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Trospiumchlorid Arzneimittelgruppen Parasympatholytika

Trospiumchlorid ist ein hydrophiler Wirkstoff aus der Gruppe der Parasympatholytika zur Behandlung der hyperaktiven Blase (Reizblase). Die Wirkungen beruhen auf dem Antagonismus an muscarinischen Rezeptoren an der Blasenwandmuskulatur. Die Nebenwirkungen können grösstenteils auf die anticholinergen Eigenschaften des Wirkstoffs zurückgeführt werden. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Mundtrockenheit, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit.

synonym: Trospii chloridum, Trospium

Produkte

Trospiumchlorid ist in Form von Dragées im Handel (Spasmo-Urgenin® Neo, Spasmex®). Es ist in der Schweiz seit 1983 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Trospiumchlorid (C25H30ClNO3, Mr = 428.0 g/mol) ist eines quartäres Amin, das als Chloridsalz vorliegt. Es ist eine feine, farblose bis leicht gelbe, kristalline Substanz. Trospiumchlorid hat struktruelle Ähnlichkeiten mit Atropin und ist von Nortropanolol abgeleitet. Es ist aufgrund seiner positiven Ladung hydrophil und gelangt deshalb kaum über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn und hat ein geringes Potential für zentrale unerwünschte Wirkungen. Nachteilig an der Hydrophilie ist hingegen die geringe Absorption.

Wirkungen

Trospiumchlorid (ATC A03AB20 , ATC G04BD09 ) hat parasympatholytische Eigenschaften. Es ist ein kompetitiver Hemmer der muscarinischen Rezeptoren an der Blasenwandmuskulatur, die eine wichtige Rolle bei Harnausscheidung und der Pathogenese der Reizblase spielen.

Indikationen

Zur Behandlung der hyperaktiven Blase (Detrusorhyperaktivität).

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Im Gegensatz zu neueren Parasympatholytika gegen die Reizblase muss Trospiumchlorid zweimal täglich eingenommen werden, weil in der Schweiz keine retardierten Präparate im Handel sind. Die Einnahme soll vor einer Mahlzeit auf leeren Magen erfolgen, da gleichzeitige aufgenommene Nahrung einen negativen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit hat.

Kontraindikationen

Trospiumchlorid ist bei Überempfindlichkeit, Harnverhaltung, Engwinkelglaukom, Tachyarrhythmie, Myasthenia gravis, schwerer chronisch entzündlicher Darmerkrankung, toxischem Megakolon und dialysepflichtiger Niereninsuffizienz kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Trospiumchlorid wird kaum über CYP3A4 metabolisiert und hat ein geringes Potential für pharmakokinetische Wechselwirkungen. Andere Anticholinergika können die unerwünschten Wirkungen verstärken.

Unerwünschte Wirkungen

Die Nebenwirkungen können grösstenteils auf die anticholinergen Eigenschaften des Wirkstoffs zurückgeführt werden. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Mundtrockenheit, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit. Selten können auftreten: Sehstörungen, Glaukom, schneller Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Atemstörungen, Durchfall, Blähungen, Hautausschlag, Angioödem, Restharnbildung, Harnretention, Kopfschmerzen und verringerte Schweissabsonderung.

siehe auch

Hyperaktive Blase

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 17.9.2015 geändert.
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