Hand-Fuss-Mund-Krankheit
IndikationenDie Hand-Fuss-Mund-Krankheit ist eine virale Infektionskrankheit, die vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auftritt und sich zunächst in leichtem Fieber, Halsschmerzen und Krankheitsgefühl äussert. Typisch ist der Ausschlag mit Blasen, der im Mund, an den Handflächen und den Füssen auftreten kann. Die Ursache ist eine Infektion mit Coxsackieviren oder Enteroviren. Bisher steht keine ursächliche antivirale Behandlung zur Verfügung und die Behandlung zielt auf die Linderung der Symptome. synonym: Hand-Fuss-Mund, Hand-Fuss-Mund-Exanthem, Falsche Maul und Klauenseuche
Symptome
Die Hand-Fuss-Mund-Krankheit äussert sich in den folgenden möglichen Beschwerden:
- Zunächst unspezifische Beschwerden wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl und Halsschmerzen
- Hautausschlag mit Blasen an den Handflächen und den Fusssohlen. Die Blasen sind vieleckig und von einem roten Hof umgeben.
- Schmerzhafte, rote Ausschläge auf der Zunge und der Mundschleimhaut mit Blasenbildung, Geschwürbildung (Aphthen)
- Appetitverlust
Die wichtigste mögliche Komplikation ist die Dehydration. Sehr selten kann sich eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung entwickeln. Betroffen sind vor allem Kinder unter 10 Jahren und die übliche Krankheitsdauer beträgt etwa 7 bis 14 Tage.
Ursachen
Die Ursache der Erkrankung ist eine Virusinfektion mit dem Coxsackievirus A16, dem Enterovirus 71 und anderen, selteneren Erregern. Die Viren werden von Person zu Person als Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt, meist über die fäkal-orale Route, übertragen. Die Kinder sind sehr ansteckend und können die Erkrankung an Familienangehörige und andere Kinder weitergeben. Deshalb werden auch kleinere oder grössere lokale Ausbrüche beobachtet. Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage.
Diagnose
Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung aufgrund der klinischen Symptome und eventuell mit Labormethoden gestellt. Zu den möglichen Differentialdiagnose gehören zum Beispiel der Mundsoor, eine Mundfäule, Herpangina, die echte Maul- und Klauenseuche und andere Kinderkrankheiten wie Windpocken.
Behandlung
Es steht keine ursächliche antivirale Behandlung zur Verfügung. Zur symptomatischen Therapie können Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol verwendet werden. Im Mund können bei Schmerzen lokal betäubende und antiseptische Mittel, Spülungen und Gurgellösungen eingesetzt werden (z.B. Collunsol® N mit Lidocain und Chlorhexidin, Gerbstoffe). Salicylate, die in vielen Mundgelen enthalten sind, sollten vorsichtshalber nicht gegeben werden. Zur Behandlung der Hautläsionen werden in der Literatur desinfizierende Hautsalben erwähnt.
Zu den möglichen nicht-medikamentösen Massnahmen gehören:
- Auf eine ausreichende Flüssigkeitzufuhr achten, um eine Dehydratation zu vermeiden.
- An Eis lutschen, Glace essen.
- Kalte Getränke trinken.
- Scharfe und heisse Gewürze vermeiden, „langweilig“ essen.
- Gute Mundhygiene.
- Essen zerkleinern.
Vorbeugung
- Den Kontakt mit Erkrankten möglichst meiden, Kranke isolieren.
- Gute Händehygiene.
siehe auch
Kinderkrankheiten, Mundsoor, Aphthen
Literatur
- Frydenberg A., Starr M. Hand, foot and mouth disease. Aust Fam Physician, 2003, 32(8), 594-5 Pubmed

- Lee T.C., Guo H.R., Su H.J., Yang Y.C., Chang H.L., Chen K.T. Diseases caused by enterovirus 71 infection. Pediatr Infect Dis J, 2009, 28(10), 904-10 Pubmed

- Lehrbücher der Medizin und Pädiatrie
- Solomon T., Lewthwaite P., Perera D., Cardosa M.J., McMinn P., Ooi M.H. Virology, epidemiology, pathogenesis, and control of enterovirus 71. Lancet Infect Dis, 2010, 10(11), 778-90 Pubmed

- Wong S.S., Yip C.C., Lau S.K., Yuen K.Y. Human enterovirus 71 and hand, foot and mouth disease. Epidemiol Infect, 2010, 138(8), 1071-89 Pubmed

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