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Zolpidem Arzneimittelgruppen Schlafmittel

Zolpidem ist ein schlaffördernder und dämpfender Wirkstoff aus der Gruppe der Schlafmittel zur kurzfristigen Behandlung der Schlaflosigkeit. Es erleichtert das Einschlafen und erhöht die Gesamtschlafzeit. Die Wirkungen werden über die Bindung an den Omega-1-Rezeptor des GABAA-Rezeptorkomplexes vermittelt. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören zentrale Störungen und Verdauungsbeschwerden. Zolpidem kann physisch und psychisch abhängig machen und wird von CYP3A4 metabolisiert.

synonym: Zolpidemum, Zolpidemi tartras PhEur, Zolpidemtartrat, Ambien®

Produkte

Zolpidem ist in Form von Filmtabletten, Retardtabletten und Brausetabletten im Handel (Stilnox®, Stilnox® CR, Generika, USA: Ambien®). Es ist in der Schweiz seit 1990 zugelassen. In anderen Ländern sind weitere Darreichungsformen verfügbar, zum Beispiel ein Mundspray.

Struktur und Eigenschaften

Zolpidem (C19H21N3O, Mr = 307.39 g/mol) ist ein Imidazopyridin, das sich strukturell von den Benzodiazepinen unterscheidet. Es liegt in Arzneimitteln als Zolpidemtartrat vor, ein weisses, kristallines Pulver, das in Wasser nur sehr schwer löslich ist.

Wirkungen

Zolpidem (ATC N05CF02 ) hat schlaffördernde und sedierende Eigenschaften. Es erleichtert das Einschlafen und erhöht die Gesamtschlafzeit. Die Wirkung wird über die Bindung an den Omega-1-Rezeptor des GABAA-Rezeptorkomplexes vermittelt, indem die Öffnung des Chloridkanals verändert wird. Bei nicht-retardierten Arzneimitteln hält die Wirkung zirka 6 Stunden an.

Indikationen

Zur kurzfristigen Behandlung der Schlaflosigkeit (Ein- und Durchschlafstörungen). Die Behandlung soll in der Regel so kurz wie möglich gehalten werden und vier Wochen nicht überschreiten.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel wird abends vor dem Zubettgehen eingenommen. Beim Absetzen soll die Dosis schrittweise reduziert werden, um mögliche Entzugserscheinungen zu vermeiden.

Abhängigkeit

Zolpidem kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Das Risiko ist bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und entsprechender Veranlagung erhöht. Ein erhöhtes Risiko besteht ebenfalls bei Patienten mit psychiatrischer Anamnese und Drogen- oder Alkoholabhängigkeit. Das plötzliche Absetzen geht mit Entzugserscheinungen wie Zittern, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Angst- und Spannungszuständen, Nervosität und Verwirrung einher.

Missbrauch

Zolpidem kann als dämpfendes Rauschmittel missbraucht werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Zolpidem mit zentral dämpfenden Arzneimitteln oder Alkohol kann die Hemmung des zentralen Nervensystems verstärkt werden.

Zolpidem ist ein Substrat von CYP3A4. Bei gleichzeitiger Einnahme von Zolpidem und CYP3A4-Induktoren kann die Wirkung von Zolpidem verringert und durch CYP3A4-Hemmer verstärkt werden. Bei gleichzeitiger Gabe von Muskelrelaxanzien kann die muskelrelaxierende Wirkung verstärkt werden (Sturzgefahr!).

Unerwünschte Wirkungen

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Halluzinationen, Unruhe, Alpträume, Schläfrigkeit am Tag, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Verschlimmerung der Schlaflosigkeit, reduzierte Merkfähigkeit für neue Bewusstseinsinhalte, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Gelegentlich werden Verwirrung, Reizbarkeit und Doppelbilder beobachtet.

siehe auch

Schlafmittel

LiteraturAutoren und Review

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autoren (SR, AV) haben keine Beziehungen zu den Herstellern und sind nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Interne Review: AV. Peer-Review: Dr. med. Werner Strobel, Leitung Schlaflabor, Universitätsspital Basel.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.10.2017 geändert.
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