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Denosumab Arzneimittelgruppen Monoklonale Antikörper RANKL-Inhibitoren

Denosumab ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper, der für die Behandlung der Osteoporose eingesetzt wird. Die Effekte beruhen auf der Bindung an das Protein RANKL, das für die Bildung, die Funktion und das Überleben der Osteoklasten wichtig ist. Durch die Hemmung der Wechselwirkung von RANKL mit seinem Rezeptor RANK auf den Osteoklasten wird der Knochenabbau reduziert und die Masse und Stärke der Knochen erhöht. Dies reduziert das Risiko für Brüche. Das Arzneimittel wird nur alle 6 Monate subkutan gespritzt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Gliederschmerzen und Muskel-Skelett-Schmerzen. Beim Absetzen muss beachtet werden, dass die Knochenmineraldichte innert mehrerer Monate wieder auf den Ausgangswert oder darunter absinkt. Es wurde über Mehrfachbrüche der Wirbelsäule berichtet.

synonym: Denosumabum, AMG-162

Produkte

Denosumab ist als Injektionslösung in einer Fertigspritze im Handel (Prolia®, Amgen). Der Antikörper wurde in der Schweiz, in den USA und in der EU im Jahr 2010 zugelassen.

Denosumab wird auch in der Tumortherapie angewandt (Xgeva®). Dieser Artikel bezieht sich auf die Osteoporosebehandlung.

Struktur und Eigenschaften

Denosumab ist ein humaner monoklonaler IgG2-Antikörper mit einem Molekulargewicht von 147 kDa. Das Arzneimittel wird mit biotechnologischen Methoden hergestellt.

Wirkungen

Denosumab (ATC M05BX04 ) hat antiresorptive Eigenschaften. Der Antikörper senkt die Knochenresorption und erhöht so die Masse und die Stärke der Knochen. Dadurch reduziert er während der Therapie das Bruchrisiko.

Die Effekte beruhen auf der Bindung an den RANK-Liganden (RANKL). RANKL steht für receptor activator of nuclear factor-κB ligand. Es handelt sich um ein lösliches und transmembranäres Protein, das für die Bildung, die Funktion und das Überleben von Osteoklasten notwendig ist. Denosumab hindert RANKL an der Aktivierung seines Rezeptors RANK, der auf der Oberfläche der Osteoklasten und ihrer Vorläufer lokalisiert ist.

Die Halbwertszeit liegt im Bereich von 26 Tagen. Im Unterschied zu den Bisphosphonaten wird Denosumab nicht in den Knochen eingebaut.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Injektionslösung wird als subkutane Injektion einmal alle 6 Monate verabreicht. Die Verabreichung ist am Oberschenkel, Abdomen oder am Oberarm möglich. Die Patienten müssen eine ausreichende Calcium- und Vitamin D-Supplementation erhalten. Die halbjährliche Injektion stellt einen Vorteil für die Therapietreue dar.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Gliederschmerzen und Muskel-Skelett-Schmerzen.

Nach dem Absetzen des Medikaments sinkt die Knochenmineraldichte innert mehrerer Monate wieder auf den Ausgangswert vor der Behandlung oder sogar darunter. Dadurch steigt das Frakturrisiko wieder an. Es wurde über mehrfache Brüche der Wirbelsäule berichtet (Lamy et al., 2017). Der Schwund der Knochendichte kann bei einigen Patienten durch die Gabe eines Bisphosphonats oder anderer antiresorptiver Wirkstoffe verhindert werden. Nach dem Abschluss einer Bisphosphonat-Therapie wird übrigens kein Rebound beobachtet.

Weitere schwere und seltene Nebenwirkungen sind eine Osteonekrose im Kieferbereich, atypische Femurfrakturen und eine Hypokalzämie.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 4.3.2018 geändert.
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