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Tenofovir Arzneimittelgruppen HIV-Medikamente Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI)

Tenofovir ist ein antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der Reverse-Transkriptase-Inhibitoren zur Behandlung einer Infektion mit dem HI-Virus. Die Effekte beruhen auf der Hemmung des Enzyms Reverse Transkriptase, ein Enzym, welches die virale RNA in DNA überführt und bei der Virusvermehrung von Bedeutung ist. Das Arzneimittel wird einmal täglich mit einer Mahlzeit eingenommen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören ein Hautausschlag, Durchfall, Kopfschmerzen, Schmerzen, Depression, Schwäche und Übelkeit. Tenofovir wird auch zur Behandlung der chronischen Hepatitis B eingesetzt. Dieser Artikel bezieht sich auf HIV.

synonym: Tenofovirum, Tenofovirum disoproxilum, Tenofovirum disoproxilum fumaras, Tenofovirdisoproxil, Tenofovirdisoproxilfumarat, Tenofovirum disproxilum phosphas

Produkte

Tenofovir ist in Form von Filmtabletten im Handel (Viread®, Kombinationspräparate, Generika). Es ist in der Schweiz seit dem Jahr 2002 zugelassen. Es wird auch zur Behandlung der chronischen Hepatitis B eingesetzt. Dieser Artikel bezieht sich auf HIV.

Struktur und Eigenschaften

Tenofovir (C9H14N5O4P, Mr = 287.2 g/mol) liegt in Arzneimitteln in Form des Prodrugs Tenofovirdisoproxil und als Fumaratsalz Tenofovirdisoproxilfumarat vor, ein weisses, kristallines Pulver, das in Wasser löslich ist. Tenofovirdisoproxil wird im Körper schnell zu Tenofovir und intrazellulär zum aktiven Wirkstoff Tenofovirdiphosphat metabolisiert. Es ist ein Analog von Adenosin-5'-monophosphat. Einige Arzneimittel enthalten auch das neue Prodrug → Tenofoviralafenamid (siehe dort).

Wirkungen

Tenofovir (ATC J05AF07 ) hat antivirale Eigenschaften gegen HIV. Die Effekte beruhen auf der Hemmung des viralen Enzyms Reverse Transkriptase, welches die virale RNA in DNA überschreibt und bei der Virusvermehrung von Bedeutung ist. Der aktivierte Wirkstoff wird in die DNA eingebaut und führt zu einem Kettenabbruch.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tabletten werden einmal täglich mit einer Mahlzeit eingenommen. Dadurch wird die Bioverfügbarkeit erhöht.

Kontraindikationen

Tenofovir ist bei einer Überempfindlichkeit, bei einer Niereninsuffizienz und dialysepflichtigen Patienten kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Tenofovir interagiert kaum mit CYP450, weshalb Interaktionen über diesen Weg unwahrscheinlich erscheinen. Weitere Interaktionen sind jedoch möglich (vgl. FI).

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören ein Hautausschlag, Durchfall, Kopfschmerzen, Schmerzen, Depression, Schwäche und Übelkeit. Selten kann eine gefährliche Laktazidose auftreten.

siehe auch

Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, HIV-Medikamente, HIV-Präexpositionsprophylaxe, Hepatitis B, Tenofoviralafenamid

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.9.2016 geändert.
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