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Fampridin Arzneimittelgruppen Kaliumkanalblocker

Fampridin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Kaliumkanalblocker, der zur Verbesserung der Gehfähigkeit von erwachsenen Patienten mit Multipler Sklerose mit Gehbehinderung zugelassen ist. Er verbessert die Funktion der Nervenzellen und wird zweimal täglich nüchtern eingenommen. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Harnwegsinfekte und zentralnervöse Störungen. Fampridin kann Krampfanfälle verursachen und darf nicht gleichzeitig mit OCT2-Hemmern eingenommen werden.

synonym: Fampridinum, 4-Aminopyridin, Dalfampridin, 4-AP

Produkte

Fampridin wurde in der EU im Jahr 2011 in Form von Retardtabletten zugelassen (Fampyra®, 10 mg). In der Schweiz ist es noch nicht registriert. In den USA wird es als Dalfampridin bezeichnet (Ampyra®).

Struktur und Eigenschaften

Fampridin ist 4-Aminopyridin (C5H6N2, Mr = 94.1 g/mol), ein feines weisses Pulver, das in Wasser löslich ist.

Wirkungen

Fampridin (ATC N07XX07 ) ist ein Kaliumkanalblocker. Es verstärkt die Aktionspotentialbildung in demyelinisierten Axonen und die neurologische Funktion.

Indikationen

Zur Verbesserung der Gehfähigkeit von erwachsenen Patienten mit Multipler Sklerose mit Gehbehinderung.

Dosierung

Gemäss der Arzneimittel-Fachinformation. Die übliche Dosis beträgt zweimal täglich 10 mg auf nüchternen Magen.

Kontraindikationen

Fampridin ist bei Überempfindlichkeit, bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte, bei aktuellen Krampfanfällen, Niereninsuffizienz und gleichzeitiger Behandlung mit OTC2-Inhibitoren wie zum Beispiel Cimetidin, kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Fampridin wird über die Niere ausgeschieden und zu einem relevanten Anteil aktiv über den organischen Kationentransporter OCT2 sekretiert. OCT2-Inhibitoren oder -Substrate wie Cimetidin, Carvedilol, Propranolol und Metformin können die Ausscheidung von Fampridin hemmen und das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöhen.

Unerwünschte Wirkungen

Am häufigsten wurden in klinischen Studien Harnwegsinfekte beobachtet. Weitere häufig auftretende unerwünschte Wirkungen sind Schlaflosigkeit, Angst, Schwindel, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Parästhesie, Tremor, Dyspnoe, Halsschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen und Schwäche. Über Krampfanfälle wurde gelegentlich berichtet.

siehe auch

Fingolimod, Amifampridin (3,4-Diaminopyridin), Multiple Sklerose

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Weitere Informationen

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.10.2013 geändert.
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