Topische Calcineurinhemmer
ArzneimittelgruppenTopische Calcineurinhemmer wie Tacrolimus und Pimecrolimus sind Arzneimittel, die zur äusserlichen Behandlung der atopischen Dermatitis und anderer Hauterkrankungen eingesetzt werden. Sie wirken entzündungshemmend und immunsuppressiv und werden als Mittel der 2. Wahl eingesetz. Sie sind gut wirksam und führen nicht zu einer Hautatrophie. Sie sollen jedoch nur kurzfristig oder zur Intervallbehandlung eingesetzt werden, da in seltenen Fällen über die Entstehung maligner Erkrankungen wie Hautkrebs und Lymphome während der Therapie berichtet wurde. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören lokale Hautreizungen und ein Hautbrennen. Während der Behandlung sollte kein Alkohol konsumiert werden, da Unverträglichkeitsreaktionen auftreten können. Zudem sollte für einen guten Sonnenschutz gesorgt werden. synonym: Topische Calcineurininhibitoren, Topische Calcineurin-Inhibitoren
Wirkungen
Topische Calcineurinhemmer sind entzündungshemmend und immunmodulierend.
Wirkmechanismus
Die Wirkstoffe hemmen die Calciumabhängige Phosphatase Calcineurin und damit die T-Zell-Aktivierung und -Proliferation und die Synthese von entzündungsfördernden Zytokinen.
Indikationen
Topische Calcineurinhemmer werden als Mittel der 2. Wahl bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis) zur Kurzzeit- oder Intervallbehandlung eingesetzt, wenn topische Glucocorticoide oder Hautpflegemittel nicht den gewünschten Erfolg bringen oder unerwünschte Wirkungen auslösen. Sie werden auch bei anderen Hauterkrankungen angewandt, sind dazu aber von den Behörden offiziell nicht zugelassen (z.B. Vitiligo, ]Kontaktdermatitis).
Anwendung
Die betroffenen Hautstellen werden mit einer dünnen Schicht behandelt. Eine Langzeitanwendung und eine Anwendung unter Okklusion ist aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen zu vermeiden. Falls keine Besserung eintritt, soll die Behandlung abgebrochen werden. Ein guter Sonnenschutz wird empfohlen.
Wirkstoffe
- Topisches Tacrolimus (Protopic®)
- Pimecrolimus (Eidel®)
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Kinder < 2 Jahre
- Schwangerschaft und Stillzeit: siehe Fachinformation
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.
Interaktionen
Systemische Interaktionen sind unwahrscheinlich, müssen aber in Betracht gezogen werden. Pimecrolimus und Tacrolimus werden über CYP3A4 metabolisiert. Tacrolimus ist ein starker Hemmer von CYP1A und CYP3A4.
Die Arzneimittel sollten nicht gleichzeitig mit anderen Mitteln aufgetragen werden.
Der Konsum von Alkohol sollte vermieden werden, da es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen kann.
Unerwünschte Wirkungen
- Brennen, lokale Reaktionen wie Reizungen, Juckreiz, Rötungen, Hautausschlag, Pigmentierungsstörungen, allergische Reaktionen und andere
- Impetigo, Furunkel, lokale Infektionskrankheiten
- Herpesinfektionen
- Molluscum contagiosum
- Verschlechterung der Erkrankung
- Alkoholintoleranz
In seltenen Fällen wurde über maligne Erkrankungen wie Hautkrebs berichtet. Der Zusammenhang ist jedoch nicht mit Sicherheit nachgewiesen. Aus diesem Grund sollen die Arzneimittel nur kurzfristig und als Mittel der 2. Wahl eingesetzt werden.
siehe auch
Literatur
siehe unter Atopische Dermatitis

