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Kopfläuse

Indikationen

Kopfläuse sind flügellose Insekten, die im Kopfhaar leben, sich vom Blut des Wirts ernähren und fortpflanzen. Sie werden durch engen Kontakt von Haar zu Haar übertragen, befallen hauptsächlich Kinder und sind im Sommer aktiver. Das Leitsymptom ist Juckreiz, zu den Komplikationen gehören Kopfhautaffektionen wie Ekzeme und bakterielle Superinfekte. Zur Behandlung stehen eine Reihe von Arzneimitteln zur Verfügung, unter anderem Permethrin, Malathion, Dimeticon und pflanzliche Präparate. Die Anwendung dieser Mittel muss nach 7-10 Tagen wiederholt werden. Als Begleitmassnahme wird das regelmässige Auskämmen mit einem speziellen feinzinkigen Kamm empfohlen.

synonym: Pedikulose, Pediculosis capitis, Kopflausbefall

Symptome

Ursachen

Die Kopflaus Pediculus humanus capitis ist ein flügelloses Insekt mit 3 Beinpaaren, das im ausgewachsenen Zustand die Grösse von Sesamsamen hat (ca. 3 mm). Die Weibchen sind etwas grösser als die Männchen. Lebende Läuse und Nissen sitzen auf dem Haarboden und dem kopfhautnahen Teil der Haare und überleben dort zwischen 2-4 Wochen. Sie ernähren sich vom Blut, das sie an der Kopfhaut regelmässig innert weniger Stunden saugen. Die weibliche Laus legt täglich zwischen 5-10 Eier. Trotzdem finden sich in der Regel nur 10 bis maximal 20 Läuse im Haar. Die Eier sind silbergrau und sehr klein. Sie werden in einer chitinhaltigen Hülle mit einer Kittsubstanz direkt 1-2 mm über der Kopfhaut an die Haare geklebt. Die Larven schlüpfen nach ca. 7-10 Tagen aus und reifen innert 9-12 Tagen zu geschlechtsreifen Läusen. Die leeren Eihüllen (sog. Nissen) verbleiben an den Haaren und wachsen mit diesen nach oben. Kopfläuse befallen nur das Kopfhaar.

Übertragung

Kopfläuse werden von Mensch zu Mensch hauptsächlich bei engem Körperkontakt von Haar zu Haar übertragen. Sie werden nicht von Tieren übertragen und können nicht springen wie die Flöhe, fliegen oder schwimmen. Eine indirekte Übertragung über Kämme, Haarbürsten, Schals, Kopfbedeckungen, Fahrradhelm oder Kopfunterlagen ist möglich, wird aber nicht als wichtig angesehen. Läuse sterben ausserhalb des Körpers rasch innert 6-26 Stunden.

Komplikationen

Kopfläuse übertragen keine Krankheiten.

Risikofaktoren

Betroffen sind hauptsächlich Kinder. Mädchen sind häufiger befallen als Jungen, wahrscheinlich nicht aufgrund der längeren Haare, sondern weil sie einen engeren Kontakt pflegen. Im Sommer ist ein Kopflausbefall häufiger, vermutlich, weil die Läuse in einem wärmeren Klima aktiver sind und mehr Eier legen.

Diagnose

Die Diagnose gilt als gesichert, wenn mindestens eine lebende Laus oder lebensfähige Eier gefunden werden. Läuse oder Eier befinden sich auf dem Haarboden und dem kopfhautnahen Teil der Haare. Die lichtscheuen Insekten können ihre Farbe der Umgebung anpassen und sind deshalb schwierig zu erkennen. Die Eier sind hell oder dunkel und lassen sich nicht vom Haar abgestreifen wie Kopfschuppen oder Verunreinigungen. Sie lassen sich im Nacken und hinter den Ohren erkennen. Da sie sehr klein sind, soll eventuell eine Lampe und ein Vergrösserungsglas zu Hilfe genommen werden. Durch nasses Auskämmen mit einem Läusekamm lässt sich die Zuverlässigkeit der Diagnose deutlich verbessern. Die Lebensfähigkeit der Eier soll mikroskopisch beurteilt werden, wenn nur Eier und keine lebenden Läuse gefunden werden.

Vorbeugung

Eine Übertragung auf andere Personen soll möglichst verhindert werden (Schule, Klassenlager, Kindergarten). Zur medikamentösen Prophylaxe werden eine Reihe von Medizinprodukten und Kosmetika von den Herstellern empfohlen. Ob sie wirksam sind, ist nicht bekannt. Häufig verwendet wird zum Beispiel das Rausch Weidenrinden Shampoo (früher: Rausch Weidenteer Shampoo). Anwendung: 2-3 mal pro Woche die Haare mit dem Shampoo waschen. Ob es dazu tatsächlich wirksam ist oder nur ein Mythos, ist uns nicht bekannt.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Das regelmässige nasse Auskämmen der Haare mit einem Nissenkamm (Lauskamm) entfernt die Läuse mechanisch. Das Auskämmen wird als Begleitmassnahme zur medikamentösen Behandlung empfohlen, ob es als Monotherpie wirksam ist, ist umstritten. Als Monotherapie müsste das Haar alle 3-4 Tage während 2-4 Wochen ausgekämmt werden, was zwar frei von unerwünschten Wirkungen ist, aber für die Eltern sehr zeitaufwändig.

Eine vollständige Rasur der Haare ist wirksam, da die Läuse den Haarschaft benötigen, um ihre Eier abzulegen. Das kosmetische Resultat dieser Methode ist jedoch nicht für alle Patienten akzeptabel.

Abtöten mit Heissluft (Föhn) ist unzuverlässig und kann zu Schädigungen der Kopfhaut führen.

Kindern können die Fingernägel kurz geschnitten werden, damit sie sich nicht kratzen können.

Hygienische Massnahmen werden heute als weniger wichtig angesehen. Regelmässiges Staubsaugen und Wechseln der Bettwäsche wird empfohlen, Waschen bei 60°C. Nicht empfohlen wird die Verwendung von Insektiziden (Insektensprays) zur Umgebungsbehandlung.

Allgemeines Behandlungsschema

Für alle nachfolgenden Lausmittel:

Medikamentöse Behandlung

Lausmittel werden als Pedikulozide bezeichnet. Dazu gehören:

Insektizide beeinträchtigen das Nervensystem der Insekten und töten sie so ab:

Hilfsstoffe:

Silicone:

Pflanzliche Präparate:

Antibiotika:

Die Wirksamkeit der folgenden Hausmittel ist nicht nachgewiesen und ist zweifelhaft:

Ergänzende Präparate

Gründe für das Therapieversagen

siehe auch

Nissenkamm, Permethrin, Malathion, Dimeticon, Juckreiz, Flöhe, Krätze, Filzläuse

Literatur

Autor

Dr. Alexander Vögtli vom PharmaWiki Team für PharmaWiki.ch. Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Unternehmen und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 26.2.2014 geändert.
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