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Natriumhydrogencarbonat (Natron) Arzneimittelgruppen

Natriumhydrogencarbonat ist ein Natriumsalz der Kohlensäure, das Säuren neutralisiert und dabei das Gas Kohlenstoffdioxid freisetzt. Medizinisch wird es als Infusion bei einer metabolischen Azidose eingesetzt. Natriumhydrogencarbonat ist auch in Backpulvern enthalten und wird als pharmazeutischer Hilfsstoff und Lebensmittelzusatzstoff verwendet. Für die Behandlung von Magenbrennen wird es nicht mehr empfohlen. Auch als Basenpulver ist Natriumhydrogencarbonat nicht geeignet, weil es sich im Magen zersetzt.

synonym: Natrii hydrogenocarbonas PhEur, Natriumbicarbonat, Natron, Bullrichs Salz, E 500

Produkte

Natriumhydrogencarbonat ist in Apotheken und Drogerien als Offenware erhältlich.

Struktur und Eigenschaften

Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3, Mr = 84.0 g/mol) liegt als weisses, kristallines Pulver vor, das in Wasser löslich ist. Beim Erhitzen der Substanz entsteht mit der Zeit Natriumcarbonat (Na2CO3).

Wirkungen

Kommt Natriumhydrogencarbonat mit Säure in Kontakt, wird das Gas Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt:

Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) + Salzsäure (HCl) → Kochsalz (NaCl) + Wasser (H2O) + Kohlenstoffdioxid (CO2)

Im Blut erhöht es gelöst den pH-Wert und wirkt einer metabolischen Azidose entgegen.

Anwendungsgebiete (Auswahl)

Medizinische Indikationen:

Nicht empfohlene Anwendungsgebiete (Zersetzung im sauren Magen):

Für Lebensmittel:

Pharmazeutischer Hilfsstoff:

Technische Anwendungen

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Eine Anhebung des pH-Werts im Magen kann die Absorption von Wirkstoffen beeinflussen. Eine Alkalisierung des Harns kann die Elimination verändern. Saure Arzneimittel werden schneller, basische langsamer ausgeschieden.

Unerwünschte Wirkungen

Zur den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen. Ein langanhaltender Gebrauch kann die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind eine Hypernatriämie, eine Hypokaliämie und eine Alkalose.

Natron wird nicht mehr als Antazidum empfohlen, da es die Beschwerden nur kurzfristig lindert, im Magen viel Kohlenstoffdioxid freisetzt und die Säure anschliessend wieder sekretiert wird.

siehe auch

Backtriebmittel

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.1.2016 geändert.
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