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Snus Genussmittel

Bei Snus handelt es sich um zerriebenem Tabak mit Hilfsstoffen, der in Form kleiner Beutel oder als Paste zwischen der Oberlippe und der Mundschleimhaut platziert wird. Dabei wird das psychoaktive Nicotin über die Schleimhaut in den Blutkreislauf abgegeben. Snus wird als Genussmittel, als Alternative zu Rauchwaren und für die Raucherentwöhnung konsumiert. Populär ist es traditionell vor allem in Schweden und Skandinavien, es verbreitet sich mittlerweile aber auch im übrigen Europa. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Mundgeruch, Verfärbungen und Erkrankungen der Zähne, Schleimhauterkrankungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen. Snus kann abhängig machen und die Anwendung birgt möglicherweise gesundheitliche Risiken. Aus unserer Sicht ist vom Konsum abzuraten.

synonym: Snüs, Schwedischer Snus, Eishockeydroge, Swedish moist stuff

Produkte

Snus wird traditionell in Schweden und anderen skandinavischen Ländern hergestellt und konsumiert. Es wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfunden. In der Schweiz und in der EU darf das orale Tabakprodukt nicht gehandelt werden (Stand 2016). Es kann in geringen Mengen aber legal für den Eigengebrauch importiert werden, zum Beispiel über das Internet. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt als Obergrenze eine Menge von 1.2 kg pro Import. Dies entspricht gemäss dem BAG etwa dem Bedarf für zwei Monate. Der Verbrauch ist in der Schweiz in den vergangenen Jahren stark angestiegen.

Inhaltsstoffe

Es handelt sich um lose Ware oder kleine Beutel mit zerriebenen Tabakblättern, die Hilfsstoffe wie Wasser, Salze (Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat), Feuchthaltemittel (Glycerol, Propylenglykol) und Aromastoffe enthalten. Das Natriumhydrogencarbonat dient zur Einstellung eines leicht basischen pH-Werts von etwa 8, bei welchem das Nicotin als freie Base besser absorbiert wird. Es handelt sich um ein vergleichbares Prinzip wie zum Beispiel bei Crack (Cocain, Freebase).

Wirkungen

Die Effekte beruhen hauptsächlich auf dem Alkaloid Nicotin, das aus dem Tabak freigesetzt und über die Mundschleimhaut in den Blutkreislauf absorbiert wird und so in das zentrale Nervensystem gelangt. Nicotin hat unter anderem psychotrope, entspannende, angstlösende und stimulierende Eigenschaften. Es fördert die Wachheit und die Konzentration. Aus Snus wird gemäss der Literatur eine vergleichbare oder höhere Menge Nicotin freigesetzt wie beim Rauchen.

Anwendungsgebiete

Snus wird hauptsächlich als Genussmittel und Stimulans konsumiert. Vergleichbar mit anderen oralen Nicotinprodukten wird es auch zur Raucherentwöhnung oder als Alternative zum Rauchen verwendet. Es ist jedoch umstritten, ob Snus tatsächlich dabei hilft, das Rauchen aufzugeben.

Dosierung

Snus wird zwischen der Mundschleimhaut und der Oberlippe platziert und dort zwischen 15 Minuten bis zu 12 Stunden gehalten. Auf diese Weise mischt sich der Tabak nicht mit dem Speichel und es muss nicht dauernd gespuckt werden. Einige Konsumenten „snusen“ wie Kettenraucher den ganzen Tag über.

Vorsichtsmassnahmen

Snus soll nicht bei einer Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in den Arzneimittel-Fachinformationen zu Nikotinersatzprodukten.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Mundgeruch, Verfärbungen und Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleischs, Schleimhauterkrankungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Schluckauf, ein schneller Puls, hoher Blutdruck und selten Herz-Kreislauf-Störungen. Snus kann wie andere Tabakprodukte zu einer Abhängigkeit führen. Ob es schwere Krankheiten wie beispielsweise Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursacht, ist umstritten. Aus unserer Sicht ist vom Konsum aufgrund möglicher gesundheitlicher Risiken abzuraten.

siehe auch

Rauchen, E-Zigaretten, Shammah, Schnupftabak

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 26.3.2017 geändert.
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