Unsere Vision Team Kontakt Werben SPENDEN Disclaimer Newsletter Twitter Facebook

Sehnenerkrankungen Indikationen

Erkrankungen der Sehnen und Sehnenscheiden äussern sich oft in einseitigen Schmerzen, die zunächst bei einer Bewegung oder Belastung und später auch in Ruhe auftreten können. Sie betreffen häufig die Handgelenke und die Unterarme. Die Ursache liegt in der Regel in einer Überbelastung durch eine häufige Wiederholung einer bestimmten Tätigkeit bei der Arbeit oder in der Freizeit. Zur Behandlung wird eine Schonung, eine Anpassung des Arbeitsplatzes oder des Verhaltens empfohlen. Auch eine Bandage, Kälte, Wärme und Physiotherapie können die Beschwerden lindern. Zur medikamentösen Therapie werden Schmerzmittel, schmerzlindernde Salben und Glucocorticoide eingesetzt.

synonym: Sehnenscheidenentzündung, Tendopathie, Tendovaginopathie, Tendovaginitis, Tenosynovitis

Symptome

Eine Erkrankung der Sehnen oder Sehnenscheiden äussert sich oft in dumpfen oder stechenden Schmerzen, die meistens einseitig und bei einer Bewegung, Belastung oder Druck auftreten. Weitere Beschwerden sind Schwäche, eine eingeschränkte Beweglichkeit und ein hörbares Knirschen. Betroffen sind häufig die Handgelenke und die Unterarme. In einem späteren Stadium können die Schmerzen auch in Ruhe vorhanden sein.

Ursachen

Die Ursache liegt oft in einer Überbelastung der Sehnen und Sehnenansätze, also derjenigen Strukturen, welche Muskeln und Knochen miteinander verbinden. Auslöser ist eine häufige Wiederholung einer bestimmten Tätigkeit, zum Beispiel bei der Arbeit am Computer, im Haushalt, beim Musizieren, Gamen oder beim Sport. Dies führt zu einer Irritation und einer strukturellen Veränderung der Kollagenfasern. Gemäss der Literatur liegt eine Entzündung hingegen nur selten oder in geringem Ausmass vor, weshalb die umgangssprachliche Bezeichnung „Sehnenscheidenentzündung“ für diese Beschwerden eigentlich nicht korrekt ist. Man spricht allgemein von einer Tendopathie oder einer Tendovaginopathie, also einer Erkrankung der Sehnen oder Sehnenscheiden.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand der Patientengeschichte und mit einer körperlichen Untersuchung gestellt. Ein Arztbesuch wird insbesondere bei einer längeren Dauer (> 2 Wochen), starken Schmerzen und einer lokalen Entzündungsreaktion (Schwellung, Rötung) empfohlen.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Die wichtigste Massnahme ist die Schonung der betroffenen Region. Aktivitäten, welche die Schmerzen auslösen, sollen reduziert oder vermieden werden. Dies stellt die Betroffenen häufig vor ein Problem, denn weder die Arbeit noch die Hobbys werden gerne unterbrochen oder aufgegeben. Eine komplette Immobilisation wird nicht empfohlen, weil dabei eine Muskelatrophie auftreten kann.

Medikamentöse Behandlung

Lokale Salben wie beispielsweise ein Diclofenac-Gel, eine Arnica- oder Wallwurz-Salbe lindern kurzfristig die Schmerzen und haben entzündungshemmende Eigenschaften. Auch NSAID-Pflaster und Einreibungen werden eingesetzt.

Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen können kurzfristig zur Behandlung der Schmerzen eingesetzt werden. Ein Problem stellen die möglichen unerwünschten Wirkungen der NSAID dar, die vor allem bei einer längerfristigen Einnahme auftreten können.

Glucocorticoide haben entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften und werden in ärztlicher Behandlung direkt lokal injiziert. Die Arzneimittel sind für eine Kurzzeittherapie zugelassen. Sie reduzieren die Symptomatik, scheinen aber keinen Einfluss auf den Verlauf zu haben.

In der Literatur wird zusätzlich die Anwendung von Nitroglycerin erwähnt, das in Form eines Patches verabreicht wird. Nitroglycerin ist für diese Indikation aber nicht von den Behörden zugelassen (Off-Label).

siehe auch

Schmerzmittel, Tendovaginitis De Quervain

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


© PharmaWiki 2007-2017 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 3.10.2013 geändert.
Produkte zu dieser Seite anzeigen