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Trazodon Arzneimittelgruppen Antidepressiva SARI

Trazodon ist ein stimmungsaufhellendes und sedierendes Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen mit oder ohne Angststörung zugelassen ist. Off-Label wird Trazodon häufig als Schlafmittel gegen Schlafstörungen bei nicht-depressiven Patienten eingesetzt; diese Praxis ist nicht unumstritten. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsverlust, tiefer Blutdruck und zentrale Störungen. Bei der Kombination mit anderen serotonergen Arzneimitteln besteht die Gefahr eines Serotoninsyndroms.

synonym: Trazodonum, Trazodoni hydrochloridum, Trazodonhydrochlorid

Produkte

Trazodon ist in Form von Filmtabletten und Retardtabletten im Handel (Trittico® / -retard). Der Wirkstoff wurde 1966 bei Angelini in Italien entwickelt und ist in der Schweiz seit 1985 zugelassen. Auto-Generika sind registriert.

Struktur und Eigenschaften

Trazodon (C19H22ClN5O, Mr = 371.9 g/mol) ist in Arzneimitteln als Trazodonhydrochlorid enthalten. Es ist ein Triazolpyridin- und Phenylpiperazinderivat und unterscheidet sich strukturell von anderen Antidepressiva. Es liegt als weisses, kristallines Pulver vor, das in Wasser leicht löslich ist.

Wirkungen

Trazodon (ATC N06AX05 ) hat antidepressive, beruhigende und in tiefen Dosen schlaffördernde Eigenschaften. Die Wirkungen werden auf die Wiederaufnahme von Serotonin in das präsynaptische Neuron und auf den Antagonismus an 5-HT2-Rezeptoren zurückgeführt. Gemäss der Literatur ist Trazodon ferner ein Alphablocker, was die möglichen unerwünschten Wirkungen tiefer Blutdruck und Dauererektion (Priapismus) erklären könnte. Im Gegensatz zu anderen Antidepressiva und Neuroleptika ist es nicht anticholinerg und nicht antidopaminerg.

Indikationen

Trazodon ist zur Behandlung von Depressionen mit oder ohne Angststörung zugelassen. Aufgrund seiner sedierend-hypnotischen Eigenschaften wird es Off-Label häufig gegen Schlafstörungen bei nicht-depressiven Patienten eingesetzt. Die Dosis beträgt dafür 25 bis 100 mg. In den USA ist es mittlerweile das am häufigsten verschriebene Schlafmittel noch vor Zolpidem (!) Allerdings ist es für diese Anwendung bisher nicht von den Behörden freigegeben und diese Praxis ist nicht unbestritten. Eine ausführliche Diskussion findet sich zum Beispiel bei Mendelson (2005).

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die übliche Tagesdosis für Erwachsene liegt bei 75–150 mg pro Tag und kann bis auf 300 mg, im Krankenhaus sogar bis auf 600 mg erhöht werden. Die Dosen werden entweder aufgeteilt nach den Mahlzeiten oder als Einzeldosis abends vor dem Schlafengehen verabreicht.

Kontraindikationen

Trazodon ist bei Überempfindlichkeit und bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren kontraindiziert, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Trazodon wird von CYP3A4 metabolisiert. CYP3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika oder HIV-Proteasehemmer können zu einem Anstieg der Plasmakonzentrationen führen. Die Trazodondosis muss entsprechend reduziert werden. Umgekehrt können CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin zu einem Konzentrationsabfall führen. Die zentral dämpfende Wirkung von Alkohol und anderen dämpfenden Stoffen kann verstärkt werden. Trazodon soll nicht mit MAO-Hemmern kombiniert werden (Serotoninsyndrom). Weitere Interaktionen wurden mit Buspiron, Antihypertonika, Muskelrelaxanzien, Anästhetika, Clonidin, Digoxin, Phenytoin und Johanniskraut beschrieben. Bei der Kombination mit serotonergen Wirkstoffen kann sich ein Serotoninsyndrom entwickeln.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall, Überempfindlichkeitsreaktionen, Gewichtsverlust, schneller oder langsamer Puls, tiefer Blutdruck, Hitzewallungen und Hautausschläge.

Ferner können auftreten: Zentrale Störungen wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit, Zittern, Serotoninsyndrom, Krampfanfälle, Verwirrung, Schläfrigkeit, Schwächegefühl und Benommenheit. Zu den seltenen Nebenwirkungen gehören Blutbildveränderungen, Sehstörungen, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckerhöhung, eine schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus) und Leberstörungen.

siehe unter

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotoninsyndrom

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehung zum Hersteller der erwähnten Produkte und ist nicht am Verkauf beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.12.2017 geändert.
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