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Ulipristalacetat („Pille danach“) Arzneimittelgruppen Progesteron-Rezeptor-Modulatoren

Ulipristalacetat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulatoren, der als „Pille danach“ zur Notfallverhütung innerhalb von 120 Stunden (5 Tagen) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingesetzt wird. Ulipristalacetat hemmt den Eisprung und kann so eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Das Arzneimittel soll so bald wie möglich nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Bauch- und Unterleibsschmerzen (Dysmenorrhö). Ulipristalacetat ist ein Substrat von CYP3A4.

synonym: Ulipristalum, Ulipristal, Ulipristali acetas, Ulipristalum acetas, CDB-2914

Produkte

Ulipristalacetat wurde in der EU im Jahr 2009 und in den USA im Jahr 2010 in Form von Tabletten zugelassen (ellaOne®). In der Schweiz wurde Ulipristalacetat Ende 2012 registriert. Seit dem 1. Februar 2016 ist es in Apotheken nach einem Beratungsgespräch auch ohne ärztliche Verordnung erhältlich (siehe auch unter Levonorgestrel).

Struktur und Eigenschaften

Ulipristalacetat (C30H37NO4, Mr = 475.6 g/mol) liegt als weisses bis gelbes, kristallines Pulver vor. Der Wirkstoff ist strukturell mit Mifepriston und Progesteron verwandt.

Wirkungen

Ulipristalacetat (ATC G03AD02 ) hemmt oder verzögert den Eisprung durch Unterdrückung des LH-Anstiegs und kann so eine Schwangerschaft verhindern. Die Effekte beruhen auf der selektiven und hochaffinen Bindung an den Progesteron-Rezeptor, an welchem es agonistische und antagonistische Effekte ausübt. Ulipristalacetat kann länger angewandt werden als Levonorgestrel, das gemäss Fachinformation nur innert 3 Tagen (72 Stunden) wirksam ist.

Indikationen

Für eine Notfallverhütung innerhalb von 120 Stunden (5 Tagen) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. einem Versagen der Empfängnisverhütung.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Das Arzneimittel soll baldmöglichst nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Die Verabreichung ist unabhängig von den Mahlzeiten, die Halbwertszeit liegt bei 32 Stunden. Falls innert 3 Stunden nach der Einnahme Erbrechen auftritt, soll eine weitere Tablette eingenommen werden. Ulipristalacetat ist nur für den Notfall vorgesehen. Bis zur nächsten Monatsblutung soll zusätzlich mit einem Kondom verhütet werden.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Ulipristalacetat wird hauptsächlich von CYP3A4 metabolisiert. Entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen mit CYP-Inhibitoren und CYP-Induktoren sind möglich. Arzneimittel, welche den Magen-pH erhöhen, wie H2-Antihistaminika, Antazida und Protonenpumpen-Inhibitoren, können die Bioverfügbarkeit reduzieren. Desweiteren kann Ulipristalacetat die Wirkungen von Gestagenen aufheben, also beispielsweise von Kontrazeptiva.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Bauch- und Unterleibsschmerzen (Dysmenorrhö).

siehe auch

Levonorgestrel, Verhütungsmittel

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.2.2016 geändert.
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