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Helicobacter pylori Indikation Infektionskrankheiten

Helicobacter pylori ist ein gramnegatives Bakterium, das sich im Verdauungstrakt ansiedelt und einen wichtigen Faktor bei der Entstehung von Magenentzündungen, Magen- und Darmgeschwüren und Magenkarzinomen darstellt. Die Infektion verläuft auch häufig symptomlos. Zur medikamentösen Behandlung wird in der Regel eine Kombinationstherapie mit zwei Antibiotika und einem Protonenpumpen-Inhibitor während mindestens 7 Tagen durchgeführt, die so genannte Tripeltherapie. Ein Problem stellen die zunehmenden Resistenzen gegen die Antibiotika dar, welche dazu führen, dass die Eradikation mit den traditionell eingesetzten Arzneimitteln nicht immer gelingt. Begleitend zur Behandlung kann ein Probiotikum empfohlen werden.

synonym: Helicobacter-pylori-Infektion

Symptome

Die Infektion mit Helicobacter pylori ist ein wichtiger Faktor bei der Entstehung einer Magenentzündung (Gastritis), von Magen- und Darmgeschwüren (Ulcus), eines Magenkarzinoms und eines MALT-Lymphoms. Bei der Mehrheit der Patienten werden hingegen keine klinischen Beschwerden beobachtet. Das akute Stadium der Infektion kann sich in Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch äussern.

Ursachen

Ursache der Beschwerden ist eine Infektion des Magens mit dem gramnegativen Bakterium Helicobacter pylori, das in der Regel in den ersten zwei Lebensjahren oral-oral oder fäkal-oral übertragen wird. Nahezu die Hälfte alle Menschen auf der Erde tragen das Bakterium in sich. Die Prävalenz liegt in den westlichen Ländern bei 10-60% und kann in Entwicklungsländern bis zu 100% erreichen. Mit Hilfe des Enzyms Urease kann Helicobacter pylori Harnstoff (Urea) in den basischen Ammoniak umwandeln und so im sauren Milieu des Magens überleben. Die Infektion führt im Magen zu einer Schleimhautentzündung und -schädigung. Das Bakterium ist widerstandfähig und verbleibt bis ans Lebensende im Magen, falls es nicht mit Antibiotika entfernt wird.

Diagnose

Ein diagnostischer Test wird in der Regel erst dann durchgeführt, wenn klinische Beschwerden vorliegen. Zur Diagnose stehen verschiedene nicht-endoskopische und endoskopische Methoden zur Verfügung:

Beim Harnstoff-Atemtest nimmt der Patient markierten 13C-Harnstoff zu sich. Dieser wird von der Urease des Bakteriums zu Kohlendioxid überführt, welches in den Blutkreislauf absorbiert und in der ausgeatmeten Luft nachgewiesen wird.

Medikamentöse Behandlung

Zur medikamentösen Behandlung wird in der Regel eine Kombinationstherapie mit zwei Antibiotika und einem Protonenpumpen-Inhibitor durchgeführt, die so genannte Tripeltherapie. Die Therapiedauer unterscheidet sich zwischen verschiedenen Ländern und liegt bei 7, 10 bis maximal 14 Tagen. „Französische“ Tripeltherapie bei Erwachsenen:

Die Behandlung stellt für die Patientinnen und Patienten eine Herausforderung dar und zwar sowohl bezüglich der Theapietreue als auch der Nebenwirkungen. Desweiteren ist mit Arzneimittel-Wechselwirkungen zu rechnen, weil das Makrolid Clarithromycin ein potenter CYP3A-Hemmer ist. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem Kopfschmerzen, Durchfall, Candidainfektionen, Hautausschläge und Überempfindlichkeitsreaktionen. Die zusätzliche Gabe eines Probiotikums wird empfohlen, um die antibiotikaassoziierte Diarrhöe zu verhindern und die Behandlung positiv zu beeinflussen.

Metronidazol kann anstelle von Amoxicillin bei einer Penicillinallergie in einer Dosierung von 2 x täglich 500 mg verwendet werden. Alternativ werden auch Bismutsalze, z.B. basisches Bismutsalicylat, Tetrazykline, Chinolone (Levofloxacin) sowie Rifabutin eingesetzt. Ein Problem mit der traditionellen Tripeltherapie stellen die sinkenden Erfolgsraten aufgrund der zunehmenden Resistenzen dar, insbesondere gegen Clarithromycin und Metronidazol. Nach der Behandlung soll die erfolgreiche Eradikation deshalb mit einem diagnostischen Test bestätigt werden. Beim Therapieversagen kann ein anderes Therapieschema versucht werden, zum Beispiel eine Quadrupeltherapie mit einem Bismutsalz. Möglich ist auch ein vorgängiger Test der Empfindlichkeit der Bakterien auf die Antibiotika.

siehe auch

Gastritis

LiteraturAutoren

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 12.7.2012 geändert.
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