildung von Zytokinen. Es liegt als Crème in Sachets zum Einmalgebrauch vor. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Hautreaktionen.

Die FSME-Impfung ist eine Impfung zur Vorbeugung der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Sie wird Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren empfohlen, die sich zeitweise oder dauernd in Endemiegebieten aufhalten. Insgesamt müssen über einen Zeitraum von einigen Monaten drei Dosen des Impfstoffs in den Oberarmmuskel injiziert werden.

Gicht ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, die sich akut in starken Schmerzen, Schwellung und Rötung äussert. Zur medikamentösen Akutbehandlung werden nicht-steroidale Entzündungshemmer, Glucocorticoide und Colchicin eingesetzt. Bei wiederkehrenden Anfällen gilt Allopurinol als Mittel der 1. Wahl zu Vorbeugung. Alternativ stehen Febuxostat und Probenecid zur Verfügung.

Extrakte aus den Früchten des Mönchspfeffers werden zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms und bei Rhythmusstörungen der Regelblutung eingesetzt. Die Arzneimittel werden üblicherweise einmal täglich verabreicht und sollen regelmässig während mindestens 3 Monaten eingenommen werden.

Triamcinolonacetonid ist ein antiallergischer und entzündungshemmender Wirkstoff aus der Gruppe der Glucocorticoide, der in Form eines Nasensprays zur Behandlung eines saisonalen oder ganzjährigen allergischen Schnupfens eingesetzt wird. Für die Selbstmedikation ist es neu zur Heuschnupfenbehandlung während maximal 3 Monaten zugelassen.

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Kaliumiodid-Tabletten kommen nach einem schweren Kernkraftwerkunfall mit Austritt von radioaktiven Stoffen zum Einsatz. Sie verhindern, dass sich in der Schilddrüse radioaktives Iod anreichert und ein Schilddrüsenkrebs und andere Schilddrüsenerkrankungen entstehen. Auf Schilddrüsenkrebs sind vor allem Kinder empfindlich, nicht jedoch ältere Erwachsene.

Ein Hagelkorn ist eine schmerzlose Schwellung im Augenlid, die von der Verlegung einer Meibom-Drüse und einer lokalisierten lipogranulomatösen Entzündung verursacht wird. Der langsam entstehende Knoten ist gutartig und kann sich mit der Zeit von alleine wieder zurückbilden.

Eine vasomotorische Rhinitis ist ein chronischer, nicht-allergischer und nicht-infektiöser Schnupfen, der sich in einer laufenden oder verstopften Nase äussert. Die Beschwerden werden von verschiedenen Auslösern verursacht oder verschlimmert, zum Beispiel von starken Gerüchen, Rauch, Staub, Temperatur- und Druckveränderungen.

Die Zöliakie ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die von Bestandteilen des Glutens ausgelöst wird, das in vielen Getreidesorten vorkommt. Sie äussert sich als chronisch-entzündliche Erkrankung des Dünndarms. Die momentan einzige Behandlung besteht in einer lebenslangen und strikten glutenfreien Ernährung.

Die Katzenkratzkrankheit ist eine Infektionskrankheit, die vom Bakterium Bartonella henselae verursacht wird. Sie wird in der Regel von jungen Hauskatzen beim Kratzen und Beissen auf den Menschen übertragen und geht nach einigen Monaten von alleine wieder vorbei. Die zwei klassischen Leitsymptome sind eine regionale Lymphknotenentzündung und eine Papel an der verletzen Hautstelle.

Fexofenadin ist ein antiallergischer Wirkstoff aus der Gruppe der Antihistaminika der 2. Generation. Es ist zur symptomatischen Behandlung von Heuschnupfen und chronischem Nesselfieber zugelassen. Aufgrund seiner langen Halbwertszeit kann es einmal täglich verabreicht werden. Fexofenadin löst seltener Müdigkeit aus als Antihistaminika der 1. Generation und ist weder anticholinerg und noch kardiotoxisch.

Ein Pseudokrupp ist eine Atemwegserkrankung, die vor allem bei Kindern auftritt und von einer Entzündung im Bereich des Kehlkopfs und der Luftröhre ausgelöst wird. Er äussert sich in einem bellenden Husten, Atemgeräuschen beim Einatmen und Heiserkeit. Die Erkrankung tritt als Folge einer Atemwegsinfektion mit Viren plötzlich und üblicherweise nachts auf und kann die Eltern aufgrund der dramatischen Symptome stark beunruhigen.

Fingolimod ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor-Modulatoren zur Behandlung der schubförmig-remittierenden Multiplen Sklerose. Es hemmt den Übertritt von Lymphozyten aus den Lymphknoten ins Blut und in das zentrale Nervensystem und wirkt so selektiv immunsuppressiv. Fingolimod reduziert die Häufigkeit der Schübe und das Fortschreiten der Erkrankung, kann die Erkrankung jedoch nicht heilen. Im Gegensatz zu anderen MS-Medikamenten wird es täglich als Kapsel eingenommen und muss nicht gespritzt werden.

Ein akuter Mundsoor ist eine opportunistische Infektion des Mund-Rachenraums mit Candidapilzen. Sie äussert sich in einem weissen und abstreifbaren Belag und geröteten Schleimhäuten. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem das Säuglingsalter, Diabetes mellitus, Immunschwäche, Zahnprothesen, Cortisonsprays und eine Behandlung mit Antibiotika. Zur Behandlung werden Antimykotika eingesetzt.

Eine Schneeblindheit wird von einer übermässigen UV-Bestrahlung der Hornhaut des Auges verursacht. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Gletscherwandern, Schweissen oder Sonnenbaden ohne geeignete Schutzbrille. Die Erkrankung äussert sich verzögert nach einigen Stunden in sehr starken beidseitigen Augenschmerzen, Tränen, Bindehautrötung und einem Lidkrampf.

Erfrierungen treten meist an exponierten Stellen wie den Händen, Füssen oder am Kopf auf. Das Gewebe friert ein, wird blass und berührungsunempfindlich. Erst beim Auftauen stellen sich starke Schmerzen ein und es bilden sich je nach Schweregrad Blasen, Oedeme und Nekrosen. Erfrierungen werden in ärztlicher Behandlung mit warmem Wasser aufgetaut und adäquat versorgt. Zur medikamentösen Behandlung werden unter anderem Schmerzmittel eingesetzt.

Eine Hyperkaliämie ist eine Erhöhung der Kaliumwerte im Blutserum. Ein milder Anstieg ist in der Regel symptomlos. Hohe Konzentrationen sind hingegen potentiell lebensgefährlich und äussern sich in Muskelschwäche, Lähmungen und Herzrhythmusstörungen. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen mit Nierenerkrankungen. Zahlreiche Arzneimittel können die metabolische Störung begünstigen.

Archiv 2010

Pramipexol ist ein nicht-ergoliner Wirkstoff aus der Gruppe der Dopaminagonisten. Er bindet an Dopaminrezeptoren und wird zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung und des Restless Legs Syndroms eingesetzt. Häufig auftretende unerwünschte Wirkungen sind Schläfrigkeit, Schwindel, Bewegungsstörungen, Kopfschmerzen, tiefer Blutdruck, Amnesie und Übelkeit. Dopaminagonisten sind dafür bekannt, dass sie Verhaltensänderungen verursachen können.

Agomelatin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Melatonin-Rezeptor-Agonisten mit serotoninantagonistischen Eigenschaften zur Behandlung von Depressionen. Es ist ein langwirksames und potentes Analog des Schlafhormons Melatonin. Agomelatin resynchronisiert den gestörten zirkadianen Rhythmus, ist schlaffördernd und antidepressiv.

Amlodipin ist ein blutdrucksenkender und gefässerweiternder Wirkstoff aus der Gruppe der Dihydropyridine. Es senkt den Blutdruck bei Hypertonie und reduziert die Anfälle bei stabiler oder vasospastischer Angina pectoris. Die Wirkungen beruhen auf der Hemmung des Calciumeinstroms in glatte Muskelzellen. Aufgrund der langen Halbwertszeit genügt eine einmal tägliche Einnahme unabhängig von den Mahlzeiten.

Morphintropfen sind wässrige Morphinhydrochlorid-Tropflösungen mit schmerzlindernden Eigenschaften zur oralen Einnahme. Die Lösungen werden zur Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen angewandt und haben eine kurze Wirkdauer. Morphintropfen haben einen bitteren Geschmack und können bei Bedarf mit einem Getränk gemischt werden. Die Dosis wird individuell bestimmt.

Wasserstoffperoxid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Oxidationsmittel, der in Form wässriger Lösungen als Desinfektions-, Reinigungs- und Bleichmittel eingesetzt wird. Es ist desinfizierend, antibakteriell, oxidierend, bleichend und geruchsbeseitigend. Die Wirkungen beruhen auf der Bereitstellung von Sauerstoff. Konzentrierte Lösungen sind reizend und gesundheitsschädlich und können bei falscher Anwendung schwere unerwünschte Wirkungen verursachen.

Die Rosenwurz (Rhodiola rosea L., Crassulaceae) ist ein pflanzliches Heilmittel aus der Gruppe der Adaptogene. In der Schweiz wurde 2010 erstmals ein Arzneimittel auf der Basis von Rosenwurz zugelassen. Der Extrakt wird zur Linderung körperlicher und geistiger Symptome bei Stress und Überarbeitung, wie z.B. Müdigkeit, Erschöpfung, Reizbarkeit und Anspannung, eingesetzt. Unerwünschte Wirkungen werden selten beobachtet.

Orlistat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Lipasehemmer, der zur Behandlung von Übergewicht und Fettleibigkeit eingesetzt wird (BMI ≥ 28). Es hemmt die Verdauung von Fetten im Darm, die nicht aufgenommen, sondern über den Stuhl ausgeschieden werden. Orlistat kann vor, während oder bis zu 1 Stunde nach dem Essen eingenommen werden. Die Mahlzeiten sollen nur einen geringen Fettanteil enthalten, ansonsten können unangenehme unerwünschte Wirkungen wie Fettstühle, Durchfall und Bauchschmerzen vermehrt auftreten.

Hirschhornsalz ist ein Backtriebmittel, das traditionell für Spezialgebäck wie Lebkuchen, Biber und Biskuits verwendet wird. In der Praxis handelt es sich dabei heute meistens um Ammoniumhydrogencarbonat. Es zerfällt beim Erwärmen vollständig in die drei Gase Kohlendioxid, Wasser und in den unangenehm riechenden Ammoniak und lockert so den Teig auf. Da das Salz reizend und gesundheitsschädlich ist, sollten einige Vorsichtsmassnahmen beachtet werden.

Die Faltenzunge (Lingua plicata) äussert sich in Längs- und Querfurchen der Zungenoberfläche. In der Regel ist keine Behandlung notwendig, da keine Beschwerden und Komplikationen auftreten und es sich um eine normale, angeborene Zungenvariante handelt. Die Faltenzunge kann jedoch auch im Zusammenhang mit therapiebedürftigen Erkrankungen auftreten.

Das trockene Auge ist eine multifaktorielle Erkrankung der Tränenflüssigkeit und der Augenoberfläche. Zu den möglichen Symptomen gehören ein Trockenheits- und Fremdkörpergefühl, Augenbrennen und Sehstörungen. Die zwei Hauptursachen sind ein Tränenflüssigkeitsmangel und eine verstärkte Verdunstung. Zahlreiche Umweltfaktoren können die Erkrankung negativ beeinflussen. Zur Behandlung werden unter anderem künstliche Tränen, Augensalben und entzündungshemmende Mittel eingesetzt.

Die Rosazea ist eine vielgestaltige, chronisch-entzündliche Hauterkrankung des Gesichts, die häufiger bei hellhäutigen Menschen vorkommt. Zu den möglichen Symptomen gehören vorübergehende und anhaltende Hautrötungen, Papeln und Pusteln, Knoten und Hautverdickungen („Knollennase“). Die genauen Ursachen sind nicht vollständig aufgeklärt. Zur Behandlung werden unter anderem Metronidazol, Azelainsäure, Doxycyclin, Isotretinoin und nicht-medikamentöse Massnahmen eingesetzt.

Eine akute infektiöse Rhinosinusitis ist eine entzündliche Infektionskrankheit der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhaut mit Symptomen wie Schwellung, Sekretstau und eitriger Ausfluss. Typischerweise treten Kopfschmerzen beim Vorbeugen und Schmerzen im Bereich der Nebenhöhlen auf. Ursache ist in den meisten Fällen eine viral bedingte Erkältung. Die Erkrankung heilt in der Regel innert 1-2 Wochen von selbst aus und wird nur sehr selten von einer bakteriellen Infektion kompliziert.

Trazodon ist ein stimmungsaufhellendes und sedierendes Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen mit oder ohne Angststörung zugelassen ist. Off-Label wird Trazodon häufig als Schlafmittel gegen Schlafstörungen bei nicht-depressiven Patienten eingesetzt; diese Praxis ist nicht unumstritten. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsverlust, tiefer Blutdruck und zentrale Störungen.

Um das ungeborene Kind mit ausreichend Glucose zu versorgen, spricht der Körper der Mutter ab dem 2. Trimester der Schwangerschaft natürlicherweise weniger gut auf Insulin an. Dies hat zur Folge, dass sich die Glucosekonzentration im Blut erhöht. Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes können kompensatorisch nicht ausreichend Insulin ausschütten, um den Blutzucker zu senken. Aufgrund des erhöhten Nährstoffangebots gewinnt das Kind an Gewicht und es treten häufiger Geburtskomplikationen auf. Zur Behandlung eines Schwangerschaftsdiabetes gehören eine Ernährungsumstellung, körperliche Aktivität und in einigen Fällen eine Insulintherapie.

Trichomoniasis ist eine der häufigsten sexuell übertragenen Infektionen des Urogenitaltraktes. Sie wird vom einzelligen Flagellaten Trichomonas vaginalis verursacht und führt bei der Frau zu einer Entzündung der Vaginalschleimhaut mit Ausfluss. Häufig und besonders bei Männern verläuft die Infektion symptomlos. Die Erkrankung wird in der Regel mit einer oralen Einzeldosis von 2.0 g des Nitroimidazol-Antibiotikums Metronidazol behandelt. Alternativ kann auch Ornidazol verwendet werden.

Macrogol 4000 ist ein Abführmittel aus der Gruppe der Macrogole, das alleine oder in Kombination mit Salzen zur symptomatischen Behandlung der Verstopfung und zur Darmentleerung verwendet wird. Es bindet Wasser, erhöht das Stuhlvolumen und wirkt dadurch abführend. Macrogol 4000 wird weder absorbiert noch metabolisiert. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Blähungen, Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es wird auch als pharmazeutischer Hilfsstoff eingesetzt.

Pregabalin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiepileptika und der Nachfolgewirkstoff von Gabapentin. Es reduziert die Erregbarkeit der Nervenzellen im zentralen Nervensystem und hat schmerzlindernde, antiepileptische und angstlösende Eigenschaften. Pregabalin wird gegen Nervenschmerzen, Epilepsie und generalisierte Angststörungen eingesetzt. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Benommenheit und Schläfrigkeit. Obwohl Pregabalin strukturell ein GABA-Analog ist, bindet es nicht an GABA-Rezeptoren.

Gentianaviolett ist ein Farbstoff, der Ende des 19. Jahrhunderts vor der Entdeckung der modernen Antibiotika und Antimykotika in die Arzneimitteltherapie eingeführt wurde. Noch heute werden Gentianaviolettlösungen unter anderem in der Dermatologie und in der Pädiatrie eingesetzt. Was ist Gentianaviolett? Wie werden die Lösungen hergestellt und in welchen Indikationen werden sie verwendet? Ist die Anwendung sicher und zweckmässig? PharmaWiki hat diese Fragen in zahlreichen Quellen recherchiert und die Ergebnisse für Sie zusammengefasst.

Fentanyl ist ein hochpotenter Wirkstoff aus der Gruppe der synthetischen Opioide, der in verschiedenen Arzneiformen zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt wird. Aufgrund der Gefahr einer lebensbedrohlichen Atemdepression bei einer Überdosierung müssen die Vorsichtsmassnahmen und die Hinweise zur Anwendung genau beachtet werden. Weil Fentanyl über CYP3A4 metabolisiert und inaktiviert wird, sind zahlreiche Arzneimittel-Wechselwirkungen möglich.

Eine gutartige Prostatahyperplasie mit Störungen der Harnentleerung ist ein häufiges, chronisches und progressives Altersleiden bei Männern. Zu den Symptomen gehören Harndrang, eine häufige Harnentleerung, ein schwacher Harnstrahl, Unterbrechungen im Harnfluss, das Gefühl einer unvollständig entleerten Blase und Nachträufeln. Behandelt werden die Beschwerden nicht-medikamentös mit beobachtendem Abwarten und chirurgischen Methoden oder medikamentös mit Alphablockern, 5α-Reduktasehemmern und verschiedenen pflanzlichen Arzneimitteln.

Ein Scheidenpilz ist eine durch Hefepilze, meist Candida albicans oder andere Candida-Arten, hervorgerufene Infektion der Vagina und der Vulva. Sie äussert sich in Beschwerden wie Juckreiz und Brennen sowie Rötung, Schwellung und Ausfluss. Behandelt wird die Erkrankung in der Regel mit Pilzmitteln oder mit Antiseptika.

Eine akute, unkomplizierte Blasenentzündung tritt hauptsächlich bei Frauen auf. Zu den Symptomen gehören eine schmerzhafte, häufige und erschwerte Harnentleerung und ein starker Harndrang. Verursacht wird die Infektionskrankheit in den meisten Fällen vom Bakterium Escherichia coli. Zur medikamentösen Behandlung gilt die empirische Kurzzeittherapie mit einem Antibiotikum als Mittel der ersten Wahl.

Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien der Gattung Borrelia verursacht und durch einen Zeckenbiss auf den Menschen übertragen wird. Die Erkrankung äussert sich zunächst lokal als Hautausschlag, der sich ringförmig um die Einstichstelle ausdehnt und mehrere Wochen bestehen bleibt. Neben der Haut können innert Wochen bis Jahren auch das Nervensystem, der Bewegungsapparat und weitere Organe befallen werden. Zur Behandlung werden Antibiotika wie Tetrazykline, Penicilline, Cephalosporine und Makrolide eingesetzt.

Wallwurz (Symphytum officinale L., Boraginaceae) ist ein pflanzliches Arzneimittel, das äusserlich als Gel oder Salbe unter anderem bei rheumatischen Beschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen und nach Sportverletzungen aufgetragen wird. Zubereitungen mit Wallwurz wie Tees, Pulver oder Kapseln sollen nicht eingenommen werden, weil sie giftige Pyrrolizidinalkaloide enthalten können, die schwere unerwünschte Wirkungen verursachen. Bei äusserlicher Anwendung sind abgesehen von allergischen Reaktionen kaum Nebenwirkungen bekannt.

Kava (Piper methysticum, Piperaceae) ist ein pflanzliches Arzneimittel mit angstlösender und beruhigender Wirkung. Es wurde in Form von Extrakten bei Angst- und Spannungszuständen eingesetzt. Aufgrund einiger Fälle von Lebertoxizität wurde die Zulassung in der Schweiz im Jahr 2003 aufgehoben und derzeit sind keine Phytopharmaka mehr im Handel.

Grapefruitsaft kann zu Wechselwirkungen mit pharmazeutischen Wirkstoffen führen. Als wichtigster Mechanismus wird die Hemmung des metabolischen Enzyms CYP3A4 im Darm, nicht jedoch in der Leber, angesehen. Dies führt bei einigen Wirkstoffen zu einer deutlichen Erhöhung der Bioverfügbarkeit und kann so die pharmakologischen Effekte und die unerwünschten Wirkungen verstärken. Bereits ein einzelnes Glas Grapefruitsaft hemmt den Metabolismus für zirka 24 Stunden.

Nachtarbeit kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen, unter anderem zu Schlafstörungen, Schlafentzug, Reizbarkeit und reduzierter Leistungsfähigkeit. Die Ursache liegt darin, dass der Schlaf-Wach-Rhythmus nicht mit dem der inneren Uhr übereinstimmt. Zur Erhöhung der Verträglichkeit gibt es eine Reihe nicht-medikamentöser Empfehlungen. Zu den eingesetzten Arzneimitteln gehören Stimulantien wie Coffein, Schlafmittel und das Schlafhormon Melatonin. Melatonin ist in dieser Indikation bisher nicht zugelassen.

Indacaterol ist ein bronchienerweiterender Wirkstoff aus der Gruppe der ultralangwirksamen Beta2-Sympathomimetika. Es ist als Pulverinhalation für die bronchialerweiternde Erhaltungstherapie der Atemwegsobstruktion bei Erwachsenen mit COPD zugelassen. Die Wirkung tritt wie bei Salbutamol schnell ein, hält aber deutlich länger, während 24 Stunden, an. Indacaterol ist länger wirksam als Salmeterol und Formoterol und muss deshalb nur einmal täglich inhaliert werden. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Nasopharyngitis, Husten, Infektionen der oberen Atemwege und Kopfschmerzen.

Energy Drinks sind coffeinhaltige Spezialgetränke, die unter anderem Zucker, Coffein, Taurin und Vitamine enthalten. Sie werden bei erhöhter körperlicher oder geistiger Anstrengung konsumiert. Für die stimulierenden Effekte sind in erster Linie das Coffein und der Zucker verantwortlich. Zu den möglichen unerwünschten Effekten gehören Nebenwirkungen des Coffeins wie Nervosität, Schlafstörungen und Abhängigkeit.

Rotklee (Trifolium pratense, Fabaceae) ist ein pflanzliches Arzneimittel, das Isoflavone enthält, die zu den sogenannten Phytoöstrogenen gehören und schwach östrogen wirksam sind. Rotkleeblüten werden in der Volksmedizin als Nahrungsmittelergänzung zur Behandlung und Vorbeugung von Wechseljahrbeschwerden eingesetzt. Zur Wirksamkeit und den möglichen Risiken liegen keine ausreichenden Informationen vor. Die medizinische Anwendung ist deshalb aus unserer Sicht bisher nicht empfehlenswert.

Die Intertrigo oder der „Hautwolf“ ist eine entzündliche Hauterkrankung, die auf gegenüberliegenden Hautoberflächen in Hautfalten entsteht, zum Beispiel im Genitoanalbereich, an der Leiste, in Bauchfalten und unter den Brüsten. Verursacht wird sie zum einen von Reibung, gestauter Wärme und Feuchtigkeit, welche die Hautbarriere stören und zum anderen von einer Superinfektion mit Pilzen oder Bakterien. Zur Vorbeugung sollen die entsprechenden Stellen trocken und kühl gehalten werden. Zur medikamentösen Behandlung werden Antimykotika, Antibiotika, Desinfektionsmittel, Hautpflegemittel, Glucocorticoide und austrocknende Mittel wie Zinkpasten und Puder eingesetzt.

Dronedaron ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiarrhythmika, der als besser verträglicher Nachfolger für Amiodaron entwickelt wurde. Dronedaron wird zur Behandlung von bekanntem oder aktuell bestehendem Vorhofflimmern oder -flattern eingesetzt. Es reduziert die Wiederauftretenshäufigkeit dieser häufigen Herzrhythmusstörungen, stabilisiert den Sinusrhythmus und senkt die Herzfrequenz. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören ein langsamer Puls, Geschmacksstörungen, Verdauungsbeschwerden und Hautausschläge. Dronedaron kann das QT-Intervall verlängern und hat ein hohes Potential für Arzneimittel-Wechselwirkungen.

Die Badedermatitis wird von Saugwürmern der Gattung Trichobilharzia verursacht und tritt im Sommer nach dem Baden auf. Normalerweise befällt dieser Parasit Wasservögel, -tiere und -schnecken, er kann sich in warmen Gewässern aber fälschlicherweise auch in die Haut von Menschen einbohren und eine juckende allergische Hautreaktion auslösen. Der Befall wird als ungefährlich, oberflächlich und als selbstlimitierend angesehen, da der Mensch einen Fehlwirt darstellt und sich der Parasit nicht weiter vermehrt. Mögliche Komplikationen sind bisher aber nicht vollständig auszuschliessen.

Seit 2003 ist in der Schweiz ein Spezialextrakt aus Pestwurzblättern zur Behandlung von Heuschnupfen zugelassen. Der Extrakt ist im Vergleich mit anderen alternativmedizinischen Arzneimitteln in dieser Indikation klinisch gut dokumentiert und gilt als ähnlich gut wirksam wie Antihistaminika. Gleichzeitig tritt weniger Müdigkeit auf. Nachteilig ist, dass das Arzneimittel nur auf ärztliche Verordnung erhältlich ist und die Tabletten zwei- bis dreimal täglich eingenommen werden müssen. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden und es besteht das theoretische Risiko für sehr seltene Leberschädigungen.

Levonorgestrel, die „Pille danach“, ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Gestagene, der zur Notfallverhütung innerhalb von 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingesetzt wird. Das Arzneimittel ist auch in Apotheken ohne ärztliche Verordnung erhältlich. Die Abgabe erfolgt nach einem vertraulichen Beratungsgespräch. Unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit, Kopf- und Unterbauchschmerzen treten zwar häufig auf, sind aber vorübergehend. Das Arzneimittel darf nicht regelmässig, sondern ausschliesslich im Notfall angewandt werden.

Mit einer „Sonnenallergie“ ist in den meisten Fällen eine sogenannte polymorphe Lichtdermatose gemeint. Dabei handelt es sich um einen juckenden, geröteten und rauen Hautausschlag, der hauptsächlich im Frühling und Sommer bei empfindlichen Personen verzögert nach der Einstrahlung von Sonnenlicht (UV-Strahlung) auftritt. Zur Vorbeugung kann das UV-Licht gemieden, Arzneimittel eingenommen oder bei schwerem Verlauf eine Phototherapie durchgeführt werden. Zur Behandlung werden unter anderem orale und topische Glucocorticoide eingesetzt.

Molluscum contagiosum ist eine hochansteckende, gutartige Hauterkrankung, die vor allem bei Kindern und Immunsupprimierten vorkommt. Sie äussert sich in einzelnen bis zahlreichen hervorstehenden Papeln mit einer zentralen Vertiefung (Dellwarzen) und ist häufig von einem lästigen Juckreiz begleitet. Ursache der Erkrankung ist eine Infektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus, einem DNA-Virus aus der Familie der Pockenviren.

Chitosan ist ein fettbindendes Schlankheitsmittel, das zur Unterstützung der Behandlung von Übergewicht, zur Gewichtskontrolle und als Lipidsenker eingesetzt wird. Chitosan ist nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Medizinprodukt oder Nahrungsmittelergänzung verkauft. Die klinische Wirksamkeit ist aus unserer Sicht wissenschaftlich bisher nicht ausreichend belegt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden und allergische Reaktionen.

Ein chronischer Mundgeruch geht meistens vom Mundraum aus. Bakterien bilden auf der Zunge und in der Mundhöhle übelriechende Moleküle, welche mit der Atemluft ausgestossen werden. Seltener wird Mundgeruch auch von akuten oder chronischen Erkrankungen verursacht. Behandeln lässt er sich mit einer guten Mundhygiene, antibakteriellen Mundpflegeprodukten und Desodorantien.

Ein Eisenmangel äussert sich in unspezifischen Beschwerden wie Leistungsabfall, Müdigkeit und Störungen der Thermoregulation. Bei einem schweren Verlauf mit einer Blutarmut (Eisenmangelanämie) können Symptome wie Blässe, Ohnmacht, eine beschleunigte Atmung und ein schneller Herzschlag hinzukommen. Zu den möglichen Ursachen gehören eine ungenügende Aufnahme, Blutungen und ein erhöhter Bedarf. Junge Frauen sind häufiger betroffen, weil sie während der Regelblutung, der Schwangerschaft und Stillzeit Eisen verlieren. Mittel der ersten Wahl zur Behandlung ist die Einnahme Eisenhaltiger Arzneimittel. Alternativ wird Eisen in einigen Fällen auch intravenös verabreicht.

Glucosamin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Aminozucker, der als Nahrungsmittelergänzung zur Behandlung von Arthrosen eingenommen wird. Glucosamin soll schmerzlindernd und entzündungshemmend sein und die Knorpelsubstanz schützen oder aufbauen. Die klinische Wirksamkeit ist bei Fachleuten umstritten und Glucosamin ist in der Schweiz bisher nicht als Arzneimittel zugelassen. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Der Wirkstoff soll bei Asthma, Diabetes und Hypercholesterinämie mit Vorsicht angewendet werden.

Gliptine oder Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitoren sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt werden. Ihre Effekte entsprechen weitgehend jenen der körpereigenen Inkretine. Sie fördern die Insulinfreisetzung und die Aufnahme der Glucose in die Gewebe. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Kopfschmerzen und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Sehr selten kann möglicherweise eine gefährliche akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse auftreten.

Menstruationsbeschwerden treten vor allem bei jungen Frauen auf und äussern sich in krampfartigen Schmerzen im Unterleib, die mit der Menstruation einsetzen und wenige Tage anhalten. Die wichtigste Ursache ist die verstärkte Freisetzung von Prostaglandinen. Deswegen werden zur Behandlung häufig nicht-steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen eingesetzt, welche die Bildung dieser Gewebshormone hemmen. Neben den NSAID sind auch nicht-medikamentöse Massnahmen, hormonelle Empfängnisverhütungsmittel, Spasmolytika und andere Arzneimittel wirksam.

Antihistaminika-Augentropfen sind Augentropfen mit antihistaminen, antiallergischen und teilweise mastzellstabilisierenden Wirkungen. Sie werden zur symptomatischen Behandlung einer allergischen Bindehautentzündung eingesetzt und üblicherweise zwei- bis maximal viermal täglich in die Augen gegeben. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Reaktionen am Auge wie Rötung und Brennen. Systemische Nebenwirkungen sind hingegen selten.

Eine akute bakterielle Bindehautentzündung beginnt meist an einem Auge und breitet sich innert ein bis zwei Tagen auf das andere aus. Sie äussert sich in einer Rötung der Bindehaut und in einer eitrigen Absonderung, die besonders am Morgen zu einem verklebt-verkrusteten Auge führt. Weitere Beschwerden sind ein Fremdkörpergefühl und Juckreiz. Als Erreger kommen verschiedene Bakterien in Frage. Antibiotika-Augentropfen sind das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung. Die Erkrankung ist zwar häufig selbstlimitierend und dauert nur eine bis zwei Wochen, je nach Erreger sind aber auch Komplikationen möglich.

Tafluprost ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Prostaglandin-Analoga zur Senkung des Augeninnendrucks bei einem Offenwinkelglaukom und erhöhtem Augeninnendruck. Es ist in Form von Augentropfen im Handel, die einmal täglich abends angewendet werden. Im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten sind die Tropfen ohne das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid erhältlich. Tafluprost darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, rote Augen, lokale Reaktionen am Auge, Veränderungen der Wimpern und eine verstärkte Irispigmentierung.

Disulfiram, besser bekannt als Antabus®, ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Entwöhnungsmittel, der zur unterstützenden Behandlung von Alkoholismus eingesetzt wird. Es hemmt die Acetaldehyd-Dehydrogenase und damit den vollständigen metabolischen Abbau von Alkohol. Wird während der Behandlung trotzdem getrunken, kommt es zu einer unangenehmen Unverträglichkeitsreaktion, die sich in einer Hautrötung, Gefässerweiterung, tiefem Blutdruck und einem schnellen Herzschlag äussert.

Pantoprazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Protonenpumpen-Inhibitoren, der die Magensäuresekretion hemmt. Es wird auf ärztliche Verschreibung unter anderem bei der Refluxkrankheit und bei Magen- und Darmgeschwüren eingesetzt. Im Dezember 2009 wurde Pantoprazol für die Selbstmedikation zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxbeschwerden wie Magenbrennen und saurem Aufstossen freigegeben. Es wird dazu einmal täglich morgens während maximal 4 Wochen eingenommen. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel und Verdauungsstörungen.

Metformin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Biguanide zur Behandlung von Diabetes mellitus. Es hemmt die Bildung von Glucose in der Leber und fördert seine Aufnahme in den Muskel. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Geschmacksstörungen. Im Gegensatz zu anderen Antidiabetika verursacht Metformin keine Hypoglykämie. Die gefürchtete und oft tödliche Laktatazidose tritt äusserst selten auf.

Eine Streptokokken-Angina ist eine bakterielle Infektion, die von betahämolytischen Streptokokken der Gruppe A ausgelöst wird. Sie äussert sich in einer schmerzhaften Entzündung der Gaumenmandeln und des Rachens und tritt meist in Kombination mit Fieber auf, aber ohne Husten. Die Erkrankung ist bei Kindern häufig und kann selten zu schweren Komplikationen führen. Mittel der ersten Wahl zur Behandlung sind Antibiotika.

Capsaicin ist ein Inhaltsstoff aus den Früchten von Capsicum-Arten mit lokal wärmender, durchblutungsfördernder, reizender und schmerzlindernder Wirkung. Es wird als Crème und Pflaster gegen Nervenschmerzen eingesetzt. Capsicumextrakte werden bei Muskel- und Gelenkschmerzen und rheumatischen Beschwerden angewendet. Zu den unerwünschten Wirkungen gehören lokale Reaktionen wie Brennen und Hautrötung.

Lubiproston ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Chloridkanal-Aktivatoren, der in der Schweiz im November 2009 zur Behandlung der chronisch-idiopathischen Verstopfung bei Erwachsenen ab 18 Jahren zugelassen wurde. Es fördert den Transport von Chloridionen über ClC-2-Kanäle in den Darm, was zu einer verstärkten parazellulären Flüssigkeitsekretion führt und die Darmentleerung begünstigt. Zu den am häufigsten beobachteten unerwünschten Wirkungen gehören Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen und Kopfschmerzen.

Archiv 2009

Oxycodon und Naloxon Oxycodon ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Opioide zur Behandlung starker Schmerzen verschiedener Ursache. Eine häufige unerwünschte Wirkung der Behandlung ist Verstopfung. Naloxon ist ein lokal im Darm wirksamer Opioid-Antagonist, der in einer fixen retardierten Kombination mit Oxycodon eingenommen wird, um dieser unerwünschten Wirkung entgegenzuwirken.

Das Serotoninsyndrom wird durch eine verstärkte zentrale und periphere synaptische Serotoninwirkung verursacht. Es äussert sich in Symptomen wie Durchfall, Fieber, schneller Puls, Schwitzen, Verwirrung, Zittern und Muskelzuckungen und kann bei einem schweren Verlauf einen tödlichen Ausgang nehmen. Eine bekannte und gut dokumentierte Ursache ist die Kombination eines Serotonin-Wiederaufnahmehemmers (SSRI) mit einem Monoaminooxidasehemmer (MAOI). Zahlreiche weitere, häufig verschriebene Medikamente, kommen als mögliche Auslöser in Frage.

Noroviren sind RNA-Viren, die eine Magen-Darm-Grippe mit Durchfall und Erbrechen verursachen. Sie werden von Person zu Person, über die Luft, kontaminierte Gegenstände, Wasser und Nahrungsmittel übertragen. Aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit kommt es regelmässig zu grösseren lokalen Ausbrüchen, zum Beispiel in Alters- und Pflegeheimen, in der Familie, auf Kreuzfahrten, in Hotels und Ferienlagern

Nasenbluten bezeichnet eine aktive Blutung in der Nasenhöhle und kommt häufig bei Kindern und älteren Erwachsenen vor. Neben einfachen Ursachen wie kleinen Verletzungen, Schnupfen oder trockener Luft können auch Krankheiten und Medikamente die Blutungen auslösen. Zur Behandlung soll sich der Patient aufrecht hinsetzen, den Kopf leicht nach vorne neigen und die Nasenflügel während 10 bis 20 Minuten zusammendrücken. In der Selbstmedikation wird unter anderem blutstillende Watte aus Calciumalginat eingesetzt.

Beim Telogeneffluvium fallen mehr Haare als gewöhnlich über das ganze Kopfhaar verteilt aus. Verantwortlich ist meist ein zurückliegender einmaliger oder andauernder Auslöser wie zum Beispiel das Ende der Schwangerschaft, eine Erkrankung, ein Nährstoffmangel oder eine Operation. Zur Behandlung genügt in der Regel das Entfernen dieses Auslösers und ein beobachtendes Abwarten während einiger Monate.

Die schwarze Haarzunge (Lingua villosa nigra) äussert sich in einem pelzartigen Belag, der durch eine Verlängerung der Fadenpapillen auf dem mittleren und hinteren Anteil der Zunge entsteht. Diese „Haare“ werden durch Mikroorganismen, Lebens- und Genussmittel grün, braun oder schwarz gefärbt. Zwar sind viele Risikofaktoren bekannt, aber die genaue Ursache bleibt bisher ungeklärt. Zur Behandlung gilt die regelmässige Reinigung mit einer weichen Zahnbürste als Mittel der ersten Wahl.

Eine akute und eitrige Entzündung des Mittelohrs wird in den meisten Fällen von Bakterien ausgelöst und ist eine typische Kinderkrankheit. Zu den Symptomen gehören Ohrenschmerzen und unspezifische Beschwerden wie Fieber, Bauchschmerzen und Reizbarkeit. Zur Behandlung werden in erster Linie Schmerzmittel eingesetzt. Aufgrund der hohen Spontanheilungsrate werden Antibiotika heute zurückhaltend verwendet.

Pityriasis versicolor ist eine häufige, gutartige und chronisch wiederkehrende Hauterkrankung, die von Pilzen der Gattung Malassezia ausgelöst wird. An talgreichen Hautregionen wie zum Beispiel am Rücken treten hyper- oder hypopigmentierte Flecken auf. Zur Behandlung werden Antimykotika oder Keratolytika eingesetzt.

Die Meulengracht-Krankheit äussert sich in einer leichten Erhöhung des Häm-Abbauprodukts Bilirubin im Blut. Sie kann zu einer Gelbfärbung der Haut und der Augen, zu einem veränderten Arzneimittel-Metabolismus und zu unspezifischen Beschwerden führen. Mit geschätzten 3 bis 10% sind vermutlich grosse Teile der Bevölkerung betroffen.

Die Muskatnuss ist der getrocknete und von der Samenschale befreite Kern der Frucht des Muskatbaums (Myristica frangrans, Myristicaceae). Sie enthält ätherisches und fettes Öl und wird hauptsächlich als Gewürz verwendet. Das ätherische Öl ist in Erkältungsbalsamen und verdauungsfördernden Mitteln enthalten. Da bei der Einnahme von über 10 g Muskatnuss eine Art Rauschzustand auftritt, experimentieren Jugendliche und Studierende damit. Aufgrund der unerwünschten Wirkungen sollte davon abgeraten werden.

Rivaroxaban ist ein antithrombotischer Wirkstoff aus der Gruppe der direkten Faktor-Xa-Inhibitoren. Er hemmt selektiv den Faktor Xa, eine Serinprotease, die Prothrombin zu Thrombin überführt und in der Blutgerinnungskaskade eine zentrale Rolle spielt. Rivaroxaban wird zur Vorbeugung thromboembolischer Komplikationen nach grösseren orthopädischen Operationen an den unteren Extremitäten eingesetzt und kann als Tablette eingenommen werden.

Die atopische Dermatitis oder Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der schubweise Ekzeme auftreten. Die Erkrankung beginnt meist schon im Säuglingsalter und betrifft vor allem Kinder. Die Patienten haben eine trockene Haut und werden von einem hartnäckigen Juckreiz geplagt. Zur medikamentösen Behandlung werden in erster Linie Hautpflegemittel und Glucocorticoide eingesetzt. Sekundär stehen neben den topischen Calcineurinhemmern zahlreiche weitere Arzneimittel zur Verfügung.

Menthol ist ein Monoterpen mit minzig-frischem Geruch, das natürlicherweise im ätherischen Öl von Pflanzen der Gattung Mentha vorkommt, also beispielsweise in Pfefferminzblättern. Es hat kühlende, juckreiz- und schmerzlindernde Wirkungen und ist in zahlreichen Arzneimitteln enthalten.

Zahnungsbeschwerden Das Zahnen kann bei Säuglingen und Kleinkindern leichte Beschwerden wie Reizbarkeit, Schlafstörungen, lokale Schmerzen und Entzündungen hervorrufen, krank macht es aber nicht. Das Beissen auf harte Gegenstände wie einen gekühlten Beissring oder Lebensmittel lindert die Symptome und gilt als Mittel der ersten Wahl. Eingesetzt werden auch verschiedene schul- und alternativmedizinische Heilmittel.

Eine Rhinitis medicamentosa entsteht als Folge eines längerfristigen Gebrauchs abschwellender Nasensprays oder -tropfen und äussert sich in einer chronischen Schwellung der Schleimhaut. Die Patienten entwickeln eine Abhängigkeit vom Nasenmittel, das immer wieder benötigt wird, um die Nase frei zu bekommen.

Pelargonium sidoides ist eine Arzneipflanze aus Südafrika, die in Form eines alkoholischen Extrakts zur Behandlung einer akuten Bronchitis zugelassen ist (Umckaloabo®). Off-Label werden Pelargoniumextrakte auch bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Als unerwünschte Wirkungen treten gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden und selten Überempfindlichkeitsreaktionen auf.

Nasenpolypen sind gutartige Schleimhautvorwölbungen der Nasenhöhle. Sie führen zu einer nasalen Verengung, einem wässrigen Ausfluss und Störungen des Geruchssinns. Die Polypen treten wahrscheinlich als Folge chronischer Entzündungsprozesse auf, aber die genaue Ursache ist unbekannt. Mittel der ersten Wahl sind nasal applizierte Glucocorticoide wie Fluticason, Budesonid oder Mometason, eventuell ergänzt durch orale Glucocorticoide. Bei einem schweren Verlauf werden die Polypen chirurgisch entfernt.

Aphthen sind schmerzhafte und häufig wiederkehrende Läsionen der Mundschleimhaut, die rasch entstehen und je nach Grösse einige Tage bis Wochen zur Abheilung benötigen. Die genaue Ursache ist noch nicht aufgeklärt worden, aber einige mögliche Auslöser sind bekannt. Zur Behandlung werden hauptsächlich lokale schmerz- und entzündungshemmende, sowie desinfizierende Arzneimittel angewendet. Beim Auftreten von Begleitsymptomen oder einem schwerem Verlauf sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Heiserkeit ist eine Veränderung der Stimmqualität bis zum Stimmverlust. Zwei häufige Ursachen sind eine Erkältung und eine Überbeanspruchung. Heiserkeit ist nicht immer ein triviales Symptom und sollte vor allem bei längerer Dauer, unklarer Ursache und Begleitsymptomen ärztlich abgeklärt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Ciclopirox gegen Nagelpilz - Ciclopirox ist ein Antimykotikum aus der Gruppe der Hydroxpyridonderivate zur Behandlung von Pilzinfektionen. In der Schweiz wurde kürzlich ein Hydrolack mit 8% Ciclopirox zur Behandlung von Nagelpilz zugelassen. Eine Übersicht über die neue Therapiemöglichkeit.

Die Alopecia areata ist eine Autoimmunerkrankung mit örtlich begrenzten, kahlen Stellen im Kopf- oder Körperhaar. Je nach Verlauf bildet sich der Haarausfall spontan zurück oder es entstehen weitere Läsionen. Zur medikamentösen Behandlung werden in erster Linie Glucocorticoide eingesetzt. In ausgedehnten Fällen kann auch die Auslösung eines allergischen Kontaktekzems auf der Kopfhaut das Haarwachstum wieder ermöglichen

Filzläuse sind krabbenähnliche Insekten, die im Schamhaar des Menschen leben, Blut saugen und sich vermehren. Sie können auch an der übrigen Körperbehaarung vorkommen. Die Läuse werden bei engem körperlichen Kontakt vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Leitsymptom ist Juckreiz, zu den Komplikationen gehören Hauterkrankungen. Zur Behandlung ist in der Schweiz offiziell nur noch das Insektizid Malathion als Arzneimittel zugelassen.

Bei einer chronisch-venösen Insuffizienz ist der Rückfluss des Bluts zum Herzen gestört und es kommt zu einem lokalen Überdruck im venösen System der Beine. Dies führt zu erweiterten Venen, Krampfadern, schweren und schmerzenden Beinen mit Schwellungen, Haut- und Gewebeveränderungen und im Endstadium zu Unterschenkelgeschwüren. Als Mittel der 1. Wahl zur Behandlung gelten Kompressionsstrümpfe und Lebensstilveränderungen. Eine Reihe mehrheitlich pflanzlicher Venenmittel kann unterstützend eingesetzt werden.

Ein Spannungskopfschmerz ist ein beidseitiger, milder bis mittelschwerer Kopfschmerz, der wie ein Band von der Stirne ausgeht und bis zum Hinterkopf reicht. Der Schmerz ist ziehend, drückend und beengend. Typische Zeichen der Migräne wie einseitige und pulsierende Schmerzen, Aura, Übelkeit und Erbrechen fehlen, aber eine leichte Licht- oder Lärmempfindlichkeit und leichte Übelkeit können vorkommen. Eine Übersicht über präventive und therapeutische Massnahmen.

Wandern, eine meist zweckfreie und beliebte Freizeitbeschäftigung, klärt den Geist und stärkt den Körper - ist aber auch mit spezifischen Gesundheitsproblemen assoziiert. Besonders bei grösseren Unternehmungen können Beschwerden wie Hautwolf, Höhenkrankheit, Zeckenbisse, Hautblasen, Sonnenbrand und Ähnliches auftreten. PharmaWiki gibt eine Übersicht über gesundheitliche Herausforderungen beim Wandern und präventive und therapeutische Massnahmen.

Eine Reisediarrhoe ist eine meist bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankung, die bei Reisenden aus industrialisierten Ländern auftritt, die ein Risikogebiet besuchen. Übertragen wird sie hauptsächlich durch kontaminierte Lebensmittel. Zur Vorbeugung sollen bestimmte Verhaltensempfehlungen befolgt und Lebensmittel sorgfältig ausgewählt werden. Bei der Behandlung steht der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlusts im Vordergrund. Loperamid ist schnell und gut wirksam, Probiotika unterstützen die Darmflora und sind gut verträglich. Bei Fieber und Blut im Stuhl werden auch Antibiotika verordnet.

Lutein und Zeaxanthin sind orangegelbe Carotinoide pflanzlicher Herkunft, die beim Menschen im Gelben Fleck der Netzhaut angereichert werden und die Sehzellen vor kurzwelligem Licht und freien Radikalen schützen. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit den Pigmenten möglicherweise das Risiko für die Entstehung einer altersabhängigen Makuladegeneration und eines Grauen Stars reduzieren und deren Verlauf beeinflussen kann. Aufgrund der bisher ungenügenden wissenschaftlichen Datenlage ist der Einsatz als Nahrungsmittelergänzung nicht unbestritten.

Antiadiposita (Schlankheitsmittel) sind Arzneimittel zur Behandlung von Übergewicht und Fettleibigkeit. Mit den Mitteln soll das Körpergewicht reduziert oder gehalten und assoziierte Gesundheitsrisiken vermindert werden. In der Schweiz sind derzeit nur zwei Wirkstoffe als eigentliche Antiadiposita registriert, der Appetitzügler Sibutramin und der Lipasehemmer Orlistat. Viele weitere Medikamente sind antiadipös wirksam, aber nicht in dieser Indikation zugelassen. Schliesslich sind unzählige alternative Mittel im Handel.

Die Infektion mit Madenwürmern ist die häufigste Wurminfektion in den gemässigten Breiten und wird vor allem bei Kindern beobachtet. Typische Symptome sind der nächtlich auftretende Juckreiz im Analbereich und ein unruhiger Schlaf. Die Übertragung erfolgt durch die orale Aufnahme von Wurmeiern. Ein Problem stellt die eine anal-orale Wiederinfektion der Patienten und die Ausbreitung auf andere Familienmitglieder dar. Der Befall wird mit Wurmmitteln behandelt.

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die im Kopfhaar leben, sich vom Blut des Wirts ernähren und fortpflanzen. Sie werden durch engen Kontakt von Haar zu Haar übertragen, befallen hauptsächlich Kinder und sind im Sommer aktiver. Das Leitsymptom ist Juckreiz, zu den Komplikationen gehören Kopfhautaffektionen wie Ekzeme und bakterielle Superinfekte. Zur Behandlung stehen eine Reihe von Arzneimitteln zur Verfügung.

Juckreiz ist eine unangenehme Sinnesempfindung, die das Verlangen auslöst, sich zu kratzen. Er ist das Leitsymptom vieler Hauterkrankungen und wird auch durch systemische Erkrankungen ausgelöst. Juckreiz bessert durch Kühlen, Kratzen und das Zufügen von Schmerzen. Zur medikamentösen Behandlung werden zahlreiche Arzneimittel eingesetzt, je nach Ursache unter anderem Emollentien, Menthol und Kampfer, Antihistaminika, Glucocorticoide, Capsaicin, Opioid-Antagonisten und Antiepileptika.

Eine Flugreisen-Thrombose ist eine tiefe Venenthrombose, die während oder innert einiger Wochen nach einer Flugreise auftritt und zu einer Lungenembolie führen kann. Das Risiko ist gering, aber bei mehrstündigen Flügen und gleichzeitig vorhandenen individuellen Risikofaktoren erhöht. Sollen zur Vorbeugung Wadenstrümpfe getragen und Medikamente verabreicht werden? PharmaWiki beantwortet alle wichtigen Fragen.

Die infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) ist eine durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöste Infektionskrankheit, die sich akut in starken Hals- und Schluckschmerzen, einer Mandelentzündung, Fieber, Abgeschlagenheit und Müdigkeit äussert. Die Erkrankung wird beim Küssen via Speichel übertragen und tritt vor allem bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen auf. PharmaWiki gibt eine umfassende Übersicht.

Atomoxetin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der selektiven Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer und wird zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS eingesetzt. Im Gegensatz zu Methylphenidat (z.B. Ritalin®) ist Atomoxetin kein stimulierendes Amphetamin und untersteht nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Die Reisekrankheit (medizinisch: Kinetose) ist keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion auf widersprüchliche Bewegungsreize, die den Organismus überfordern. Sie tritt zum Beispiel beim Autofahren, auf dem Schiff und im Raumschiff, im Neigezug, bei Flugreisen oder beim Kamelritt auf. Zu den Beschwerden gehören kalter Schweiss, Blässe, Übelkeit und Erbrechen. Besonders anfällig sind Kinder zwischen 3 und 12 Jahren.

Die Lactoseintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, die auf einem Mangel des Enzyms Lactase im Dünndarm beruht. Lactose (Milchzucker) gelangt unverdaut in den Dickdarm und löst Beschwerden wie Krämpfe, Blähungen und Durchfall aus. PharmaWiki gibt eine umfassende Übersicht.

Insektenstiche - Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen sind mit einem Stachelapparat ausgerüstet, den sie zur Verteidigung oder zum Jagen einsetzen. Beim Stich injizieren sie ein Gift, das beim Menschen milde lokale bis gefährliche allgemeine Beschwerden auslöst. Die Vorbeugung und Behandlung richtet sich nach dem Verlauf.

Sonnenbrand ist eine Hautrötung, die durch eine übermässige Bestrahlung mit UV-B-Strahlen ausgelöst wird. Er entwickelt sich innert einiger Stunden und kann zu akuten und chronischen Komplikationen führen. Die zwei wichtigsten Massnahmen zur Behandlung sind eine gute initiale Kühlung und eine Hautpflege mit wasserhaltigen und wirkstofffreien Hautpflegemitteln.

Natriumsulfat oder Glaubersalz ist ein osmotisch abführendes Salz, das zur symptomatischen Behandlung der Verstopfung angewendet wird. In der Alternativmedizin ist es ein beliebtes Mittel zur Entschlackung, zum Beispiel im Rahmen einer Frühjahrskur.

Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit reagieren auf den Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel (z.B. reifer Käse, Wurst, Rotwein) mit pseudoallergischen Reaktionen. Zu den Symptomen gehören unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Kopfschmerzen, Nasenlaufen, tiefer Blutdruck und Hautreaktionen. Zugrunde liegt keine Allergie, sondern ein verminderter Abbau von Histamin im Darm.

Goji oder Gou Qi Zi ist ein Arzneimittel aus der traditionellen chinesischen Medizin mit antioxidativer Wirkung. Popularisiert durch die Werbung und die Medien wird es in der westlichen Alternativmedizin als Antiaging-Mittel gegen das Altern und verschiedene Erkrankungen eingesetzt.

Eine cholinerge Urticaria ist ein Nesselfieber mit Hautrötung, Juckreiz und Quaddelbildung, das bei erhöhter Körpertemperatur auftritt. Typische Auslöser sind warmes Duschen oder Baden, emotionaler Stress und körperliche Aktivität. Jeder zehnte Jugendliche und junge Erwachsene ist betroffen.

Ein Tubenkatarrh ist eine Entzündung der Schleimhaut der Eustachi-Röhre, der Verbindung zwischen dem Nasen-Rachen-Raum und dem Mittelohr. Die Erkrankung führt zu einem Druckgefühl im Ohr und Störungen des Gehörs.

Stevia ist ein pflanzliches Süssungsmittel aus Südamerika, das als kalorienarmer und zahnschonender Zuckerersatz angewendet wird. Eine Übersicht über die Pflanze, die möglichen Anwendungen und die aktuelle rechtliche Situation in der Schweiz.

Melatonin ist ein Hormon der Zirbeldrüse, das hauptsächlich gegen Jet Lag angewendet wird und in dieser Indikation gemäss klinischen Studien gut wirksam ist. Melatonin ist in der Schweiz jedoch bisher nicht als Arzneimittel zugelassen. In der EU ist es zur Behandlung von Schlafstörungen bei älteren Menschen im Handel (Circadin®).

Ambroxol ist ein lokal schmerzbetäubender, schleimlösender und entzündungshemmender Wirkstoff, der bei Halsschmerzen und zur Behandlung von Atemwegserkrankungen mit zäher Schleimbildung angewendet wird.

Die Grippe ist eine durch Influenzaviren ausgelöste virale Infektionskrankheit, die durch Tröpfchen oder direkten Kontakt mit Sekreten übertragen wird. Zu den Symptomen gehören Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Reizhusten. Die Erkrankung wird kausal mit Neuraminidasehemmern oder symptomatisch mit verschiedenen lindernden Medikamenten behandelt.

Windpocken sind eine hochansteckende virale Infektionskrankheit mit einem charakteristischen Ausschlag am Rumpf und im Gesicht. Die Erkrankung tritt hauptsächlich bei Kindern unter 10 Jahren auf.

Eflornithin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Ornithin-Decarboxylase-Hemmer und wird äusserlich bei übermässigem Haarwachstum im Gesicht bei Frauen angewendet.

Opioide und Obstipation - Verstopfung ist eine häufige unerwünschte Wirkung bei einer Behandlung mit Opioiden.

N-Acetylcystein ist ein schleimlösender und antioxidativer Wirkstoff zur Behandlung von Atemwegserkrankungen mit zäher Sekretbildung oder einer Vergiftung mit Paracetamol.

Nagelpilz ist eine häufige Erkrankung der Zehen- und Fingernägel. Eine Übersicht über die Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
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