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Sonnenschutzmittel Arzneimittelgruppen

Sonnenschutzmittel absorbieren oder reflektieren die schädliche UV-Strahlung und schützen den Menschen so vor Sonnenbrand und den daraus folgenden Schäden. Bei der Anwendung ist zu beachten, dass die Produkte in ausreichender Menge zirka 30 Minuten vor der Sonnenexposition aufgetragen werden müssen und die Applikation besonders nach Aufenthalt im Wasser wiederholt werden muss.

synonym: Sonnencreme, Sonnenmilch, Sonnengel

Einteilung

Gemäss den Empfehlungen der European Cosmetic, Toiletry and Perfumery Association (COLIPA) von 2006 werden Sonnenschutzprodukte in vier Kategorien eingeteilt:

Kategorie Angegebener LSF Gemessener LSF
Niedriger Schutz 6, 10 6-14.9
Mittlerer Schutz 15, 20, 25 15-29.9
Hoher Schutz 30, 50 30-59.9
Sehr hoher Schutz 50+ 60+

Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist ein Mass für den UVB-Schutz und gibt an, wie viel mal länger man sich im Vergleich zur Eigenschutzzeit in der Sonne aufhalten kann, ohne dabei einen Sonnenbrand zu entwickeln. Er berechnet sich nach der folgenden Formel: Lichtschutzfaktor LSF = MED (mit Schutz) / MED (ohne Schutz)

MED = Minimale Erythem-Dosis, d.h. minimale UV-Dosis damit eine leicht sichtbares Erythem (Rötung) auftritt. Bei Lichtschutzfaktor 6 werden 83%, bei LSF 15 93%, ab LSF 20 ca. 95% und bei LSF 50+ >98% der UV-Strahlen absorbiert.

Wirkungen

Sonnenschutzmittel schützen die Haut vor der UV-Strahlung. Zwei Typen Substanzklassen werden unterschieden. Erstens organisch-chemische Lichtschutzstoffe, die vor UVB- und/oder UVA-Strahlung durch Umwandlung der schädlichen UV-Strahlung in harmlosere energieärmere Wärmestrahlung schützen. Dabei bestimmt das Absorptionsmaximum bestimmt, ob es sich um einen UVA-, UVB- oder Breitbandfilter handelt. Zweitens Physikalische bzw. anorganische Lichtschutzstoffe. Mikropigmente wirken durch Reflexion und Streuung der UV-Strahlen an den Pigmenten und weisen meist ein breites Wirkspektrum im UVA- und UVB-Bereich auf (sogenannter Breitbandfilter).

Indikationen

Sonnenschutzmittel werden zum Schutz vor den schädlichen Folgen der UV-Strahlung unter anderem zu Vorbeugung von Sonnenbrand, Photodermatosen (Sonnenallergie) und Hautkrebs eingesetzt.

Dosierung

Die Sonnenschutzmittel müssen etwa eine halbe Stunde vor Sonnenexposition grosszügig auf die Haut auftragen werden. Um den auf dem Produkt angegebenen Schutz zu erreichen, müssen 2mg/cm2 Sonnenschutzmittel aufgetragen werden. Dies entspricht für den Körper eines Erwachsenen zirka 3 Esslöffel (!) Nach dem Schwimmen soll das Sonnenschutzmittel erneut in derselben Menge auftragen (gilt auch für wasserfeste Sonnenschutzmittel). Die Lippen, Ohren, Nase, Schultern und Fussrücken sollen besonders gut eingecrèmt werden.

Wirkstoffe

Chemische Lichtschutzmittel weisen konjugierte Doppelbindungen auf, die für die Absorption der UV-Strahlung verantwortlich sind. Die organischen Filter dienen neben dem Schutz der Haut auch dem Schutz des Produktes selbst (Schutz vor UV-bedingter Zersetzung und Ausbleichung). Sie sind löslich, dringen in oberste Hautschicht ein und können Photoallergien und Hautreizungen auslösen. Die folgende Liste zeigt erlaubte UV-Filtersubstanzen gemäss Anhang 3 der Kosmetikverordnung VKos, Filter die nur zum Produktschutz eingesetzt werden, sind nachfolgend nicht aufgelistet.

Als physikalischer (anorganischer) Lichtschutzstoff wird Titandioxid verwendet. Es ist unlöslich und führt zu einer Weissfärbung der Haut. Es dringt nicht in die lebende Haut ein und löst keine allergischen Reaktionen aus. Zinkoxid wird ebenfalls zu den anorganischen Filtern gezählt, ist aber in der Schweiz nur als Produktschutz, nicht jedoch zum Schutz der Haut zugelassen.

Um das Spektrum der UV-Strahlen möglichst gut abzudecken und so einen bestmöglichen Sonnenschutz zu gewährleisten, müssen mehrere Lichtschutzfilter kombiniert werden. Ausserdem können photoinstabile Filter durch andere geschützt werden. Zwischen den Filtern kann es aber auch zu Interaktionen kommen, wodurch die Wirkung einzelner Filter wieder verloren gehen kann. So führt beispielsweise EHMC einem Wirkverlust von BM-DBM. Eine gezielte Auswahl bei der Komination der Filter ist daher unerlässlich. Als Zusätze werden unter anderem Tocopherol (Vitamin E), Ascorbinsäure (Vitamin C) und Flavonoide eingesetzt. Sie hemmen die Entstehung von UVB-induzierten Erythemen und lichtinduzierten DNA-Schädigungen.

Galenische Formen und ihre Eigenschaften

O/W-Emulsionen sind leicht verstreichbar und auch bei fettiger Haut und Akne geeignet. Ein Nachteil ist die geringe Wasserfestigkeit.

W/O-Emulsionen sind für trockene Haut gut geeignet, haben eine hohe Wasserfestigkeit und sind gut mit Pigmenten kombinierbar. Sie sind aber klebrig, ziehen weniger gut ein und sind deshalb bei einigen Kunden nicht beliebt.

Hydrodispersionsgele sind leicht verstreichbar und führen zu einem angenehmen Hautgefühl. Sie können ohne Emulgatoren und Konservierungsmittel hergestellt werden und sind daher gut geeignet für Leute mit Sonnenallergie. Sie sind für behaarte Hautstellen und bei fettiger Haut und Akne geeignet, haben aber eine geringe Wasserfestigkeit.

Liposomale Zubereitungen sind für jeden Hauttyp geeignet.

Sonnenschutzmittel in Sprays sind zwar leicht verteilbar, haben aber meist eine geringe Wasserfestigkeit.

Die Anwendung von Sonnenmilch ist gut geeignet für den Körper, jedoch nicht fürs Gesicht, da sie leicht in die Augen fliesst. Für das Gesicht sollten daher Sonnencrèmes verwendet werden.

Interaktionen

Kombinierte Sonnen- und Insektenschutzmittel werden nicht empfohlen, da die Repellents die Wirksamkeit der Sonnenschutzmittel um bis zu 30% vermindern können. Aus diesem Grund sollte ein Repellent erst 15 bis 30 Minuten nach dem Auftragen von Sonnencrème angewendet werden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehört die Mallorca-Akne (Acne aestivalis), eine allergische Reaktion, die durch eine Wechselwirkung zwischen der UV-Strahlung und den Emulgatoren in den Sonnenschutzmitteln bedingt ist, sowie Hautreizungen und Photoallergien. Eine östrogenartige Wirkung wird diskutiert, zum Beispiel für MBC.

siehe auch

Sonnenbrand, Photodermatosen

LiteraturAutorin

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autorin hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 29.7.2013 geändert.
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