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Azelainsäure Arzneimittelgruppen Aknemittel

Die Azelainsäure ist ein antibakterielles Aknemittel zur äusserlichen Behandlung der leichten bis mittelschweren Akne. Sie begünstigt den normalen Verhornungsprozess der Hautzellen und hemmt so die Entstehung von Mitessern. Als unerwünschte Wirkungen treten häufig lokale Hautreizungen auf. Die Azelainsäure ist auch für die Behandlung der Rosazea geeignet, in der Schweiz bisher jedoch nicht von den Behörden für diese Indikation zugelassen.

synonym: Acidum azelaicum

Produkte

Azelainsäure ist Creme im Handel (Skinoren®). In der Schweiz ist sie seit dem Jahr 1990 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Die Azelainsäure (C9H16O4, Mr = 188.2 g/mol) ist eine gesättigte Dicarbonsäure. Sie liegt als weisser, geruchloser, kristalliner Feststoff vor, der in Wasser bei 20 °C schlecht löslich ist, sich jedoch gut in heissem Wasser oder in Alkohol löst. Die Azelainsäure ist in verschiedenen Gräsern wie zum Beispiel in Weizen, Roggen und Gerste enthalten. Sie soll im Ackerschmalwand (Kreuzblütler) im Abwehrmechanismus gegen bestimmte Pathogene involviert sein.

Wirkungen

Die Azelainsäure (ATC D10AX03 ) ist antibakteriell, beeinflusst die follikuläre Hyperkeratose, hemmt die Proliferation von Keratinozyten und wirkt schwach entzündungshemmend. Sie normalisiert die bei Akne gestörten Differenzierungsprozesse der Epidermis und reduziert Propionibacterium acnes und den Anteil freier Fettsäuren in den Lipiden der Hautoberfläche. Der entzündungshemmende Effekt beruht wahrscheinlich auf der Hemmung der Bildung von Hydroxy- und Superoxidradikalen von Neutrophilen.

Indikation

Die Azelainsäure ist zur topischen Behandlung leichter bis mittelschwerer Akne (Acne vulgaris) zugelassen.

Die Azelainsäure ist als 15% Gel in Deutschland (Skinoren®) und den USA (Finacea®) auch zur Behandlung der Rosazea zugelassen, in der Schweiz jedoch von den Behörden bisher nicht in dieser Indikation freigegeben.

Dosierung

Nach dem Reinigen und Trocknen der Haut wird die Creme auf die erkrankte Hautpartie aufgetragen und gründlich einmassiert. Die Anwendung erfolgt in der Regel zweimal täglich morgens und abends. Bei länger anhaltenden, ausgeprägt reizenden Reaktionen der Haut kann die anzuwendende Menge reduziert oder die Anwendungsintervalle können verlängert werden. Die Dauer der Therapie ist individuell und je nach Schweregrad der Akne verschieden. Im Allgemeinen tritt innerhalb von 4 Wochen eine Besserung ein.

Kontraindikationen

Die Zubereitungen sollen nur äusserlich aufgetragen werden und nicht in die Augen gelangen. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Unerwünschte Wirkungen

Innerhalb der ersten vier Behandlungswochen kann ein brennendes oder stechendes Gefühl am Verabreichungsort auftreten. Gelegentlich klingt dieses Gefühl während der gesamten Therapie nicht ab. Häufig werden lokale Reizungen der Haut wie Juckreiz, Rötung, Trockenheit und Schuppung beobachtet. Diese Symptome treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung auf.

siehe auch

Aknemittel, Akne, Carbonsäuren

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 1.9.2021 geändert.
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