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Suxamethoniumchlorid Arzneimittelgruppen Muskelrelaxanzien

Suxamethoniumchlorid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der depolarisierenden und nicht-kompetitiven Muskelrelaxanzien, der zur Lähmung der quergestreiften Skelettmuskulatur eingesetzt wird. Suxamethoniumchlorid wird unter anderem zur Erleichterung der Intubation in der Rettungsmedizin und vor chirurgischen Eingriffen verabreicht. Der Wirkstoff bindet wie Acetylcholin als Agonist an die nicotinischen Acetylcholin-Rezeptoren, erregt den Muskel und verhindert eine Repolarisation, weil er langsamer abgebaut wird. Das Arzneimittel wird intravenös oder intramuskulär gespritzt. Die Effekte treten innert einer Minute ein und halten nur wenige Minuten an. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem unwillkürliche Muskelkontraktionen, eine Hyperkaliämie, Herzrhythmusstörungen, eine Myoglobinämie und Überempfindlichkeitsreaktionen.

synonym: Suxamethonii chloridum PhEur, Succinylcholin, Anectine®

Produkte

Suxamethoniumchlorid ist als Injektionslösung im Handel (Lysthenon®, Succinolin®). Es wurde in den 1950er-Jahren eingeführt und ist in der Schweiz seit 1954 zugelassen.

Suxamethoniumchlorid wird vor allem im Englischen auch als Succinylcholin resp. Succinylcholinchlorid bezeichnet. Im Jargon wird es auch Suxi oder Sux genannt.

Struktur und Eigenschaften

Suxamethoniumchlorid (C14H30Cl2N2O4 · 2 H2O, Mr = 397.3 g/mol) ist der Diester der Bernsteinsäure (Succinylsäure) mit zwei Molekülen Cholin. Formal handelt es sich um zwei Moleküle Acetylcholin, die kovalent miteinander verbunden sind. Suxamethoniumchlorid liegt als weisses, kristallines und hygroskopisches Pulver mit einem leicht bitteren Geschmack vor, das in Wasser leicht löslich ist.

Wirkungen

Suxamethoniumchlorid (ATC M03AB01 ) hat muskelrelaxierende Eigenschaften und führt zu einer Lähmung der quergestreiften Skelettmuskulatur. Es gehört zu den depolarisierenden und nicht-kompetitiven Muskelrelaxanzien.

Suxamethonium besetzt anstelle des natürlichen Transmitters Acetylcholin die nicotinischen Acetylcholin-Rezeptoren an der motorischen Endplatte und löst eine Depolarisation und eine Erregung der Muskelfaser aus. Es ist ein Agonist an diesem Rezeptor.

Im Unterschied zu Acetylcholin folgt im Anschluss keine Repolarisation, weshalb der Muskel von Acetylcholin vorübergehend nicht mehr erregt werden kann. Denn Suxamethonium wird von Butyrylcholinesterasen (Plasma-Cholinesterasen) und nicht von Acetylcholinesterasen des Gewebes inaktiviert.

Die Wirkungen treten schnell, innert einer Minute, ein und halten nur wenige Minuten an, sofern das Medikament nicht weiterhin zugeführt wird.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird intravenös oder intramuskulär verabreicht.

Missbrauch

Suxamethoniumchlorid wurde in der Vergangenheit für Giftmorde missbraucht. Es lähmt die Atemmuskulatur und führt zu einem Atemstillstand. Patienten, die Suxamethoniumchlorid enthalten, müssen deshalb immer künstlich beatmet werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören:

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 17.4.2017 geändert.
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