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Prämenstruelles Syndrom

Indikationen

Das prämenstruelle Syndrom äussert sich in Beschwerden wie emotionale Labilität, Reizbarkeit, Depression, Brustschmerzen, Kopfschmerzen und Ödeme. Die Symptome treten 7- 10 Tage vor Beginn der Menstruation auf und enden mit dem Einsetzen der Regelblutung. Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und deren Ausmass. SSRI gelten als Standard für die medikamentöse Behandlung. Bei leichten Beschwerden reicht häufig bereits eine Umstellung der Lebensgewohnheiten oder eine Therapie mit Phytopharmaka (Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Johanniskraut), um eine Linderung der Symptome zu erreichen.

synonym: Premenstrual Syndrome, Premenstrual Dysphoric Disorder, PMS

Symptome

Beim prämenstruellen Syndrom handelt es sich um ein bei Frauen vorkommendes Syndrom mit psychischen und körperlichen Beschwerden, die im Vorfeld der Menstruation (Lutealphase) auftreten und zu Beginn der Regelblutung wieder verschwinden. Es handelt sich dabei nicht um die Menstruationsbeschwerden, die während der Regelblutung auftreten.

Psychische Symptome: Depression, Wutanfälle, Reizbarkeit, Angst, Verwirrung, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, vermehrter Appetit, Verlangen nach Süssem

Physische Symptome: Spannungsgefühle in den Brüsten, Blähbauch (Meteorismus), Kopfschmerzen, Oedeme vor allem im Gesicht / Augenlider, Verdauungsstörungen, Akne, Rückenschmerzen, Bauchkrämpfe

Die Beschwerden beginnen vor dem Einsetzen der Menstruation (Lutealphase) und können sich verschlimmern, je näher die Regelblutung rückt. Nach der Menopause verschwinden die Beschwerden meistens. Der Verlauf des PMS kann von Frau zu Frau sehr stark variieren. Bis zu 30% der Frauen leiden an PMS. Bei rund 3-8% nehmen die Beschwerden ein so starkes Ausmass an, dass sie Konsequenzen im familiären, zwischenmenschlichen und beruflichen Bereich nach sich ziehen. Das PMS tritt vor allem bei Frauen über 30 Jahren auf.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung des PMS sind nicht bekannt. Früher wurde vermutet, dass lediglich ein Ungleichgewicht zwischen Gestagenen und Oestrogenen für die Entwicklung verantwortlich sei. Man ist sich heute aber einig, dass ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zu den Beschwerden beiträgt. Als wichtige Einflussfaktoren gelten endokrine Faktoren (Hypoglykämie, Änderungen im Kohlenhydratstoffwechsel, Hyperprolaktinämie, fluktuierende Progesteron- und Oestrogenspiegel, erhöhte ADH- oder Aldosteronspiegel), Botenstoffe im Gehirn (Serotonin) und andere körpereigene Substanzen (Prostaglandine), Stress, Vererbung, sowie die Ernährung. Normalerweise findet ein Ausgleich der schwankenden Hormonkonzentrationen während eines weiblichen Zyklus statt. Findet dieser Ausgleich nicht statt, können sich Beeinträchtigungen wie das PMS entwickeln.

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren gehören Stress, erhöhtes Alter, Fehlernährung, genetische Disposition und Depressionen.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus den Schilderungen der Beschwerden in ärztlicher Behandlung. Die Diagnose gilt als gesichert, wenn andere Erkrankungen als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden können.

Differentialdiagnose

Menstruationsbeschwerden, endogene Depression, Anämien, Anorexie oder Bulimie, Endometriose, Hypothyreose, Perimenopause

Nicht-medikamentöse Behandlung

Bevor eine medikamentöse Therapie in Betracht gezogen wird, sollte die Patientin nicht-medikamentöse Massnahmen ausprobiert haben. Falls dadurch keine Besserung der Symptome erzielt werden konnte, ist ein Wechsel auf eine medikamentöse Therapie angezeigt.

Gesunde Lebensführung:

Chirurgie:

Weitere:

Medikamentöse Behandlung

Die Art der Therapie richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden der Patientin.

In der Selbstmedikation:

Nicht-steroidale Entzündunshemmer und Analgetika:

Phytopharmaka:

Nahrungsmittelergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen:

Auf ärztliche Verordnung:

Antidepressiva:

Orale Kontrazeptiva

Diuretika:

Angstlösende Mittel und Beruhigungsmittel:

Weitere eingesetzte Arzneimittel:

Pflanzliche Therapie

Die verschiedenen Phytopharmaka sind in der Behandlung des PMS gut etabliert. Um eine optimale Wirkung zu erzielen sollten sie einige Monate lang angewendet werden.

Mönchspfeffer:

Traubensilberkerze

Johanniskraut:

Vorbeugung

Für die Prävention kann ein PMS-Kalender, der über längere Zeit hinweg geführt wird, um Zusammenhänge mit dem Zyklusverlauf zu erfassen, hilfreich sein. Ein solcher Kalender setzt sich aus den Kategorien Beschwerden, Zusammenhänge mit anderen Faktoren wie Ernährung, Schlaf, körperliche Aktivität etc. und Beurteilung des jeweiligen Tages zusammen. Die Führung eines PMS-Kalenders ermöglicht der Patientin ein Gefühl für die kritischen Tage zu entwickeln und den Alltag darauf einzustellen.

siehe auch

Menstruationsbeschwerden

Literatur

Autoren

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autoren (RB, AV) haben keine Beziehungen zu den Herstellern und sind nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Alle Inhalte sind werbefrei. Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.11.2012 geändert.
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