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Plasmakonzentration Pharmakokinetik

Die Plasmakonzentration ist die Konzentration eines pharmazeutischen Wirkstoffs im Blutplasma zu einem bestimmten Zeitpunkt nach der Verabreichung.

synonym: Plasmaspiegel, Cp, Konzentration-Zeit-Kurve

Definition

Als Plasmakonzentration wird die Konzentration eines pharmazeutischen Wirkstoffs im Blutplasma zu einem bestimmten Zeitpunkt nach der Verabreichung bezeichnet. Das Plasma ist der flüssige Anteil des Bluts ohne seine zellulären Bestandteile. Die Konzentration wird typischerweise in µg/ml angegeben.

Plasmakonzentration-Zeit-Kurven

Wird der Plasmaspiegel mehrmals nach der Verabreichung gemessen, kann aus den Werten eine Plasmakonzentration-Zeit-Kurve erstellt werden. Die Abbildung zeigt den idealisierten Verlauf nach der Einnahme einer Tablette:

Plasmakonzentration-Zeit-Kurve, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWiki

Die Gestalt der Kurve widerspiegelt die Pharmakokinetik des Wirkstoffs. Zu den Einflussfaktoren gehören:

Wird also beispielsweise die Dosis erhöht, steigt die maximale Plasmakonzentration an. Aus den gemessenen Werten lassen sich verschiedene pharmakokinetische Parameter gewinnen, mit welchen der Wirkstoff charakterisiert werden kann. Die Kurve kann mathematisch berechnet werden (z.B. Bateman-Funktion).

Maximale Plasmakonzentration

Cmax ist die höchste Plasmakonzentration, die nach der Verabreichung des Arzneimittels erreicht wird. Sie hängt bei der peroralen Gabe wesentlich von der Absorptionsgeschwindigkeit ab. Je schneller der Wirkstoff in den Organismus gelangt, umso höher ist Cmax. Die Kurve wird nach links verschoben. Wird ein Arzneimittel mit Nahrung verabreicht, wird Cmax häufig – aber nicht immer – später erreicht und die Spitze flacht ab. Die Kurve verschiebt sich nach rechts.

Die Zeit, welche von der Applikation bis zur maximalen Konzentration verstreicht, wird als tmax bezeichnet. Arzneimittel-Wechselwirkungen können zu einer Erhöhung von Cmax führen und das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen.

Fläche unter der Kurve (AUC)

Die Fläche unter der Kurve (AUC: Area Under the Curve) ist bei einer intravenösen Applikation immer gleich, unabhängig von der Geschwindigkeit und dem Ort der Injektion. Sie ist direkt proportional zur verabreichten Dosis. Bei der peroralen Verabreichung ist sie in der Regel geringer, weil sich dem Wirkstoff verschiedene Barrieren in den Weg stellen. Die → Bioverfügbarkeit F ist der Quotient der oralen und der intravenösen AUC.

Weitere Funktionen der Plasmakonzentration

Die Plasmakonzentration zeigt an, dass ein Wirkstoff absorbiert wird und systemische Effekte ausüben kann. Häufig kann eine Beziehung zu den pharmakologischen Effekten hergestellt werden.

Die Tatsache, dass ein Wirkstoff im Blut erscheint, bedeutet allerdings nicht, dass er auch pharmakologisch aktiv ist. Wird er beispielsweise nicht zu seinem Drug Target verteilt – etwa hinter der Blut-Hirn-Schranke im Gehirn – kann er seine Wirkungen nicht ausüben.

Die Plasmakonzentration kann zur Überwachung einer Therapie gemessen werden. So wird zum Beispiel beim Therapeutic Drug Monitoring bestimmt, ob die Konzentration im therapeutischen Bereich liegt.

Ein Interesse besteht auch an Veränderungen der Plasmakonzentration, zum Beispiel aufgrund von Arzneimittel-Wechselwirkungen oder dem Einfluss von Lebensmitteln auf die Bioverfügbarkeit (siehe oben).

siehe auch

ADME, Halbwertszeit, Therapeutische Breite, Steady-State, Bioverfügbarkeit, Konzentration

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.1.2020 geändert.
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