Unsere Vision Team Kontakt Werben SPENDEN Disclaimer Newsletter Twitter Facebook

„Kampftomaten“ Lebensmittel

Sie sind orange wie die Entwertungsmaschinen am Bahnhof, hart wie Äpfel, sauer und völlig geschmacklos. Die importierte Tomate ist eine visuelle, gustatorische und olfaktorische Beleidigung. Und trotzdem wird sie in der Schweiz hervorragend verkauft. Man kann sich tausende Hände vorstellen, die täglich hunderttausende Tomaten aus den Gestellen greifen, wägen und zur Kasse bringen. Vielleicht deshalb, weil sie überall im Angebot, billig und als solche angeschrieben sind. Wahrscheinlich kennen wir Tomaten gar nicht mehr anders als in der standardisierten Variante. Aber eigentlich ist die importierte Tomate gar keine Tomate mehr, sondern lediglich ein Surrogat, das vorgibt, eine zu sein. Weshalb gibt es in der Schweiz keine guten Tomaten zu kaufen?

Gewächshäuser in der Umgebung von Almeria. Satellitenaufnahme © Google Maps

Erwin Wagenhofer ist dieser Misere in seinen Dokumentarfilm „We feed the world“ aus dem Jahr 2005 auf den Grund gegangen. Die „Kampftomate“ stammt aus den Ebenen um Almeria, dem Gewächshaus Europas, wo zehntausende Hektar Land eng mit Treibhäusern verbaut sind, die sogar aus dem Weltraum erkennbar sind. Es lohnt sich, die Landschaft aus der Luft bei Google Maps  anzusehen. Die eigentlich hochsensible Frucht wurde gezüchtet, um die 1700 km lange Reise über Fliessbänder und Lastwagen bis in die Schweiz zu überstehen. Der Geschmack hat dabei ganz offensichtlich eine untergeordnete Rolle gespielt.

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


© PharmaWiki 2007-2017 - PharmaWiki informiert unabhängig und zuverlässig über Medikamente und Gesundheit.
Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.1.2017 geändert.
Produkte zu dieser Seite anzeigen