Müdigkeit
IndikationenZusammenfassungMüdigkeit zeichnet sich aus durch Energiemangel und geistige oder körperliche Erschöpfung. Häufige Ursachen sind eine geistige oder körperliche Anstrengung, zuwenig Erholung, eine Grunderkrankung, zum Beispiel eine Virusinfektion, Mangelzustände oder eine Schwangerschaft. Auch zahlreiche Arzneimittel machen müde. Die Therapie erfolgt nach der Ursache. Allgemein gut wirksam sind körperliche Bewegung, Sport, eine gute Schlafhygiene und ausreichend Erholung.
synonym: Fatigue, Erschöpfung, Energiemangel, Lethargie
Definition
Müdigkeit zeichnet sich aus durch Energiemangel und geistige oder körperliche Erschöpfung.
Schläfrigkeit ist nicht dasselbe wie Müdigkeit und ist dadurch charakterisiert, dass eine Person döst oder einschläft, wenn sie ruhig sitzt oder liegt, zum Beispiel beim Zugfahren, beim Lesen oder vor dem Fernseher. Gegen Schläfrigkeit hilft meist ein kurzes Nickerchen oder Schlaf.
Chronische Müdigkeit (auch Chronisches Erschöpfungssyndrom) dauert länger als 6 Monate und kann nicht durch Schlaf oder Erholung beseitigt werden.
Symptome
- Energiemangel
- Geistige Erschöpfung
- Schwäche
- Wenig Ausdauer und lange Erholungsdauer nach Anstrengung
- Keine Erholung durch Schlaf
- Desinteresse, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit
Ursachen
Physiologische Müdigkeit:
- Ein Ungleichgewicht zwischen Anstrengung und Erholung, etwa bei körperlicher oder geistiger Überbeanspruchung; ausgelöst durch die Lebensführung
- Schlafmangel
- Fehlende Motivation und Langeweile können eine Rolle spielen
- Müdigkeit ist auch bei Heranwachsenden häufig und in einem gewissen Ausmass normal; Ursachen liegen unter anderem im Wachstum, Schlafmangel und den sozialen und schulischen Belastungen
Sekundäre Müdigkeit:
Krankheiten:
- Virale Infektionskrankheiten wie zum Beispiel eine Erkältung, Grippe, Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), HIV, Hepatitis, Bandwürmer
- Schilddrüsenunterfunktion
- Oedeme
- Krebs, Lymphadenopathie
- Hypotonie
- Depression
- Neurologische Störungen
- Diabetes mellitus
- Dehydratation
- Schlafstörungen
- Eisenmangel
Schwangerschaft und Stillzeit:
- Bei Frauen sollte an eine mögliche Schwangerschaft gedacht werden
Mangelzustände:
- Vitamin- oder Mineralstoffmangel, z.B. Anämie
- Schlechte Ernährung, Appetitlosigkeit, Anorexie
Viele Arzneimittel:
- z.B. Antidepressiva, Antihistaminika, Benzodiazepine, Hypnotika, Betablocker, Opioide und einige Antibiotika
Genuss- und Rauschmittel
Psychische oder psychosoziale Ursache
Müdigkeit ohne diagnostizierbare Ursache
Differentialdiagnose
Schläfrigkeit und Schlafsucht (siehe oben). Müdigkeit und eine Depression können zusammen auftreten, müssen jedoch klar unterschieden werden.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Eine physiologische Müdigkeit, die durch ein Ungleichgewicht zwischen zwischen Anstrengung und Erholung ausgelöst wird, sollte durch Ruhe, Entspannung und ausreichend Schlaf behandelt werden können. siehe auch: Gute Schlafhygiene
- Körperliche Bewegung oder Sport, soziale Beziehungen und Arbeit sind wirksam
- Eine gute körperliche Fitness
- Wechsel von Medikamenten, die Müdigkeit auslösen
Medikamentöse Therapie
Nach Ursache:
Vitamine und Mineralstoffe bei nachgewiesenen Mangelzuständen:
- z.B. Eisen bei einer Eisenmangelanämie
Stimulanzien können Müdigkeit kurzfristig aufheben:
- Coffein und Coffeindrogen
- Nicethamid (Gly-Coramin®)
- Methylphenidat (Ritalin®, nicht in dieser Indikation zugelassen!)
- Modafinil (Modasomil®, nicht in dieser Indikation zugelassen!)
Antidepressiva bei gleichzeitiger Depression, sie können auch bei chronsicher Müdigkeit wirksam sein:
Roborantien (Tonika) sind Stärkungsmittel mit diversen Inhaltsstoffen. Ob sie klinisch wirksam sind, ist unklar:
- Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Pollen, Zucker, cholinerge Substanzen u.v.m
Pflanzliche Therapie
Ginkgo, Ginseng, Coffein und Coffeindrogen: Kaffee, Taigawurzel
Literatur
- Rosenthal T.C. et al. Fatigue: an overview. Am Fam Phys, 2008, 78(10), 1173-1179
- Viner R., Christie D. Fatigue and somatic symptoms. BMJ, 2005, 330, 1012-1015 Pubmed

- MedlinePlus


