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Therapeutische Breite PharmaWiki

synonym: Therapeutisches Fenster

Definition und Eigenschaften

Bei der Verabreichung eines pharmazeutischen Wirkstoffs treten die gewünschten Effekte erst ab einer bestimmten Dosis beziehungsweise der entsprechenden Konzentration im Blutplasma ein. Werden also beispielsweise nur 10 mg Paracetamol eingenommen, ist nicht mit fiebersenkenden oder schmerzlindernden Effekten zu rechnen, weil die Plasmakonzentrationen zu gering sind. Die übliche Einzeldosis für Erwachsene liegt bei 500 bis zu 1000 mg.

Wird umgekehrt eine bestimmte Dosis überschritten - bei Paracetamol etwa mehrere Gramm - treten vermehrt unerwünschte Wirkungen und schliesslich Vergiftungssymptome auf. Der Bereich zwischen der minimalen therapeutischen und der minimalen toxischen Plasmakonzentration wird als therapeutisches Fenster bezeichnet. Dabei ist zu beachten, dass selbstverständlich bereits im therapeutischen Bereich Nebenwirkungen auftreten können.

Bei Wirkstoffen mit einer geringen therapeutischen Breite ist der Bereich sehr klein. Bereits die Einnahme von einigen Tabletten zuviel kann dann zu einer Überdosis und zu einer Vergiftung führen. Typische Beispiele sind Digoxin, Lithium und Warfarin. Um zu garantieren, dass die Patienten nicht in den toxischen Bereich gelangen, können die Blutspiegel regelmässig gemessen werden (Therapeutic Drug Monitoring, TDM).

Bei Wirkstoffen mit einer grossen therapeutischen Breite kann umgekehrt eine hohe Dosis konsumiert werden, ohne dass mit gesundheitlichen Störungen zu rechnen ist. Als Beispiel kann Vitamin C angeführt werden. Der Bedarf liegt bei etwa 100 mg pro Tag, es kann aber bis zu einem Gramm verabreicht werden.

siehe auch

Plasmakonzentration

Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.11.2016 geändert.
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