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Tilactase

Arzneimittelgruppen Enzyme

Tilactase ist Enzym aus dem Schimmelpilz Aspergillus oryzae, das in Form von Kautabletten zur symptomatischen Behandlung einer Lactoseintoleranz eingesetzt wird. Der Wirkstoff baut im Dünndarm Milchzucker ab, welcher in Milchprodukten und anderen Lebensmitteln enthalten ist. Die Einnahme kurz vor dem Essen ermöglicht Patienten mit einer Lactoseintoleranz den Konsum solcher Nahrungsmittel mit weniger Beschwerden. Unerwünschte Wirkungen sind kaum bekannt. Über Überempfindlichkeitsreaktionen wurde berichtet.

synonym: Tilactasum, Tilactasum ex Aspergillus oryzae

Produkte

Tilactase ist in Form von Kautabletten im Handel (Lacdigest®, Deutschland: TilactaMed®). Sie ist in der Schweiz seit dem Jahr 1998 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Tilactase ist ein Enzym, das aus dem Schimmelpilz Aspergillus oryzae gewonnen wird, der beispielsweise auch bei der Fermentierung von Soja zu Sojasauce verwendet wird. Die β-D-Galactosidase ist hitzeempfindlich und das Arzneimittel soll deshalb bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Wirkungen

Tilactase (ATC A09AA04 ) substituiert die Lactase bei Lactasemangel. Es handelt sich um ein Enzym, welches im Dünndarm Lactose in Glucose und Galactose spaltet.

LactoseGlucose + Galactose

Indikationen

Symptomatische Behandlung bei Lactoseintoleranz.

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Kautabletten werden unmittelbar vor der Einnahme lactosehaltiger Nahrung gekaut oder geschluckt. Die Dosierung ist individuell. In der Literatur wird häufig empfohlen, Tilactase eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten einzunehmen.

Kontraindikationen

Tilactase ist bei Überempfindlichkeit, Pankreatitis und bei Kindern unter 3 Jahren kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Eisen- und Zinkhaltige Medikamente können die Wirksamkeit reduzieren. Die Aktivität des Enzyms wird in vitro durch Natrium- und Kaliumionen erhöht und durch Calciumionen und Schwermetalle wie Kupfer gehemmt.

Unerwünschte Wirkungen

Es sind kaum unerwünschte Wirkungen bekannt. Über Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergie) wurde in seltenen Fällen berichtet.

siehe auch

Lactoseintoleranz, Lactase-Assugrin

Literatur

Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen


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Alle Inhalte sind werbefrei. Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 14.6.2012
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