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Tuberkulose Indikation Infektionskrankheiten

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in den meisten Fällen die Atemwege betrifft und sich durch Symptome wie Husten, blutiger Auswurf, Gewichtsverlust und vermehrtes Schwitzen äussert. Die Krankheit kann durch Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt von infektiösem Material mit Hautläsionen übertragen werden. Die Behandlung erfolgt durch eine Kombinationstherapie mit verschiedenen Tuberkulostatika. Zur Prävention steht eine Impfung zur Verfügung, die in der Schweiz aber nicht mehr routinemässig angewendet wird.

synonym: Lungentuberkulose, TBC

SymptomeVerlauf

Inkubationszeit: Monate bis Jahre

Nur ca. 10% der infizierten Personen erkranken wirklich an Tuberkulose. Das Risiko einer klinisch manifesten Tuberkulose ist in den ersten 2 Jahren nach der Infektion am grössten und fällt anschliessend exponentiell ab. Eine Lungentuberkulose tritt zum Beispiel erst Monate nach der Infektion auf. Eine Reaktivierung latenter Krankheitsherde, so genannter Granulome, ist aber noch Jahrzehnte später möglich.

Dauer der infektiösen Phase:

Da vor allem Patienten mit offener Tuberkulose im Atmungstrakt infektiös sind, dauert die Ansteckungsphase so lange, wie lebende Mycobakterien im Sputum vorhanden sind. Ein kurzer Kontakt mit einer erkrankten Person ist für eine Ansteckung nicht ausreichend, sie erfolgt erst bei einer länger andauernden Exposition. Extrapulmonale Tuberkulosen stellen nur dann ein Infektionsrisiko dar, wenn der Krankheitsherd in Kontakt nach aussen tritt. Kinder mit Tuberkulose gelten in der Regel nicht als infektiös.

Die Krankheit verläuft meistens schleichend. Sie beginnt mit einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens mit Nachtschweiss, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust während mehreren Wochen. Sofern die Lunge beteiligt ist, kommen Symptome wie Husten, Brustschmerzen und Husten mit blutigem Auswurf dazu.

Bei frisch Infizierten sind vor allem die Lymphknoten nahe der Eintrittspforte befallen. Die Krankheit breitet sich lymphatisch aus und führt zur Organtuberkulose. Am häufigsten ist dabei die Lunge betroffen, es können aber auch Knochen, Gelenke, Gehirn, Hirnhäute, Nebennieren, Nieren und andere Organe befallen werden. Bei schlechter Abwehr (z.B. bei Patienten mit Immunsuppression oder anders bedingten Immunschwächen) kann es durch eine primäre Generalisation zum Befall weiterer Organe kommen.

Eine unbehandelte Lungentuberkulose mit Gewebsverlust führt innert 5 Jahren in 50% der Fälle zum Tod.

Ursachen

Mycobacterium-tuberculosis-Komplex: M. tuberculosis, M. bovis, M. africanum sowie die Spezies M. microti und M. canetti.

Reservoir: Für M. tuberculosis dient der Mensch als einziges Reservoir, während für M. bovis sowohl der Mensch und in einigen Ländern auch Rinder und deren Milch als Reservoir dienen können. Die Rinderbestände in Mitteleruopa sind aber heute tuberkulosefrei und stellen somit kein Risiko dar.

Epidemiologie

In der Schweiz erkranken vor allem ältere oder chronisch kranke Menschen, Immigranten, Randgruppen und Pflegepersonen von Tuberkulose-Patienten

Verbreitung: Hauptsächlich afrikanische Länder südlich der Sahara, Süd- und Ostasien, einige lateinamerikanische Staaten und Nachfolgestaaten der Sowjetunion

Komplikationen

Komplikationen sind abhängig vom Zeitpunkt der Diagnose und des Therapiebeginns.

Risikofaktoren

Unter bestimmten Bedingungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Mycobakterien, dazu zählen:

Infizierte Personen mit unzureichender Immunabwehr haben ein erhöhtes Risiko eine symptomatische Tuberkulose zu entwickeln, dazu zählen:

Diagnose

Die Diagnose erfolgt beim Arzt.

Differentialdiagnose

Lungentuberkulose:

Medikamentöse Therapie

Kombinationstherapie mit verschiedenen Tuberkulostatika zur Abtötung und zur Hemmung der Vermehrung der Erreger.

Durch eine antiinfektiöse Kombinationstherapie kann die infektiöse Phase innert 2-3 Wochen beendet werden.

Prävention

Impfung: Bacillus Calmette Guerin (BCG)

Die Impfung wird heute in der Schweiz nicht mehr routinemässig verabreicht. Bei HIV-Patienten ist sie kontraindiziert. Sinnvoll ist die Verabreichung bei speziellen Risikosituationen, z.B. bei längeren Aufenthalten in Ländern mit hoher Tuberkuloseprävalenz oder bei Neugeborenen und Kleinkindern, deren Eltern aus Risikogebieten stammen und möglicherweise in diese Länder zurückkehren.

Präventive Chemotherapie mit Isoniazid:

Verhinderung der Verbreitung: Patienten mit dem Verdacht auf Tuberkulose müssen bis zur Diagnose isoliert werden.

Beratungshinweise

Bei Husten, der mehr als 3 Wochen andauert oder bei blutigem Auswurf sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei einer Diagnose von Tuberkulose bei jungen Patienten sollte immer auch an eine HIV-Infektion gedacht werden.

Wissenswertes

Tuberkulose ist die tödlichste Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen und die häufigste Todesursache bei HIV-Patienten.

Schlechte medizinische Versorgung, rasches Bevölkerungswachstum unter Bedingungen von Armut, Krieg und Migration fördern die Ausbreitung von Tuberkulose.

Ein Tuberkulose-Patient, der mit einer angepassten Antibiotikatherapie behandelt wird, nicht mehr hustet und die Behandlung bis zur vollständigen Genesung fortsetzt, stellt bei Spitalaustritt keine Gefahr für andere dar.

Durch Verbesserung der Lebens- und Hygienebedingungen und die Einführung wirksamer Therapien konnte die Situation in vielen Ländern deutlich verbessert werden. Die Ausbreitung von resistenten Tuberkuloseerregern in Kombination mit der Tatsache, dass seit mehreren Jahren kein neues Tuberkulostatikum auf dem Markt eingeführt wurde, könnte diese Fortschritte aber wieder rückgängig machen.

Literatur

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.10.2012 geändert.
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