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Epidemische Bindehautentzündung Indikationen Bindehautentzündung

Die epidemische Bindehautentzündung (Keratoconjunctivitis epidemica) äussert sich in einer plötzlich beginnenden Rötung und Schwellung der Augen. Die Erkrankung ist hochansteckend und wird von Adenoviren verursacht. Die Behandlung ist bisher rein symptomatisch und erfolgt zum Beispiel mit kühlenden Auflagen und künstlichen Tränen. Zu den möglichen Komplikationen der Infektion gehören Hornhauttrübungen. Zur Vorbeugung sollen geeignete hygienische Massnahmen getroffen werden.

synonym: Keratoconjunctivitis epidemica, Adenovirus-Konjunctivitis, epidemische Keratokonjunktivitis

Symptome

Die Keratoconjunctivitis epidemica äussert sich in der Akutphase in einer ringförmigen Rötung, Reizung und Schwellung der Bindehaut mit Juckreiz, Lichtscheu, starkem Augentränen, Blutungen, Fremdkörpergefühl und Lidschwellung. Die Beschwerden beginnen plötzlich an einem Auge und können sich innert Tagen auf das andere Auge ausbreiten. Die Kornea (Hornhaut) des Auges kann ebenfalls mitbetroffen sein. Die Hauptkomplikation sind kleine Hornhauttrübungen, sogenannte Nummuli, welche zu einer Sehverschlechterung und Blendung führen und über Monate bis Jahre bestehen bleiben können. Adenovirus-Infektionen am Auge können vor allem bei Kindern von Erkältungssymptomen wie Fieber, Krankheitsgefühl, Lymphknotenschwellung, Schnupfen und Halsschmerzen begleitet sein. Die Erkrankung kommt weltweit vor und es kommt regelmässig zu lokalen Ausbrüchen.

Ursachen

Ursache ist eine Infektion mit Adenoviren der Serotypen 8, 19 und 37, doppelsträngigen, unbehüllten DNA-Viren mit einer Grösse von etwa 90-100 nm.

Übertragung

Die Infektion ist hochansteckend und kann durch direkten oder indirekten Kontakt als Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen werden, zum Beispiel von Auge zu Auge, durch Händeschütteln, über Handtücher, Türfallen, Tastaturen und andere kontaminierte Oberflächen, medizinische Instrumente und Augentropfen. Die Viren können tage- bis wochenlang infektiös bleiben. Die Übertragung ist in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Schulen, Tagesheime, Militär, Lager, Altersheime, Grossraumbüros) häufig und das medizinische Personal kann ebenfalls betroffen sein und zur Verbreitung beitragen, zum Beispiel in Augenkliniken. Die Inkubationszeit liegt bei einigen Tagen bis zirka 2 Wochen. Die Patienten sind während 2-3 Wochen ansteckend und entwickeln nach der Erkrankung eine Immunität.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in augenärztlicher Behandlung aufgrund der Patientenbefragung, des klinischen Bildes und durch direkten Nachweis der Erreger mit verschiedenen laborchemischen Methoden (Augenabstrich). Eine Diagnose, die nur auf den Symptomen beruht, ist umstritten, weil ähnliche Beschwerden auch von anderen Erregern und Ursachen ausgelöst werden können.

Vorbeugung

Die Patienten sollen separate Handtücher oder Papierhand- und taschentücher verwenden, den Kontakt mit den Augen und anderen Personen vermeiden und die Hände häufig und gut waschen. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sollen die Patienten zuhause bleiben und nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen, solange sie ansteckend sind.

In Augenkliniken und Arztpraxen müssen geeignete hygienische Massnahmen getroffen werden, um eine nosokomiale (in medizinischen Einrichtungen erworbene) Infektion zu verhindern: Regelmässiges Händewaschen, Handschuhe tragen, Hände- und Flächendesinfektion, Instrumentendesinfektion, Augentropfen- oder Augensalben nicht mit dem Auge in Kontakt bringen und auf keinen Fall mit einem anderen Patienten teilen.

Therapie

Die akute Erkrankung heilt in der Regel innert 2 bis 4 Wochen von alleine ab. Bisher stehen keine antiviralen Augentropfen zur topischen Behandlung der Erkrankung zur Verfügung. Mit kalten Auflagen, künstlichen Tränen, Augengelen und Schmerzmitteln können die Beschwerden symptomatisch gelindert werden. Lokale Sympathomimetika sollten zurückhaltend und wenn nur kurzfristig angewandt werden. Glucocorticoid-Augentropfen sind umstritten, da sie immunsuppressiv sind und unerwünschte Wirkungen am Auge verursachen. In der Alternativmedizin werden häufig Augentrost-Augenmittel gegen Bindehautentzündungen eingesetzt.

Die Hornhauttrübungen (Nummuli) können über Monate bis Jahre bestehen bleiben, verschwinden in der Regel aber von selbst. Zur Behandlung wurden unter anderem Ciclosporin-Augentropfen untersucht, sie sind in der Schweiz aber nicht zugelassen. In den USA sind sie zur Behandlung des trockenen Auges auf dem Markt.

siehe auch

Bindehautentzündung

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.12.2017 geändert.
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