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Lamotrigin Arzneimittelgruppen Antiepileptika Phenyltriazine

Lamotrigin ist ein antikonvulsiver Wirkstoff aus der Gruppe der Antiepileptika, der zur Behandlung der Epilepsie und zur Vorbeugung depressiver Episoden bei Patienten mit einer bipolaren Störung eingesetzt wird. Die Tabletten werden ein- bis zweimal täglich und unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Die Behandlung wird einschleichend begonnen und das Absetzen erfolgt ausschleichend. Die Wirkungen beruhen hauptsächlich auf der Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle und der Hemmung der Freisetzung exzitatorischer Neurotransmitter wie Glutamat. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Sehstörungen, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Gangstörungen, Schläfrigkeit, Übelkeit und Durchfall. Lamotrigin kann selten einen schwerwiegenden Hautauschlag verursachen.

synonym: Lamotriginum PhEur, LTG

Produkte

Lamotrigin ist in Form von Tabletten im Handel (Lamictal®, Generika). Es ist in der Schweiz seit 1994 zugelassen. In einigen Ländern sind zusätzlich magensaftresistente Retardtabletten im Handel (Lamictal® XR).

Struktur und Eigenschaften

Lamotrigin (C9H7Cl2N5, Mr = 256.1 g/mol) ist ein chloriertes Phenyltriazin-Derivat, das ursprünglich als Folsäure-Antagonist entwickelt wurde und auch als schwacher Dihydrofolat-Reduktase-Hemmer wirksam ist. Es liegt als weisses Pulver vor, das in Wasser sehr schwer löslich ist. Aufgrund struktureller Ähnlichkeiten mit Phencyclidin (PCP, „Angel Dust“) kann ein Drogentest falsch positive Resultate ergeben.

Wirkungen

Lamotrigin (ATC N03AX09 ) hat antiepileptische und stimmungsstabilisierende Eigenschaften. Die Wirkungen beruhen in erster Linie auf der Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle in Nervenzellen. Dadurch wird die neuronale Membran stabilisiert und die Freisetzung von exzitatorischen Neurotransmittern wie Glutamat und Aspartat aus der Präsynapse gehemmt. Die Folge ist eine geringere Erregung des zentralen Nervensystems und ein reduziertes Risiko für epileptische Anfälle. Lamotrigin hat eine lange Halbwertszeit zwischen 24 und 35 Stunden.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Tabletten werden ein- bis zweimal täglich und unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht. Sie können in Wasser suspendiert, gekaut oder geteilt werden. Die Behandlung wird einschleichend begonnen und die Dosis individuell angepasst. Das Absetzen soll ausschleichend erfolgen.

Kontraindikationen

Lamotrigin ist bei einer Überempfindlichkeit und einer schweren Niereninsuffizienz kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Lamotrigin wird von UDP-Glucuronyltransferasen konjugiert. Entsprechende und weitere Arzneimittel-Wechselwirkungen sind möglich. Der Wirkstoff interagiert hingegen nicht mit CYP450. Vorsicht: Hormonale Kontrazeptiva senken die Plasmaspiegel von Lamotrigin. Entsprechende Richtlinien zur gleichzeitigen Anwendung müssen berücksichtigt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Sehstörungen (Doppeltsehen, Verschwommensehen), Hautauschlag, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Gangstörungen, Schläfrigkeit, Übelkeit und Durchfall. Lamotrigin kann in selten Fällen schwere Hautreaktionen wie ein Stevens-Johnson-Syndrom und eine toxische epidermale Nekrolyse verursachen.

siehe auch

Antiepileptika

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 17.4.2014 geändert.
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