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Infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) Indikationen Infektionskrankheiten

Die infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) ist eine vom Epstein-Barr-Virus ausgelöste Infektionskrankheit, die sich akut in starken Hals- und Schluckschmerzen, einer Mandelentzündung, Fieber, Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Müdigkeit äussert. Die Müdigkeit kann bisweilen mehrere Monate andauern. Die Erkrankung wird beim Küssen über den Speichel übertragen und tritt vor allem bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen auf, die sich in der Kindheit noch nicht mit dem Virus angesteckt hatten. Verwechselt werden kann sie unter anderem mit einer Streptokokken-Angina. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch unter anderem mit einer guten Schmerztherapie.

synonym: Pfeiffersches Drüsenfieber, Drüsenfieber, Kusskrankheit, The Kissing Disease, Mono, Mononucleosis infectiosa, Studentenfieber, Monozytenangina

Symptome

Der Erkrankung gehen unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen und Abgeschlagenheit voraus.

Verlauf

Der Verlauf und die Intensität der Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Die Übertragung des Virus kann asymptomatisch oder mild bis fulminat verlaufen. Die akute Erkrankung tritt hauptsächlich bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen auf, die sich in der Kindheit noch nicht mit dem Virus angesteckt hatten. Bei Kindern unter 10 Jahren verläuft sie in der Regel asymptomatisch (subklinisch) oder mild. Bei Erwachsenen über 30 ist sie selten und kann atypisch verlaufen. Fieber, Muskelschmerzen und vor allem Müdigkeit können Wochen bis mehrere Monate anhalten und führen zu Absenz von der Schule oder vom Arbeitsplatz; dies häufig in einer kritischen Zeit (Schul- oder Lehrabschluss, Studium, Karriereplanung). Auch bei Jugendlichen oder älteren Erwachsenen ist ein asymptomatischer Verlauf möglich.

Ursache

Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV), einem DNA-Virus aus der Gruppe der Herpesviren. Das Virus vermehrt sich vor allem in B-Lymphozyten und bleibt lebenslang in Gedächtniszellen erhalten. Über 90-95% der erwachsenen Bevölkerung trägt das Virus in sich.

Übertragung

In der Adoleszenz und bei jungen Erwachsenen hauptsächlich über den Speichel beim Küssen („The Kissing Disease“). Für die Übertragung ist eine bestimmte Konstellation notwendig: Vom küssenden Paar muss der eine Partner die Erkrankung bereits durchgemacht haben und Viruspartikel ausscheiden und der andere bisher noch nicht infiziert worden sein. Da das Virus auch in männlichen und weiblichen Genitalsekreten ausgeschieden wird, ist eine sexuelle Übertragung in seltenen Fällen nicht auszuschliessen. Eine Übertragung über eine grosse Menge Blut oder bei einer Transplantation ist ebenfalls gezeigt worden. Die Inkubationszeit liegt bei 4 bis 8 Wochen, die Antsteckungsfähigkeit bei 1.5 Jahren bis lebenslang.

Komplikationen

Schwere Komplikationen sind selten.

Risikofaktoren

Heranwachsende und junge Erwachsene, die das Virus noch nicht in sich tragen und den Freund oder die Freundin küssen. Da vor allem junge Menschen betroffen sind, tritt die Mononukleose in Kollektiven junger Menschen häufiger auf (Schule, Universitätscampus, Militärdienst).

Diagnose

In ärztlicher Behandlung. Es ist zu beachten, dass eine Verwechslung mit anderen durch Viren, Bakterien und Parasiten hervorgerufene Erkrankungen möglich ist, deren klinisches Bild sehr ähnlich ist. Diese sind nur aufgrund der Symptome schwierig auszuschliessen. Dazu gehören triviale, von Viren ausgelöste Halsschmerzen (Erkältung), eine Streptokokken-Angina, eine akute Infektion mit dem Cytomeglovirus, Diphtherie, eine akute HIV-Infektion und eine Toxoplasmose. Eine Erstinfektion mit dem humanen Herpesvirus HHV-6 (Dreitagefieber) im Erwachsenenalter verursacht ähnliche Beschwerden wie eine Mononukleose.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Aufgrund des Risikos für eine Milzruptur wird von körperlicher Aktivität abgeraten. Sportler sollten das Training ausreichend lange unterbrechen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (unter Umständen parenteral).

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung ist bisher rein symptomatisch. Wirksame antivirale Substanzen sind noch nicht auf dem Markt erhältlich.

Schmerzmittel sind innerlich verabreicht wirksam gegen Schmerzen und einige zusätzlich gegen Fieber. Da die Halsschmerzen sehr ausgeprägt sein können, soll eine adäquate Schmerzbehandlung verordnet werden (evt. Opioide!):

Topische Lokalanästhetika in Form von Sprays, Gurgellösungen oder Lutschtabletten betäuben den Schmerz lokal:

Nahrungsmittelersatz bei starken Hals- und Schluckbeschwerden:

Schlafmittel:

Antiviralia:

Glucocorticoide:

Antibiotika:

Pflanzliche und alternativmedizinische Arzneimittel:

Massnahmen gegen Müdigkeit (siehe dort)

Wissenswertes

Namensgebung: Der Kinderarzt Pfeiffer (1846-1921) hat die Erkrankung als erster beschrieben. Epstein und Barr untersuchten in den 1960er-Jahren B-Lymphozyten und wiesen die Viruspartikel nach.

siehe auch

Halsschmerzen, Erkältung, Mandelentzündung, Streptokokken-Angina, HIV, Toxoplasmose

LiteraturAutor

Dr. Alexander Vögtli vom PharmaWiki Team für PharmaWiki.ch. Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 18.12.2017 geändert.
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