Malve
Phytopharmaka
Drogenliste Malvenblätter und -blüten sind pflanzliche Arzneimittel, die reizlindernde Schleimstoffe enthalten. Die Zubereitungen werden äusserlich und innerlich zur Reizlinderung verwendet, zum Beispiel bei Husten, Entzündungen des Mund- und Rachenraums und bei Hauterkrankungen. Malve wird umgangssprachlich auch als Käslichrut bezeichnet.synonym: Malva sylvestris, Malva neglecta, Chäslichrut, Käslichrut, Käslikraut
Produkte
Malve ist als Offenware in Apotheken und Drogerien erhältlich und als Tee von verschiedenen Anbietern im Handel. Malve ist ein Bestandteil des Brusttees (Species pectorales). Malvenextrakt ist als Flüssigkeit und Salbe auf dem Markt (Malvedrin®) und in Kosmetika wie Shampoos und Duschgels enthalten.
Stammpflanze
Wilde Malve Malva sylvestris L., Weg-Malve Malva neglecta Wallr., Malvaceae
Arzneidroge
Als Arzneidroge werden die Blätter und die Blüten verwendet. Malvenblätter (Malvae folium) bestehen aus den getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblättern von Malva sylvestris L. und/oder Malva neglecta Wallr. Malvenblüten (Malvae sylvestris flos) bestehen aus den ganzen oder geschnittenen, getrockneten Blüten von Malva sylvestris L. oder ihren kultivierten Varietäten.
Inhaltstoffe
Zu den Inhaltstoffen gehören Schleimstoffe aus Kohlenhydraten, Anthocyane, Anthocyanidine und Gerbstoffe.
Wirkungen
Malvenblätter und -blüten werden reizlindernde, erweichende und antitussive Eigenschaften zugeschrieben.
Anwendungsgebiete
- Husten
- Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, Halsschmerzen
- Malvenextrakt wird äusserlich gegen Hauterkrankungen eingesetzt
- Die Blüten werden an Ostern auch zum Eier färben verwendet
- In Kosmetika zur Körperpflege
Dosierung
Gemäss der Packungsbeilage. Die Arzneidroge wird als Aufguss zubereitet. Die Zubereitungen werden als Tee, in Form von Umschlägen, Waschungen, zum Gurgeln, für Mundspülungen und als Bäder verabreicht.
Unerwünschte Wirkungen
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Überempfindlichkeitsreaktionen.
siehe auch
Literatur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH, D)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Hänsel R., Sticher O., Steinegger E. Pharmakognosie - Phytopharmazie. Berlin, Heidelberg: Springer, 1999
- Kommission E Monographien
- Wichtl M. (Hrsg.) Teedrogen und Phytopharmaka. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1997
Autor
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.






