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Wiesengräserdermatitis Indikationen  Photodermatosen Photosensibilisierung

Eine Wiesengräserdermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung mit Blasenbildung, die durch den Kontakt mit bestimmten Pflanzen und Sonneneinstrahlung entsteht. Pflanzliche Inhaltsstoffe wie die Furanocumarine machen die Haut empfindlicher für die Sonne. Die Behandlung erfolgt in der Regel in ärztlicher Betreuung.

synonym: Dermatitis bullosa pratensis, Dermatitis bullosa striata pratensis, Phytophotodermatitis, Phototoxische Pflanzen-Dermatitis

Symptome

Nach dem kurzen Kontakt mit einer entsprechenden Pflanze, z.B. bei Gartenarbeiten oder beim Spielen und Sonneneinstrahlung bildet sich verzögert innert 1-4 Tagen ein Hautausschlag. Er äussert sich in starken Hautrötungen mit Bläschen- und Blasenbildung an den Kontaktstellen und ist je nach Kontakt mit der Pflanze bizarr streifen- und strichartig über die Haut verteilt. Die Rötungen sind von einem lästigen Juckreiz, einer Schwellung und brennenden Schmerzen begleitet. Die Läsionen heilen innert einiger Wochen ab. Dabei entsteht häufig eine dunkle Hyperpigmentierung, die lange bestehen bleibt.

Ursache

Es handelt sich um eine phototoxische Hauterkrankung, die durch eine Reaktion von pflanzlichen Inhaltsstoffen mit UV-Strahlung ausgelöst wird. Da keine Allergie zugrunde liegt, kann die Wiesengräserdermatitis bei jeder Person entstehen. Begünstigt wird sie von feuchter Haut. Die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber der Sonne kann je nach Pflanze oder Substanz mehrere Tage anhalten. Bei erneuter Sonnenexposition kann also eine weitere Hautreaktion auftreten. Bei den sensibilisierenden Substanzen handelt es sich häufig um Furanocumarine (Psoralene) wie zum Beispiel Bergapten, Xanthotoxin, Limettin und Isopimpinellin.

Diese Stoffe kommen beispielsweise in den folgenden Pflanzen vor: Pastinak, Herkulesstaude, Schierling, Meisterwurz, Angelika, Feigenbaum, Gartenraute, Bergamotte, Odermenning, Knorpelmöhre, Sellerie und Dill. Eine Photosensitivität ist auch möglich, wenn die Pflanzen als Nahrungsmittel konsumiert werden. Beim Hautkontakt mit Furanocumarinen kann auch eine photoallergische Reaktion oder eine allergische Kontaktdermatitis ausgelöst werden. Dies wurde zum Beispiel für den Feigenbaum gezeigt.

Komplikationen

Aufgrund der Schädigung der Hautbarriere kann sich eine Superinfektionen entwickeln. Die Hautpigmentierungen können monatelang bestehen bleiben und kosmetisch stören.

Vorbeugung

Der Kontakt mit den entsprechenden Pflanzen soll vermieden werden. Dazu soll bei Gartenarbeit Kleidung und Handschuhe getragen werden.

Behandlung

Eine schwere Wiesengräserdermatitis sollte wie eine Verbrennung zweiten Grades in ärztlicher Behandlung versorgt werden. Dabei werden grössere Blasen steril punktiert, gereinigt, desinfiziert und mit einer Wundauflage geschützt. Die Hautrötungen können wie ein Sonnenbrand gekühlt und mit milden und kühlenden Hautpflegemitteln therapiert werden. Zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Entzündung sind möglicherweise nicht-steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Glucocorticoide geeignet.

siehe auch

Photosensitivität, Sonnenbrand, Photodermatosen, Juckreiz

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.6.2016 geändert.
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