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Organisches und anorganisches Magnesium Arzneimittelgruppen Mineralstoffe Magnesium

Magnesium liegt in Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Salzen vor. Das Gegenion von Magensium kann organisch oder anorganisch sein. Ist es richtig, dass organische Magnesiumsalze besser in den Körper aufgenommen werden?

synonym: Magnesiumsalze

Definition

Magnesium liegt in Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Salzen mit einem Gegenion vor:

Mg2+ + negativ geladenes Gegenion

Bei den organischen Magnesiumsalzen ist das Gegenion organisch, d.h. es enthält Kohlenstoff- und Wasserstoffatome:

Organische Magnesiumsalze (Auswahl):

Anorganische Magnesiumsalze (Auswahl):

Vorsicht: Die Carbonate werden zu den anorganischen Verbindungen gezählt, obwohl sie Kohlenstoffatome enthalten. Magnesiumcarbonat ist also anorganisch.

Bioverfügbarkeit von Magnesiumsalzen - Aufnahme in den Körper

Die Aufnahme von Magnesium aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf ist die Voraussetzung dafür, dass Magnesium systemische Effekte ausüben und einen Mangel ausgleichen kann. Wirkstoffsalze unterscheiden sich bezüglich der Absorption und Bioverfügbarkeit.

Trifft es zu, dass organisches Magnesium besser absorbiert wird? Gemäss der Literatur (siehe unten) ist dies vielleicht richtig. Die organischen Salze werden gut aufgenommen. Im Unterschied dazu haben die anorganischen Salze Magnesiumcarbonat, Magnesiumsulfat und Magnesiumoxid eine schlechtere Bioverfügbarkeit.

Es gibt jedoch Ausnahmen - so hat etwa Magnesiumchlorid eine gute Verfügbarkeit. Die Verallgemeinerung, alle anorganischen Magnesiumsalze würden schlecht aufgenommen, ist also nicht zutreffend. Zudem ist die Absorption nicht null - ein therapeutischer Effekt kann trotzdem eintreten.

Die unterschiedliche Löslichkeit der Salze kann als Ursache vermutet werden. Denn genau die weniger gut verfügbaren anorganischen Salze haben eine schlechte Löslichkeit.

Das Thema ist jedoch umstritten. So kommt zum Beispiel Sighart Golf (2009) zur Schlussfolgerung, die Salzform spiele überhaupt keine Rolle - alle Salze seien für eine Behandlung gleichermassen geeignet. Er kritisiert verschiedene der durchgeführten Studien. Siehe unter http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29065 

Mit Magnesiumsalzen haben sich auch schon die Gerichte befasst. Schliesslich spielen auch kommerzielle Aspekte eine Rolle. Das Landgericht Hamburg kam im Jahr 2011 zum Schluss, die Überlegenheit von organischem Magnesiumcitrat gegenüber anorganischem Magnesiumoxid sei nicht ausreichend belegt. Deshalb dürfe nicht damit geworben werden.

siehe auch

Magnesium → Ausführliche Informationen zum Mineralstoff

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 27.8.2017 geändert.
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