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Glucagon Arzneimittelgruppen Antihypoglykämika

Glucagon ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antihypoglykämika und ein natürliches Hormon der Bauchspeicheldrüse, welches den Blutzucker erhöht. Es wird zur Notfallbehandlung einer akuten und schweren Unterzuckerung (Hypoglykämie) eingesetzt, die beim Diabetiker aufgrund der blutzuckersenkenden Insulinbehandlung auftreten kann. Die Spritze wird bei Bewusstlosigkeit von Angehörigen oder in ärztlicher Behandlung subkutan oder intramuskulär verabreicht. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Übelkeit und Erbrechen. Es ist entscheidend, dass die Angehörigen wissen, wie die Spritze vorbereitet und verabreicht wird.

synonym: Glucagonum PhEur, Glucagonum humanum PhEur, Hypokit, Glukagon

Produkte

Glucagon ist als Injektionspräparat im Handel (GlucaGen®). Es ist in der Schweiz seit 1965 zugelassen. Für die Patienten steht es als Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung in einer Fertigspritze zur Verfügung. Das Arzneimittel wird in der Apotheke bis zur Abgabe kühl gelagert. Die Patienten können es bei Raumtemperatur aufbewahren.

Struktur und Eigenschaften

Glucagon (C153H225N43O49S, Mr = 3483 g/mol) ist ein lineares Polypeptid aus 29 Aminosäuren, das die gleiche Struktur wie das von Alpha-Zellen der menschlichen Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon besitzt. Es liegt als weisses Pulver vor, das in Wasser und den meisten organischen Lösungsmitteln praktisch unlöslich ist.

Struktur: H-His-Ser-Gln-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Tyr-Ser-Lys-Tyr-Leu-Asp-Ser-Arg-Arg-Ala-Gln-Asp-Phe-Val-Gln-Trp-Leu-Met-Asn-Thr-OH

Das im Arzneimittel enthaltene Glucagon wird biotechnologisch aus dem Hefepilz Saccharomyces cerevisiae gewonnen.

Wirkungen

Glucagon (ATC H04AA01 ) erhöht den Blutzuckerspiegel und wirkt so den Effekten von Insulin entgegen. Die Effekte beruhen auf dem Abbau des Glykogens in der Leber. Glucagon hemmt ferner die Bewegungen des Verdauungstrakts. Die Wirkungen treten innert einer Minute ein und halten bis zu zwanzig Minuten an.

IndikationenDosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Fertigspritze kann nicht direkt injiziert werden: Vor der Verabreichung muss die Trockensubstanz im Lösungsmittel gelöst und die Mischung in die Spritze aufgesogen werden. Die Verabreichung erfolgt subkutan oder intramuskulär. Mit dem Effekt ist etwa innert 10 Minuten zu rechnen. Anschliessend müssen orale Kohlenhydrate verabreicht werden.

Kontraindikationen

Glucagon ist bei einer Überempfindlichkeit, einem Insulinom und einem Phäochromozytom kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Arzneimittel-Wechselwirkungen sind mit Insulinen (heben die Effekte auf), Betablockern, Anticholinergika, Indometacin und Warfarin beschrieben worden.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Übelkeit und Erbrechen. Gelegentlich kann eine Hypoglykämie erneut auftreten. Glucagon kann kurzfristig zu einem schnellen Puls und einem Bluthochdruck führen.

siehe auch

Diabetes, Hypoglykämie, Insuline, Notfallmedikamente

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 8.4.2017 geändert.
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