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Prolaktinome Indikationen

Prolaktinome sind gutartige Drüsengeschwulste, die aus Zellen des Hypophysenvorderlappens entstehen und zu einer verstärkten Freisetzung des Hormons Prolaktin führen. Bedingt durch die erhöhte Prolaktinkonzentration im Blut kommt es bei der Frau zu Menstruationsstörungen, Unfruchtbarkeit und Milchfluss, beim Mann zu Libidoverlust und Impotenz. Sehstörungen und Kopfschmerzen sind weitere mögliche Symptome. Mittel der 1. Wahl zur Behandlung sind Dopaminagonisten wie Bromocriptin, Cabergolin oder Quinagolid, welche die Symptome beseitigen und die Grösse des Adenoms signifikant reduzieren. Ein chirurgischer Eingriff oder eine Strahlentherapie sind nur selten notwendig.

synonym: Microprolaktinom, Macroprolaktinom, Prolaktin-sezernierendes Hypophysenadenom

Symptome

Die Symptome sind abhängig vom Geschlecht, vom Alter, von der Adenomgrösse und den Prolaktinspiegeln. Bei Frauen äussert sich ein Prolaktinom in Menstruationsstörungen (Ausbleiben oder verzögerte Regelblutung), Unfruchtbarkeit und Milchfluss. Bei Männern kommt es zu einem Testosteronmangel, reduzierter Libido, erektiler Dysfunktion, Impotenz, vermindertem Bartwachstum und selten zu Brustschmerzen und Milchfluss. Bei Kindern wird zusätzlich die Pubertät verzögert. Bei einem grossen Adenom können Beschwerden wie Kopfschmerzen und Sehstörungen aufgrund der mechanischen Kompression der Hirnnerven hinzukommen. Zu den möglichen Komplikationen gehören eine verminderte Knochendichte, ein erhöhtes Frakturrisiko und eine Blutarmut. Bösartige Hypophysentumore sind extrem selten.

Ursachen

Prolaktinome sind gutartige Drüsengeschwulste (Adenome), die aus den lactotrophen Zellen des Hypophysenvorderlappens entstehen und zu einer verstärkten Freisetzung des Hormons Prolaktin und einer Hyperprolaktinämie führen. Die sexuellen Störungen sind auf die erhöhte Prolaktinkonzentration im Blut zurückzuführen, da Prolaktin die GnRH-Freisetzung hemmt. Prolaktinome werden nach der Grösse eingeteilt: Microprolaktinome sind kleiner als 10 mm, Macroprolaktinome sind 10 mm gross oder grösser. Die Prolaktinspiegel sind häufig proportional zur Grösse des Adenoms. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten betroffen sind jedoch Frauen zwischen 20 und 60 Jahren.

Diagnose

Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung anhand des klinischen Bildes, laborchemischer Methoden (z.B. Messung der erhöhten Prolaktinwerte im Blut, Sexualhormone) und mit bildgebenden Methoden (MRI, CT) gestellt. Andere mögliche Ursachen einer Hyperprolaktinämie, unter anderem eine Schwangerschaft, müssen ausgeschlossen werden.

Nicht-medikamentöse Therapie

Asymptomatische Prolaktinome erfordern nicht zwingend eine Behandlung. Das ärztlich verordnete und kontrollierte beobachtende Zuwarten („Watchful Waiting“) kann einigen Patienten empfohlen werden. Weil die medikamentöse Therapie in der Regel gut wirksam ist, müssen sich nur eine Minderheit der Patienten als Methode der 2. Wahl einer chirurgischen Behandlung (minimal invasive transsphenoidale Hypophysenoperation) oder einer Strahlentherapie unterziehen.

Medikamentöse Therapie

Die Freisetzung von Prolaktin wird physiologisch von Dopamin gehemmt, dem sogenannten Prolactin Inhibiting Factor PIF. Zur medikamentösen Behandlung werden deshalb die Dopamin-Agonisten Bromocriptin, Cabergolin oder Quinagolid eingesetzt. Pergolid wird in der Literatur ebenfalls erwähnt, ist aber in der Schweiz nicht in dieser Indikation zugelassen. Auch das Parkinsonmittel Pramipexol ist in dieser Indikation nicht freigegeben. Dopaminagonisten gelten als Mittel der 1. Wahl bei Micro- und Macroadenomen, normalisieren Prolaktin und heben die Symptome auf. Sie führen zudem zu einer signifikanten Reduktion der Adenomgrösse. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Benommenheit, tiefer Blutdruck, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden, Brustschmerzen, Hitzewallungen, Depressionen und Halluzinationen. Nach dem Absetzen der Medikamente setzen die Symptome häufig wieder ein, deshalb sind Nachkontrollen notwendig. Cabergolin hat eine lange Halbwertszeit und kann als wöchentliche Einzeldosis verabreicht werden. Es ist gemäss den meisten Publikationen das Mittel der 1. Wahl. Bromocriptin und Quinagolid müssen hingegen täglich eingenommen werden.

siehe auch

Prolaktin, Hyperprolaktinämie, Dopamin-Agonisten

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 28.6.2013 geändert.
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