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Melatonin-Rezeptor-Agonisten Arzneimittelgruppen

Melatonin-Rezeptor-Agonisten sind Wirkstoffe, welche wie das natürliche Schlafhormon Melatonin an Melatonin-Rezeptoren binden. Sie haben schlaffördernde Eigenschaften und beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Melatonin-Rezeptor-Agonisten werden zur Behandlung von Schlafstörungen, Depressionen und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus verabreicht. Zur Behandlung eines Jet-Lags sind sie bisher nicht zugelassen. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, ungewöhnliche Träume, Verdauungsbeschwerden, Schläfrigkeit und Müdigkeit. Die Wirkstoffe sind Substrate von CYP450-Isoenzymen, insbesondere von CYP1A.

synonym: Melatonin-Analoga, Melatonerge Agonisten

Hintergrund

Das von der Epiphyse (Zirbeldrüse) des Gehirns aus Tryptophan gebildete Schlafhormon Melatonin hat im Organismus eine zentrale Rolle bei der Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus. Es hat schlaffördernde Eigenschaften und vermindert die Körpertemperatur. Physiologisch steigen die Melatoninspiegel im Blut nach Einbruch der Dunkelheit an, erreichen gegen Mitte der Nacht ihren Höhepunkt und entfalten ihre schlaffördernde Wirkung. Licht ist der wichtigste natürliche Gegenspieler des Hormons. Die Effekte beruhen auf der Bindung an Melatonin-(MT)-Rezeptoren.

Wirkungen

Melatonin-Rezeptor-Agonisten haben schlaffördernde Eigenschaften. Die Effekte beruhen wie beim natürlichen Hormon auf der Bindung an die Melatonin-(MT)-Rezeptoren, vorwiegend MT1 und MT2. Agomelatin (Valdoxan®) blockiert zusätzlich Serotonin-5-HT2C-Rezeptoren und hat deshalb antidepressive Wirkungen.

Wirkstoffe

siehe auch unter Melatonin (Circadin®)

Indikationen

Weitere Anwendungsgebiete (bisher keine Zulassung):

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Melatonin-Rezeptor-Agonisten werden in der Regel einmal täglich abends vor dem Schlagengehen eingenommen.

Kontraindikationen

Melatonin-Rezeptor-Agonisten sind bei einer Überempfindlicheit kontraindiziert und dürfen nicht mit CYP1A-Hemmern wie Fluvoxamin kombiniert werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Melatonin-Rezeptor-Agonisten sind Substrate von CYP450 und insbesondere von CYP1A. Entsprechende Arzneimittel-Wechselwirkungen sind möglich.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, ungewöhnliche Träume, Verdauungsbeschwerden, Schläfrigkeit und Müdigkeit. Die Arzneimittel können müde machen und sollen daher nicht eingenommen werden, wenn eine erhöhte Konzentration erforderlich ist (z.B. vor dem Autofahren).

siehe auch

Melatonin, Jetlag

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.12.2016 geändert.
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