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Levothyroxin Arzneimittelgruppen Schilddrüsenhormone

Levothyroxin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Schilddrüsenhormone, der dem natürlichen Thyroxin (T4) entspricht. Es wird vorwiegend zur Substitution bei einer Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt. Daneben existieren weitere Anwendungsgebiete. Die Tabletten oder Kapseln werden morgens nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, mit Wasser eingenommen. Denn viele gleichzeitig verabreichte Arznei- oder Nahrungsmittel können die Aufnahme in den Organismus reduzieren. Levothyroxin wird in der Regel gut vertragen. Falls die Dosis zu hoch ist, können unerwünschte Wirkungen wie beispielsweise Nervosität, Schlaflosigkeit, Durchfall und Herzklopfen auftreten.

synonym: Levothyroxinum, Levothyroxin-Natrium PhEur, L-Thyroxin, T4

Produkte

Levothyroxin ist in Form von Tabletten und Kapseln im Handel (Eltroxin®, Euthyrox®, Tirosint®). Es wird auch fix mit dem Schilddrüsenhormon Liothyronin (T3) kombiniert (Novothyral®). Die Bioäquivalenz ist zwischen verschiedenen Präparaten nicht immer gegeben. Deshalb soll ein Wechsel nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Struktur und Eigenschaften

Levothyroxin (C15H11I4NO4, Mr = 776.9 g/mol) entspricht dem körpereigenen Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4). Es wird synthetisch hergestellt. Levothyroxin ist ein tetraiodiertes Derivat der Aminosäure Tyrosin. In Arzneimitteln liegt es als Levothyroxin-Natrium vor, ein schwach bräunlich-gelbes, feines, kristallines Pulver, das in Wasser sehr schwer löslich ist.

Wirkungen

Levothyroxin (ATC H03AA01 ) ersetzt bei einer Schilddrüsenunterfunktion das von der Schilddrüse gebildete Hormon Thyroxin. Es führt zu einer Steigerung des Energieumsatzes, fördert die Bildung von Wärme und hat einen Einfluss auf den Protein-, Kohlenhydrat-, Lipid-, Nukleinsäure- und Vitamin-Stoffwechsel. Die volle Wirkung tritt verzögert innert drei Wochen ein. Levothyroxin hat eine lange Halbwertszeit von bis zu einer Woche.

Levothyroxin ist ein Prodrug und Prohormon, da die Effekte vor allem von seinem Metaboliten T3 (Triiodothyronin, Liothyronin) vermittelt werden, der bedarfsgerecht gebildet wird. Die physiologische Ausschüttung der Schilddrüsenhormone wird im Organismus vom Hypothalamus und der Hypophyse reguliert und unterliegt einer Rückkopplung. Bei der Verabreichung hoher Dosen (z.B. 200 µg) kommt es deshalb zu einer Unterdrückung der körpereigenen TSH-Sekretion.

Indikationen

Levothyroxin wird vorwiegend zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eingesetzt. Daneben existieren weitere Anwendungsgebiete (z.B. TSH-Suppression, Schilddrüsenmalignome, Schilddrüsensuppressionstest, Strumaprophylaxe).

Missbrauch

Schilddrüsenhormone werden von Übergewichtigen mit normaler Schilddrüsenfunktion als Schlankheitsmittel missbraucht, weil sie den Fettabbau steigern und den Grundumsatz erhöhen. Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen ist davon abzuraten.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Levothyroxin wird einmal täglich morgens mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück nüchtern mit Wasser eingenommen. Gleichzeitig keine Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, keinen Kaffee oder Milch zu sich nehmen! Die Therapie wird einschleichend begonnen und die Dosis wird individuell bestimmt. Während der Schwangerschaft kann die erforderliche Dosis erhöht sein.

Kontraindikationen

Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Levothyroxin hat ein hohes Interaktionspotential. Bestimmte Wirkstoffe können die Absorption des Schilddrüsenhormons verringern. Dazu gehören Ionenaustauscherharze, Sevelamer, Antazida, Calcium- und Eisenpräparate. Auch Nahrungsmittel können einen Einfluss auf die Aufnahme haben, zum Beispiel Sojaprodukte. Deshalb wird eine nüchterne Einnahme empfohlen.

Daneben sind weitere Arzneimittel-Wechselwirkungen möglich.

Unerwünschte Wirkungen

Levothyroxin wird bei einer optimalen Einstellung in der Regel gut vertragen. Bei einer zu hohen Dosis oder einer zu schnellen Dosissteigerung können jedoch unerwünschte Wirkungen auftreten, die für eine Schilddrüsenüberfunktion typisch sind. Dazu gehören beispielsweise Nervosität, Schlaflosigkeit, Durchfall, Zittern, Schwitzen, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 9.2.2015 geändert.
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