Unsere Vision Team Kontakt Werben SPENDEN Disclaimer Newsletter Twitter Facebook

Saccharomyces boulardii Arzneimittelgruppen Probiotika

Saccharomyces boulardii ist ein Hefepilz, der als Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfallerkrankungen verschiedener Ursachen zugelassen ist. Der Pilz ist mit der Backhefe eng verwandt und hat antitoxische, entzündungshemmende, antimikrobielle und immunmodulierende Eigenschaften. Unerwünschte Wirkungen sind selten. Saccharomyces boulardii kann im Gegensatz zu anderen Probiotika mit Antibiotika kombiniert werden.

synonym: Saccharomyces boulardii cryodesiccatus, Saccharomyces boulardii lyophilisiert, Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926 desiccatus, Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926

Produkte

Saccharomyces boulardii ist in der Schweiz in Form von Kapseln und als Pulver in Beuteln im Handel (Perenterol®, Perenterol® travel) und seit 1990 zugelassen. Perenterol® travel ist seit dem Jahr 2010 registriert und zur Behandlung des Reisedurchfalls freigegeben. In Europa wird der Pilz seit den 1950er Jahren als Probiotikum eingesetzt.

Struktur und Eigenschaften

Saccharomyces boulardii ist ein Hefepilz, der mit der Backhefe Saccharomyces cerevisiae eng verwandt ist und am besten bei Körpertemperatur (37°C) gedeiht (Synonym: Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926). Er liegt in Arzneimitteln gefriergetrocknet vor. Der Name des Pilzes ist von seinem Entdecker Henri Boulard abgeleitet. Der französische Mikrobiologe entdeckte ihn im Jahr 1920 in Indochina während einer Choleraepidemie. Der Inhaltsstoff der Kapseln wird auch als Saccharomyces cerevisiae Hansen CBS 5926 desiccatus bezeichnet.

Wirkungen

Saccharomyces boulardii (ATC A07FA02 ) ist antidiarrhoisch. Er hat unter anderem antitoxische, entzündungshemmende, antimikrobielle und immunmodulierende Eigenschaften. Der Pilz ist lebensfähig, siedelt sich aber nicht dauerhaft im Darm an, sondern wird innert weniger Tage ausgeschieden.

Indikationen

Saccharomyces boulardii ist zur Vorbeugung und Behandlung von Durchfallerkrankungen verschiedener Ursachen zugelassen. Es kann zum Beispiel beim Reisedurchfall oder Durchfall infolge einer Antibiotikabehandlung eingesetzt werden.

Dosierung

Gemäss der Packungsbeilage. Die Arzneimittel können Säuglingen, Kindern und Erwachsenen verabreicht werden. Das Pulver soll nicht mit zu heissen (>50°C), eiskalten (0°C) oder alkoholhaltigen Speisen gemischt werden.

Kontraindikationen

Das Arzneimittel ist bei Überempfindlichkeit und bei Immunschwäche verschiedener Ursache kontraindiziert. Die Arzneimittel sollen aufgrund des Risikos einer Fungämie nicht in der Nähe von Patienten mit Zentralvenenkatheter geöffnet oder gehandhabt werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Antimykotika können die Pilze abtöten und so die Wirksamkeit des Arzneimittels reduzieren. Im Gegensatz zu anderen Probiotika ist eine Kombination mit Antibiotika hingegen möglich.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen sind selten. Sehr selten wurde über Fieber, Fungämie, Überempfindlichkeitsreaktionen und Blähungen berichtet. Die Fungämie (Pilze im Blut) wurde vor allem bei Patienten im Krankenhaus mit einem Zentralvenenkatheter beobachtet und erfolgt wahrscheinlich über eine Verunreinigung von aussen, nicht über die Einnahme.

siehe auch

Reisedurchfall, Probiotika

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

© PharmaWiki 2007-2018 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.1.2015 geändert.
Produkte zu dieser Seite anzeigen