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Nicethamid

Arzneimittelgruppen Analeptika

Nicethamid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Analeptika mit stimulierender Wirkung auf Kreislauf, Nervensystem und Atmung. Es ist zugelassen bei Ermüdungserscheinungen und Beschwerden, die durch einen Höhenaufenthalt und Luftdruckveränderungen hervorgerufen werden. Nicethamid steht auf der Dopingliste und soll nicht von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren eingenommen werden.

synonym: Nicethamidum PhEur, Nikethamid, Nicotinsäurediethylamid, Coramin, N,N-Diethylnicotinamid

Produkte

Nicethamid ist in der Schweiz in Gly-Coramin® enthalten (Lutschtabletten, Hänseler AG, früher: Novartis), das zusätzlich Zucker und Traubenzucker enthält. Früher war es zudem in Coramin T® (+ Theophyllin, ausser Handel) und Coramin-R® (ausser Handel) erhältlich.

Struktur und Eigenschaften

Nicethamid oder N,N-Diethylpyridin-3-carboxamid (C10H14N2O, Mr = 178.2 g/mol) ist ein Derivat von Nicotinamid, dem Amid des Vitamins Niacin (Vitamin B3). Es ist eine ölige Flüssigkeit oder kristalline Masse, farblos bis schwach gelblich; mischbar mit Wasser und Ethanol 96%.

Wirkungen

Nicethamid (ATC R07AB02 ) ist zentral stimulierend, atmungsanregend und kreislaufstimulierend.

Indikationen

Zur Behandlung von Ermüdungserscheinungen und Beschwerden, die durch einen Höhenaufenthalt und Luftdruckveränderungen hervorgerufen werden. In den folgenden Indikationen ist es nicht mehr zugelassen und veraltet: Respiratorische Insuffizienz, Kreislaufkollaps, Atemstörungen, medikamentös ausgelöste Atemdepression (z.B. durch Barbiturate).

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren: Einzeldosis: 1 Lutschtablette. Tagesdosis: bis zu 10 Lutschtabletten über den Tag verteilt.

Kontraindikationen

Mit Vorsicht anwenden bei:

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Keine Angaben.

Unerwünschte Wirkungen

Gemäss Fachinformation: Keine bekannt. Gemäss Literatur bei hoher Dosierung und Überdosierung: Übelkeit, Erbrechen, Flush, Juckreiz, Niesen, Schweissausbrüche, Angst, Tremor, Krämpfe, Unruhe, Tachykardie, Hypertonie, Arrhythmien, Erregung.

Klinische Studien

Wir konnten keine klinischen Studien zu den beanspruchten Anwendungsgebieten finden. Ebensowenig konnten wir neuere wissenschaftliche Untersuchungen oder Übersichtsarbeiten finden.

Wissenswertes

Nicethamid wurde 1924 in den Ciba-Laboratorien synthetisiert. 2010 wurde Gly-Coarmin® in der Schweiz von der Novartis an die Hänseler AG verkauft. Die Leichtathletikläuferin Torri Edwards wurde 2004 positiv auf Nicethamid getestet. Zugrunde lag aber offenbar keine Absicht, sondern eine einmalige Verwechslung mit Traubenzucker.

Literatur

Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen


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Alle Inhalte sind werbefrei. Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 14.6.2012
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