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Reizdarmsyndrom Indikationen

Das Reizdarmsyndrom ist eine häufig vorkommende und chronische Darmerkrankung, die sich in Unterbauchschmerzen, Durchfall und/oder Verstopfung und Blähungen äussert. Die Ursache ist nicht genau bekannt. Eine viszerale Überempfindlichkeit, Motilitätsstörungen, psychische Faktoren und Infekte spielen eine Rolle. Zur Behandlung werden unter anderem Mittel gegen Durchfall, Abführmittel, Ballaststoffe, krampflösende Mittel, blähungstreibende Mittel, Pfefferminzöl, Probiotika und Antidepressiva eingesetzt.

synonym: Colon irritabile, Irritables Kolon, Reizdarm, Reizkolon, RDS, IBS, Spastische Colitis

Symptome

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Darmerkrankung, die sich in den folgenden andauernden oder wiederkehrenden Beschwerden äussert:

Die Beschwerden bessern mit der Stuhlentleerung. Einige Patienten leiden vorwiegend unter Durchfall, andere unter Verstopfung. Auch ein Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung kommt vor, resp. ein gemischter Typ (IBS: Irritable Bowel Syndrome):

Das Syndrom beginnt häufig schon in der Kindheit und kann nach einiger Zeit von alleine wieder verschwinden. Die Angaben über die Prävalenz variieren, aber sicher ist, dass grosse Teile der Bevölkerung betroffen sind. Die Beschwerden können im Alltag und Berufsleben eine starke psychosoziale Belastung darstellen und zu Angst, Depression und Frustration führen.

Ursachen

Das Reizdarmsyndrom wird als „funktionell“ bezeichnet, weil keine organischen (strukturellen) Ursachen feststellbar sind. Als gesicherte Entstehungsmechanismen gelten eine viszerale Überempfindlichkeit und psychische Faktoren. Auch Motilitätsstörungen spielen eine Rolle. Bei einem Teil der Patienten geht eine virale oder bakterielle Gastroenteritis voraus, zum Beispiel ein Reisedurchfall (sogenannter postinfektiöser Reizdarm).

RisikofaktorenDiagnose

Die Diagnose kann in ärztlicher Behandlung in der Regel basierend auf einer gründlichen Anamnese, körperlichen Untersuchung und mit einigen Labortests gestellt werden. Beim Vorhandensein von Alarmsymptomen wie rektalen Blutungen, Anämie, Gewichtsverlust, Fieber, Kolonkarzinom in der Familienanamnese oder einem Beginn in einem Alter über 50 Jahren sind weitere Tests notwendig, um andere Ursachen auszuschliessen. Die Differentialdiagnosen sind zahlreich, da viele Erkrankungen, Zustände und Medikamente Verstopfung und Durchfall auslösen können.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Methoden wie Psychotherapie, Hypnose, kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamische Therapie, Entspannungsverfahren und der Besuch von Selbsthilfegruppen können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Nahrungsmittel: Mögliche Auslöser sollen identifiziert und vermeiden oder reduziert werden. Ballast- und Quellstoffe haben einen günstigen Einfluss.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Therapie wird individuell auf jeden Patienten angepasst. Ein einziges Medikament reicht in der Regel nicht aus und es muss ausprobiert werden, was am besten wirksam und verträglich ist.

Antidiarrhoica:

Abführmittel:

Blähungstreibende Mittel:

Phytopharmaka:

Probiotika:

Krampflösende Mittel:

Trizyklische Antidepressiva:

Prokinetika:

Weitere Optionen

Alternativmedizin:

5-HT3-Antagonisten:

Chloridkanal-Aktivatoren:

Guanylatcyclase-C-Agonisten:

5-HT4-Agonisten:

Nicht-absorbierbare Antibiotika:

Placebo:

Zahlreiche weitere Wirkstoffe sind in klinischer Entwicklung und Untersuchung, aber noch nicht im Handel oder in dieser Indikation zugelassen.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.12.2017 geändert.
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