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Topische Glucocorticoide (Dermokortikoide)

Arzneimittelgruppe Glucocorticoide

Topische Glucocorticoide oder Dermokortikoide sind auf der Haut angewendete Glucocorticoide. Sie haben entzündungshemmende Eigenschaften und gelten als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Ekzemen und anderen entzündlichen, nicht-infektiösen Hauterkrankungen. Zu den am häufigsten auftretenden unerwünschten Wirkungen gehören Unverträglichkeitsreaktionen. Sie sollen nicht grossflächige, okklusiv und über einen längeren Zeitraum kontinuierlich angewendet werden.

synonym: Dermokortikoide, Dermale Glucocorticoide

Wirkungen

Glucocorticoide sind entzündungshemmend, antiallergisch, immunsuppressiv und sekundär juckreizlindernd.

Wirkmechanismus

Glucocorticoide binden an zytosolische Glucocorticoid-Rezeptoren. Dadurch sind sie in der Lage, in die Regulation von entzündungsfördernden (z.B. Phospholipase A2) und entzündungshemmenden (z.B. Lipocortin) Proteinen einzugreifen und so die Synthese von Zytokinen und die Induktion der Cyclooxygenase-2 (COX-2) zu unterdrücken.

Siehe auch Glucocorticoide

Indikationen

Wirkstoffe

Dermal angewandte Glucocorticoide werden nach der Wirkstärke der Substanzen unterteilt:

Klasse I: Schwach wirksame:

Klasse II: Mittelstark wirksame:

Klasse III: Stark wirksame:

Klasse IV: Sehr stark wirksame:

Kontraindikationen

Interaktionen

Je nach Substanz: Gleichzeitige dermale Verabreichung anderer Arzneimittel.

Unerwünschte Wirkungen

Haut:

Infektionen:

Endokrin:

Treten vor allem bei grossflächiger und/oder okklusiver längerdauernder Applikation auf:

Reaktionen an der Applikationsstelle:

An der Applikationstelle können folgende Symptome auftreten

Pharmakokinetik

Der Penetrations- und Permeationsanteil ist abhängig von der Körperregion, dem Zustand der Haut, der galenischen Formulierung, dem Alter und dem Applikationsmodus. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist wegen des Fehlens einer Hornhaut die Penetration erhöht. Bei Okklusion wird die Penetration ebenfalls gesteigert.

Beratungshinweise

Eine ununterbrochene Applikation dermaler Glucocorticoide von 2-3 Wochen sollte nach Möglichkeit nicht überschritten werden.

Sehr stark und mittelstark wirksame Corticosteroide sollten im Gesicht und in der Genitalregion nur mit Vorsicht und nicht länger als 1 Woche angewendet werden. In Augennähe sollten prinzipiell nur schwach wirksame Glucocorticoide angewendet werden, da sie den Augeninnendruck senken können.

Bei sehr hartnäckigen Fällen kann die Wirkung der Glucocorticoide durch Anwendung von Okklusivverbänden (Folienverbände) gesteigert werden. Die erhöhte Penetration der Wirkstoffe kann zu systemischen Nebenwirkungen (Nebennierenrinden-Suppression) führen, daher sollte die Anwendung von Okklusionen nicht bei Kindern erfolgen, zeitlich begrenzt sein und kleinflächigen Dermatosen vorbehalten sein. Bei Kindern können die Windeln die Wirkung eines Okklusionsverbandes haben und die Resorption der Glucocorticoide erhöhen.

Bakterielle Infektionen werden durch das feuchtwarme Verhältnis eines Okklusivverbandes begünstigt. Die Haut sollte darum jeweils vor Anlegen eines frischen Verbandes gut desinfiziert werden.

Mometason und Betamethason: Bei der Behandlung im Genital- oder Analbereich kann es wegen des Hilfsstoffs weisses Vaselin bei gleichzeitiger Anwendung von Kondomen aus Latex zu einer Verminderung der Reissfestigkeit und damit zur Beeinträchtigung der Sicherheit von Kondomen kommen.

Das Arzneimittel soll nur für das aktuelle Hautleiden verwendet werden und nicht an andere Personen weiterzugeben.

Wissenswertes

Die örtliche Applikation von Glucocorticoiden ist in der Regel sicher und führt nicht zu systemischen Nebenwirkungen, es sei denn stark wirksame Glucocorticoide werden grossflächig, okklusiv und über längere Zeit aufgetragen. Die systemische Applikation sollte in der Ekzemtherapie wenn irgend möglich gemieden werden, da Nebenwirkungen wesentlich schneller als bei topischer Anwendung auftreten.

Glucocorticoide können Symptome einer allergischen Hautraktion auf einen der Bestandteile des Präparats maskieren.

Hinweise zur galenischen Form:

Crèmen sind im akuten und subakuten Stadium, bei nässenden Hautprozessen sowie fettigem Hautzustand zu verwenden. Wasserfreie, fetthaltige Salben eignen sich zur Behandlung von trockenen und chronischen Formen der Hauterkrankungen. Lotionen und wässerige Lösungen dienen zur Verwendung bei behaarten Körperstellen (z.B. Kopfhaut).

Anwendung bei Kindern: Kinder sind aufgrund des grösseren Verhältnisses Hautoberfläche zu Körpergewicht für eine Glucocorticoid-induzierte suppressive Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse und für exogene Corticosteroid-Effekte empfänglicher als erwachsene Patienten.

Literatur

Weitere Informationen


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Alle Inhalte sind werbefrei. Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 24.7.2012
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