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Fluconazol

Arzneimittelgruppen Antimykotika Azol-Antimykotika

Fluconazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Azol-Antimykotika zur innerlichen Behandlung von Pilzinfektionen. Es wird zum Beispiel bei Scheidenpilz, Hautpilz und Mundsoor eingesetzt. Fluconazol gehört zu den nebenwirkungsärmeren Triazolen und ist besser verträglich als das Imidazol-Derivat Ketoconazol. Das Auftreten von Leberschädigungen und das Risiko für Interaktionen sind deutlich geringer als bei Ketoconazol. Häufige unerwünschte Wirkungen sind Verdauungsbeschwerden und Hautausschläge. Im Gegensatz zu anderen Azol-Antimykotika wird Fluconazol hauptsächlich über die Niere ausgeschieden.

synonym: Fluconazolum

Produkte

Fluconazol ist in Form von Kapseln, als Suspension und als Injektionspräparat im Handel. Neben dem Original Diflucan® sind auch Generika erhältlich. Es ist in der Schweiz seit 1989 zugelassen.

Struktur und Eigenschaften

Fluconazol (C13H12F2N6O, Mr = 306.3 g/mol) gehört zur Gruppe der Azol-Antimykotika und ist ein weisses bis fast weisses, kristallines, hygroskopisches (wasseranziehend) Pulver. Es ist in Wasser nur schwer löslich.

Wirkungen

Fluconazol (ATC D01AC15 , ATC J02AC01 ) ist antimykotisch und fungostatisch. Die Wirkungen beruhen auf der spezifischen Hemmung der Ergosterolsynthese, indem es die 14-α-Demethylase des Cytochrom P450-Systems von Pilzen hemmt. Dadurch wird die Umwandlung von Lanosterol zu Ergosterol unterbrochen. So kann die Membran der Pilzzellen nicht korrekt aufgebaut werden.

Indikationen

Zur Behandlung von:

In der Literatur werden noch andere Indikationsgebiete genannt, z.B. Behandlung einer Bauchfell- oder Lungenentzündung.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Fluconazol kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Tagesdosis wird an den Schweregrad der Pilzinfektion angepasst.

Kontraindikationen

Fluconazol ist bei Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern mit Tinea capitis und bei gleichzeitiger Gabe von Terfenadin, Cisaprid und anderen Medikamenten, welche das QT-Intervall verlängern, kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Fluconazol ist ein Substrat von CYP3A4 und gleichzeitig ein Hemmer von CYP2C9 und schwach von CYP3A4 und CYP2D6. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Fluconazol und CYP3A4-Induktoren (z.B. Rifampicin, Carbamazepin und Johanniskraut) können die Spiegel von Fluconazol vermindert sein. Bei gleichzeitiger Einnahme von Substanzen welche über CYP2C9, CYP3A4 und/oder CYP2D6 metabolisiert werden, können deren Serumspiegel erhöht sein.

Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Fluconazol und Warfarin kann es zu Blutungen und zum Anstieg der Prothrombinzeit kommen. Die Wirksamkeit von oralen Sulfonylharnstoffen (z.B. Tolbutamid, Glibenclamid, Glipizid) kann bei gleichzeitiger Gabe mit Fluconazol verlängert werden. Die Phenytoinkonzentration kann klinisch relevant ansteigen, wenn Phenytoin zusammen mit Fluconazol verabreicht wird.

Unerwünschte Wirkungen

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Exantheme und der Anstieg von Alanin-Aminotransferasen, Aspartat-Aminotransferasen und alkalischen Phosphatasen.

Gelegentlich werden Hypokaliämie, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Krampfanfälle, Geschmacksstörungen, schmerzhafte Körperempfindungen, Zittern, Blähungen, Mundtrockenheit, Juckreiz, Nesselfieber, erhöhtes Schwitzen, Arzneimittelexantheme, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Malaise, Kraftlosigkeit, Fieber, Stauung der Gallenflüssigkeit, Gelbsucht und erhöhtes Bilirubin beobachtet.

Weitere, seltene unerwünschte Wirkungen sind möglich.

siehe auch

Azol-Antimykotika

Literatur

Autorin und Review

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Die Autorin (SR) hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt. Interne Review: AV

Peer-Review: Dr. med. Reno Frei, Klinische Mikrobiologie, Universitätsspital Basel

Weitere Informationen


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Alle Inhalte sind werbefrei. Dieser Artikel wurde zuletzt geändert am 14.6.2012
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