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Diacerein Arzneimittelgruppen Anthranoide

Diacerein ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Anthranoide, der zur Behandlung von degenerativen Gelenkserkrankungen (Arthrosen) eingesetzt wird. Es ist ein Prodrug und wird im Körper rasch zu Rhein, einem Inhaltsstoff der Rhabarberwurzel umgewandelt. Rhein ist entzündungshemmend und schmerzlindernd. Es ist zudem ein bekanntes Abführmittel und kann deshalb vor allem zu Beginn der Behandlung Durchfall und Verdauungsbeschwerden als unerwünschte Wirkungen auslösen. Das Arzneimittel verfärbt den Urin bräunlich bis rötlich.

synonym: Diacereinum, Diacetylrhein

Produkte

Diacerein ist in der Schweiz nicht zugelassen. In Österreich ist es in Form von Kapseln im Handel (Verboril®, Artrolyt®).

Struktur und Eigenschaften

Diacerein (C19H12O8, Mr = 368.3 g/mol) ist ein diacetyliertes Rhein und wird deshalb auch als Diacetylrhein bezeichnet. Es ist ein Prodrug und wird im Körper schnell zu seinem aktiven Metaboliten Rhein umgewandelt. Rhein ist Anthranoid und ein Inhaltsstoff der Rhabarberwurzel (Rhei radix).

Wirkungen

Diacerein (ATC M01AX21 ) und sein Metabolit Rhein sind entzündungshemmend, schmerzlindernd, antiarthrotisch, antioedematös und abführend. Die Wirkungen beruhen unter anderem auf der Hemmung von Zytokinen (z.B. Interleukine), proteolytischer Enzyme und Sauerstoffradikale. Rhein scheint ferner die Synthese von Knorpelbestandteilen zu begünstigen. Zur tatsächlichen klinischen Wirksamkeit können wir keine Aussage machen. Eine Cochrane-Review aus dem Jahr 2006 hat das Arzneimittel positiv bewertet (Fidelix et al., 2006).

Indikationen

Zur Behandlung von degenerativen Gelenkserkrankungen (Osteoarthrose).

Dosierung

Gemäss der Fachinformation. Die Kapseln werden zweimal täglich nach den Mahlzeiten mit Flüssigkeit eingenommen. Während der ersten 2-4 Wochen soll nur eine Kapsel pro Tag eingenommen werden.

Kontraindikationen

Diacerein ist bei Überempfindlichkeit, schwerer Leberinsuffizienz, entzündlichen Darmerkrankungen, bei Darmverschluss, bei schmerzhaften Unterbauchschmerzen unbekannter Ursache, bei Kindern und Jugendliche unter 18 Jahren und während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Interaktionen

Antazida können die Absorption von Diacerein in einem signifikanten Ausmass reduzieren und sollen in einem zeitlichen Abstand von 1-2 Stunden eingenommen werden. Diacerein kann eine Hypokaliämie verursachen, was das Risiko für Herzrhythmusstörungen unter Herzglykosiden wie Digoxin erhöht.

Unerwünschte Wirkungen

Rhein und die Rhabarberwurzel sind bekannte Abführmittel. Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen, weicher und häufiger Stuhl und Blähungen gehören deshalb zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen. Selten wurde über Pigmentierungen der Dickdarmschleimhaut und sehr selten über Lebererkrankungen berichtet. Rhein kann den Urin bräunlich bis rötlich verfärben, was zwar harmlos ist, aber die Patienten verunsichern kann.

siehe auch

Arthrose

LiteraturAutor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.6.2012 geändert.
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